E-Commerce

Das Shop-System wechseln – so gelingt die Daten-Migration

Ein neuer Shop muss her! Dieser wichtige Schritt beinhaltet für viele Shop-Betreiber die schreckliche Vorstellung vom Stress der Daten-Migration. Damit der Traum vom neuen Shop nicht zum Albtraum wird, ist eine gute Vorarbeit besonders wichtig. Wir zeigen, woran man dabei unbedingt denken sollte.

Die letzten Jahre haben für die gesamte E-Commerce-Branche etliche Neuerungen mit sich gebracht. Es gab neue Funktionen, neue Zahlarten, neue Wege bei der Suchmaschinenoptimierung und den multimedialen Produktbeschreibungen. Das alles sind nur ein paar der vielen guten Gründe, warum sich Betreiber mit neuen Shop-Systemen auseinandersetzten sollten. Denn was man oft teuer und mühsam in ein älteres, vielleicht sogar selbstgestricktes Shop-System hinein programmieren muss, liefern neue Systemen oftmals kostenfrei oder für wenig Geld ganz bequem mit. Und sollte sich das bisherige System erst gar nicht auf eine modernere Version updaten lassen, so bleibt dem Betreiber ohnehin nichts anderes übrig, als auf ein neues System zu migrieren. Da dabei andere Datenmodelle, Programmierungen und Produktdarstellungen anfallen, ist diese Aufgabe jedoch nicht ganz so leicht zu bewältigen. Doch mit einem gut durchdachten Plan lassen sich Stolpersteine erkennen und Probleme auf jeden Fall lösen.

Gut geplant ist halb migriert

Für eine reibungslose Übernahme der Shop-Daten sollte man auf jeden Fall wissen, welche Produkt-, Kategorie-, Bild- oder Kunden-Daten et cetera übernommen werden müssen, welche man manuell nachpflegen kann und welche nicht unbedingt relevant sind. Letztere können Bestell- oder Kundenhistorien sein sowie Meta-Angaben. Dazu geht man den bisherigen Shop durch und erstellt eine Liste. Wer etwas technisches Verständnis mitbringt und sich die Arbeit erleichtern will, kann hierbei gleich auch die notwendigen Tabellen heraussuchen.

Sollte es sich um einen Standard-Shop wie zum Beispiel osCommerce oder xt:Commerce handeln, sollte man im Vorfeld genau festlegen, welche Änderungen und Anpassungen an der Standardinstallation notwendig sind. Die kann man mithilfe von Weiterentwicklungen oder Erweiterungsmodulen realisieren. Will man fertige Migrations-Tools nutzen, ist zudem die Version des Shops relevant. Solche Analysen zeigen häufig auch vorhandene Schwächen. Oft wollen Shop-Betreiber zum Beispiel separate Produktbeschreibungen für Preissuchmaschinen anlegen, Artikel um EAN-Nummern erweitern oder eine neue Sprache aufnehmen. Auch diese neuen Wünsche und Ziele sollten an dieser Stelle dokumentiert werden.

Wege zur Datenübernahme

Mit dieser Basis geht es an das Mapping des bestehenden Datenbankschemas. Anhand dieses Schemas kann man recherchieren, ob ein fertiges Migrations-Skript funktioniert oder ob man die Daten individuell übernehmen muss. In beiden Fällen hilft eine schnelle Migrationsumgebung, auf der das bestehende System gespiegelt und das neue System installiert wird.

Notwendige Erweiterungsmodule sollte man erst nach der Migration ins neue System installieren, um das Zielsystem zunächst so originalgetreu und unverändert wie möglich zu belassen. In jedem Fall sollte man alle Schritte gut dokumentieren, da diese erfahrungsgemäß mehrere Male vollzogen werden müssen, bis die Migration erfolgreich durchläuft. Auch regelmäßige Backups sind empfehlenswert, um notfalls auf einen der vorherigen Schritte zurückgehen zu können. Zu beachten ist dabei auf jeden Fall, dass man die „foreign-key“-Checks (SETFOREIGN_KEY_CHECKS=0;) vor dem Import der Daten deaktivieren muss.

Tools wie „osCommerce Migration Tool“, „Shopware Migration“ oder „Cart2Cart“ sind gute Anlaufstellen, um Standardsysteme auf neue Shops zu migrieren. Die Kombination aus den Export-Tools des alten und Import-Tools des neuen Shops kann aber auch zu einem guten Ergebnis führen. Dabei lassen sich die Daten dann vor dem Import in den neuen Shop übrigens auch direkt in Excel erweitern, anpassen und korrigieren. Idealerweise kann man so alle relevanten Daten übertragen. Meist lassen sich diese fertigen Lösungen aufgrund der Anpassungen am Shop jedoch nicht hundertprozentig nutzen.

Daten-Mapping

Ein gutes Mapping erfasst das Datenschema des alten Shops und sorgt für eine reibungslose Migration.

Jeder muss dann für sich abwägen, ob er die letzten Daten per Skript oder Handarbeit anpassen will – oder ob er doch eine individuelle Übernahme entwickeln muss. Für die Datenübernahme fallen mehrere Ebenen an, nämlich die Datenbank-, die Applikations- und die File-Ebene. Wie man dann genau vorgeht, ist im Grunde Geschmackssache: Die einen schreiben SQL-Statements, bereiten dann die Daten per Applikationslogik auf und kopieren diese anschließend mithilfe eines Secure-Copy-Protokolls von einem Shop in den anderen. Andere schreiben ein Programm in ihrer bevorzugten Programmiersprache und führen die Datenübernahme dann auf Skript-Basis durch. Handelt es sich um wenige Daten, die man in diesem Zuge ohnehin optimieren will, kann es sogar sinnvoll sein, die Daten einfach neu einzugeben.

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