Software & Infrastruktur

Serviceorientierte Architektur – ein Paradigma in der IT: SOA kann man nicht kaufen

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Genau hiermit sind die beiden wesentlichen Bestandteile von SOA beschrieben: der Prozess und der Dienst. Beide bilden den theoretischen Unterbau einer serviceorientierten Architektur. So geht es bei SOA in erster Linie also nicht um einen neuen technischen Standard oder eine neue Schnittstellentechnik. Bei SOA geht es um Geschäftsprozesse und die Dienste, die diesen Prozess abbilden. Geschäftsprozesse in modernen Unternehmen sind heute ohne Informationstechnologie nicht mehr denkbar – SOA schlägt die Brücke vom Prozess zur IT. Die serviceorientierte Architektur geht dabei der Fragestellung nach, wie Geschäftsprozesse in der IT abgebildet werden können. Die Abbildung erfolgt dadurch, dass die für einen Geschäftsprozess erforderlichen Dienste von der IT bereitgestellt werden. Unter Diensten werden dabei Komponenten verstanden, die untereinander lose verbunden sind. Die Komponenten sind dabei nicht unlösbar voneinander abhängig, sondern können durch andere Komponenten ersetzt werden, die den gleichen Dienst anbieten. Die Steuerung des Geschäftsprozesses selbst erfolgt nicht durch die Komponenten, diese stellen nur die definierte Funktionalität zur Verfügung und sind nur für ihre eigenen Daten verantwortlich. Die nur lockere Verbindung der Dienste und die Kapselung der Daten, die für einen Dienst benötigt werden, stellen weitere wesentliche Merkmale von SOA dar. Die Dienste sind nur soweit miteinander verbunden, wie es für die Inanspruchnahme eines Dienstes durch einen anderen notwendig ist. SOA ist damit nicht vergleichbar mit Softwareanwendungen, die aus mehreren Komponenten bestehen und durch fest kodierte gegenseitige Aufrufe miteinander verbunden sind.

Anbieter und Konsument

Aus der Sicht des Geschäftsprozesses stellt der Dienst ein Angebot dar, das möglicherweise konkurrierend zu anderen Diensten am „Markt“ vorhanden ist und verwendet werden kann. Aus Sicht des Dienstes stellt der Geschäftsprozess den Konsumenten dar, der einen Dienst benötigt und den auswählt, der verfügbar ist und den Anforderungen entspricht.

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Ein Kommentar
Jens Holze

Ein wirklich guter und auch mal deutscher Artikel. Ich möchte noch zwei interessante Links hinzufügen. Wir haben im Zuge eines Projektes intensiv mit zwei System probiert.

1. WSO2 Plattform (wso2.org)- ist eine sehr umfangreiche SOA Plattform basierend auf unterschiedlichsten OpenSource Tools und bietet mittlerweile sogar eine Eclipse basierendes Entwicklungsstudio

2. Apache Tuscany – tuscany.apache.org

Aktuell wird auch wieder das Thema SOA in einem neuen Projekt interessant. Insofern kann ich ggf. bals noch weiteres Feedback geben.

Beste Grüße

Jens Holze