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KI in der Suchmaschinenoptimierung: Das Ende von Backlinks?

(Shutterstock/astephan)

Google setzt zunehmend künstliche Intelligenz und Machine Learning bei der ­Berechnung der Suchergebnisse ein. Das hat Folgen für die Suchmaschinenoptimierung. Was SEO-Verantwortliche wissen müssen.

Mit dem Forschungsprojekt „Google Brain“ und der Über­nahme des KI-Spezialisten „Deepmind“ hat Google sich schon vor Jahren auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz positioniert. Spätestens seit CEO Sundar Pichai 2016 offiziell den Wechsel von „Mobile First“ zu „AI First“ verkündet hat, ist klar: KI wird in ­Zukunft alle Bereiche des Konzerns prägen.

Das betrifft auch die Suchmaschinenoptimierung, in der vor allem Machine Learning, eine Unterdisziplin der künstlichen Intelligenz, zunehmend einflussreicher wird. Algorithmen werden zunehmend durch das KI-System „Rankbrain“ gesteuert und befähigen die Suchmaschine, auch selbst dazuzulernen. So wird Google stetig besser darin, auch unbekannte – also noch nie gestellte – Suchanfragen zu beantworten. Diese machen immerhin 15 Prozent des gesamten Suchvolumens aus.

Für SEO ergeben sich durch diese Entwicklung Paradigmenwechsel, die sich zum Teil schon länger andeuten. Dazu gehören, neben dem Fokus auf Content-Qualität – und der Art und ­Weise, wie Google diese misst –, die abnehmende Bedeutung von Backlinks und zunehmende Dominanz des User-Intents, also der Suchabsichten im Einzelfall.

Eine weiterentwickelte Form der Keyword-Dichte

Seit Googles massiver Offensive gegen Link-Spam und aktiven Linkaufbau wenden sich SEO-Verantwortliche mehr und mehr in Richtung Content und technisches SEO. Umso vielschichtiger sind die Anforderungen an gute Inhalte geworden. Während „Keyword-Stuffing“ lange Zeit zum festen Repertoire gehörte, führt diese Praxis 2018 höchstens zu einer manuellen Abstrafung. Künstliche Intelligenz erlaubt Google heute, die Content-Qualität mithilfe der sogenannten „Co-Occurence“, einer extrem weiterentwickelten Form der Keyword-Dichte, zu messen. ­Co-Occurence geht weit über die simple Frequenz eines Keywords hinaus. Sie beschreibt stattdessen die semantische Distanz zwischen zwei Wörtern, quantifiziert also, wie nah diese verwandt sind: je höher die Co-Occurrence, desto besser.

Das Analysetool Ahrefs weist für poco.de/moebel 2.755 Keyword-Rankings aus – damit ist die Seite Spitzenreiter. Die Seite mit den meisten Backlinks, moebel-guenstig.de, liegt im ­Ranking nur auf Platz 9. (Screenshot: ahrefs.com)

Mit mehr als 130 Billionen gefundenen Websites hat ­Google den nötigen Datensatz, um die semantische Distanz zwischen Wörtern sehr akkurat zu bestimmen. Zudem hilft Rankbrain der Suchmaschine dabei, die Bedeutung eines Wortes im Kontext der Suchanfrage zu verstehen, beispielsweise ob das Keyword ­„Apple“ die Frucht oder das Unternehmen meint. Das lernfähige System kann so auch Synonyme und bisher unbekannte Such­anfragen korrekt interpretieren – und das über mehrere Sprachen hinweg.

Sollen Inhalte für ein bestimmtes Thema ranken, müssen sie auch die relevanten Unterthemen aufgreifen, um eine hohe Co-Occurence zu erreichen. In der Computerlinguistik werden Unterthemen als „Entitäten“ bezeichnet. Das können Objekte ­aller Art sein, von Markennamen über Personen und Gegenstände bis hin zu Orten. Ein Text über Autos sollte beispielsweise auch die Entitäten „Reifen“, „Lackfarbe“ oder „km/h“ bedienen. Je relevanter die Entitäten und je vollständiger ihre Beschreibung innerhalb des Textes, desto hochwertiger ist der Content. In den letzten Jahren ist dafür die Bezeichnung „holistischer“, also ganzheitlicher Content aufgekommen.

Zwei Parameter entscheiden über den Grad der Holistik: ­Tiefe und Breite. Ersterer beschreibt, wie ausführlich jede Entität in ­einem Text behandelt wird, letzterer die Anzahl der Unter­themen. Die optimale Tiefe und Breite sind von Keyword zu Keyword unterschiedlich.

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4 Reaktionen
Tim Tics

Guter Artikel. Kann ich alles so unterstreichen.

Steven Broschart

Der multifaktorelle Einfluss zeichnet sich ja schon länger ab. Wir habe vor ein paar Monaten die Wechselwirkung unterschiedlicher Faktoren mit Hilfe einer sog. Schwarmanalyse vermessen. Diese kann die in diesem Artikel beschriebenen Annahmen in jedem Fall untermauern: https://rankanalyst.de/der-schachtel-shop-wirkung-von-user-signals-auf-das-ranking-1112/

Steven Broschart

Daniel Bruckhaus

Bei mir hat ferienwohnung. de weit mehr als 34 Backlinks...

Ralf Peter Röll

Ich habe zwar gerade kein Tool zur Prüfung zur Hand, bin mir aber ziemlich sicher, dass t3n die Anzahl der Links auf die URL ausgewertet hat und nicht die auf die Domain.

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