t3n 14

Neue Dienste ebnen den Weg vom Dokumenten- zum Daten-Web: Semantische Webapplikationen entwickeln

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Ein Tripel mit Datentyp

dbpedia:Brandenburger_Tor	dbpedia:wasBuilt	"1791"^^xsd:gYear .

Listing 2

Ein RDF-Dokument (oder auch eine einfache Wissensbasis) ist nun eine Zusammenfassung mehrerer RDF-Tripel, die in einem der RDF-Serialisierungsformate abgespeichert sind. Die populärsten RDF-Dokumentenformate sind:

  • RDF/XML: eine XML-Serialisierung von RDF
  • NTriples: ein einfaches Textformat mit jeweils einer Zeile pro Tripel und Leerzeichen als Trennzeichen zwischen Subjekt, Prädikat und Objekt (wie in unseren Beispielen)

Mit den vom W3C standardisierten Schema- und Ontologie-Sprachen RDF-S und OWL wurden eine Reihe von URIs vordefiniert, mit denen umfangreichere RDF-Wissensbasen besser strukturiert werden können. Sowohl RDF-S als auch OWL bauen dabei strikt auf dem RDF-Tripel-Datenmodell auf. Mit RDF-S lassen sich so zum Beispiel abstrakte Klassenkonzepte definieren und in Vererbungshierarchien anordnen. Die Ontologie-Sprache OWL erweitert RDF-S wiederum um Möglichkeiten zur Repräsentation von Klassenkonstruktoren, Restriktionen, logischen Axiomen und Charakterisierungen von Eigenschaften.

Um für oft benötigte Entitäten und Konzepte vordefinierte URIs bereitzustellen und damit unnötige Dopplungen und Synonyme zu vermeiden, werden RDF-Vokabulare im Netz bereitgehalten: Das Dublin Core Vokabular (DC) stellt so beispielsweise zentrale Klassen und Eigenschaften für Metadaten zu Dokumenten bereit, zum Beispiel Autor, Erstellungsdatum oder Schlüsselworte. Mit dem Friend-of-a-Friend-Vokabular (FOAF) kann man sich und seine Freunde in RDF beschreiben. Viele hunderttausende Internetnutzer haben dies bereits gemacht und auf diese Weise ein dezentrales soziales Netzwerk geschaffen. Mit dem Vokabular für „Semantically Interlinked Online Communities“ (SIOC) können Inhalte von Wikis, Blogs, Foren etc. mit RDF annotiert und miteinander verknüpft werden. Die Publikation von RDF-Tripeln im Web kann auf verschiedene Weise passieren.

LinkedData [1] : Dabei sind die im RDF verwendeten URIs dereferenzierbar. Das bedeutet: Wenn eine RDF-Ressource als URL von einem Web-Browser oder HTTP-Client abgerufen wird, liefert der LinkedData-Endpunkt eine RDF-Beschreibung der entsprechenden Ressource, also alle bekannten Tripel mit der Ressource als Subjekt. Alternativ zur RDF-Beschreibung können per Content-Negotiation (abhängig vom HTTP-Accept-Header) auch andere Beschreibungsformate (z. B. HTML) zurückgegeben werden.

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