Software & Infrastruktur

Designmuster im Web 2.0: Sprecht miteinander!

Plattformen des Social Web gelingt es nicht nur, die Nutzer einzubinden, sondern sie bestehen zum größten Teil aus Inhalten, die von Nutzern verfasst werden oder die durch die Kommunikation der Nutzer entstehen. Dabei kommen Gestaltungsmuster zum Einsatz, die Partizipation und Konversation ermöglichen und fördern. Wir geben einen Überblick über wiederkehrende Muster, für die sich der Begriff Conversational Design Pattern etabliert hat.

Conversational Design im Sinne von Community Design oder Design for Participation ist als Begriff noch sehr jung; Wikipedia kennt ihn noch nicht und Google liefert nur eine Handvoll relevante Quellen. Pedro Custódio [1] hat den Begriff hierzulande in einem ausführlichen Vortrag während der Web-2.0-Expo in Berlin im vergangenen Herbst geprägt. Design ist hierbei mehr im Sinne von Konzept und Gestalt zu verstehen, wobei die verwendeten gestalterischen Muster oder Pattern auch die visuelle Darstellung umfassen und die Interaktivität beschreiben.

Ein neues Buzzword also. Dabei ist das Ziel, das dahintersteckt, so alt wie das WWW selbst: Alle Teilnehmer am globalen Netz sollen auch Sender von Information sein und an einem digitalen Gedankenaustausch teilnehmen. Häufig wird auch auf Brechts Radiotheorie [2] als eine frühe Manifestation dieser Idee hingewiesen. Usenet, IRC Newsgroups und Foren waren und sind Ausdruck dieser Freiheit im Internet. Oft sind diese jedoch in ihren Interaktionsmustern zu komplex für den Normalklickenden und wirken wie Geheimwissen eingeschworener Nutzergemeinden.

Aus dem Ende der Dotcom-Welle der späten 1990er Jahre ist ablesbar, das jene Ideen überlebt haben, die ihre Nutzer einbeziehen konnten. EBay lebt heute noch vom Handel der User untereinander. Amazon zieht seinen alleinstellenden Wert, die Produktempfehlungen, aus dem Klick- und Kaufverhalten der Kunden und gewann durch Nutzerrezensionen, Lieblingslisten und Foren an Glaubwürdigkeit.

Die Popularisierung der Idee des Miteinanders, die Teilnahme und Teilhabe der Beteiligten erleben wir in zunehmendem Maße auf Plattformen des so genannten Web 2.0. Die nutzergeschaffene Enzyklopädie Wikipedia, Video- und Foto-Communitys wie Flickr, YouTube, Sevenload oder Ipernity, Musikplattformen wie ilike.com oder last.fm, Social Bookmarking bei MisterWong, Del.icio.us, Digg oder StumbleUpon, Social Networks wie Facebook, Xing oder StudiVZ sind dabei nur die mittlerweile deutlich sichtbare Spitze des Eisbergs.

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