Ratgeber

Suchen, finden, kaufen: Produktsuchmaschinen und Recommendation-Engines für Shops

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Noch während ein Besucher seine Suchanfrage eintippt, zeigt Youchoose in seiner fehlertoleranten Suche bereits potenziell passende Produkte mit Bildern und Namen in einem Overlay an. Darüber hinaus sieht der Kunde passende Kategorien- oder Markenvorschläge oder auch Ergebnisse von anderen Attributen aus dem Produktkatalog. Durch diese Funktion können Kunden schnell und gezielt das richtige wählen, ohne zwischen den Suchergebnisseiten und dem Sucheingabefeld hin- und herspringen zu müssen.

Wie prudsys kombiniert Youchoose Suche und Empfehlungen und spielt das Ranking der Produkte für jeden Kunden in individuellen Suchergebnissen aus, die es Schritt für Schritt anpasst: Auf der Basis des bisherigen Kauf- und Surfverhaltens gelangen die vermutlich wirklich relevanten Suchergebnisse ganz nach oben. Derzeit unterstützt Youchoose zwanzig Sprachen und erzeugt automatisch sprachspezifische Indexes.

Solr

Apache Solr bietet eine fehlertolerante, schnelle und intelligente Produktsuche und basiert auf Apache Lucene. Die Suche samt Bibliotheken steht unter der sehr liberalen Apache License 2.0 bereit und lässt sich somit auch kommerziell kostenfrei verwenden, modifizieren und verteilen. Zu den Basisfunktionen zählen wie bei allen modernen Suchmaschinen „Type Ahead“ (Vorschläge), eine Rechtschreibkorrektur sowie Filter und Facettierungen. Zudem lernt die Suche dazu und versteht dann auch Synonyme wie „Kühlgerät“ (Herstellerbezeichnung) und „Kühlschrank“ (Suchbegriff der Nutzer).

Pluspunkt der Solr-Suchmaschine ist die mächtige Abfragesprache, mit der sich die Servicefunktionen eigenen Anforderungen anpassen lassen. Für Suchmaschinen, die mit sehr großen und dynamischen Datenmengen umgehen müssen, bietet Apache Solr zusätzliche Programmiermöglichkeiten für eine gewichtete Ergebnisanzeige. Kleine und große Shops setzen auf die Open-Source-Lösung, weil sie das liberale Lizenzmodell, die ausgereifte Software und die Flexibilität schätzen. Die Suche eignet sich also auch für kleine Shops. Online-Händer müssen jedoch Geld für die Installation und Anpassung investieren.

Google Site Search

Die kleine Lösung „Google Site Search“ verleiht einer Shop-Suche die Leistungsfähigkeit der Google.com-Technologie. Dabei liest sie die Daten via Webcrawler aus, Google arbeitet also anders als die oben genannten Lösungen, die feed-basiert funktionieren. Da Shop-Systeme bekanntlich auf Datenbanken basieren, braucht der Google Crawler einen kostenlosen Datenbank-Connector, um die Daten zu indexieren und interpretieren zu können. Meist erzeugen diese hierfür spezielle Datenbank-Views.

Die „Google Search Appliance“ verfügt über ein von Haus aus sehr gutes Trefferverhalten. In bestimmten Fällen kann es aber von Vorteil sein, wenn sich das Ranking von Suchtreffern etwas nachjustieren lässt. So können Shop-Betreiber Artikel einer bestimmten Kategorie in der Ergebnisliste höher ranken – etwa, weil sie gerade neu erschienen sind oder von einem bestimmten Hersteller stammen. Spannend ist die Funktion „Alerting“, über die Nutzer Suchanfragen speichern und sich automatisch bei neuen Informationen benachrichtigen lassen können.

Sämtliche Suchanfragen speichert „Google Search Appliance“ in den „GSA Search Logs“, den „GSA Search Reports“ und den „GSA Advanced Search Reports“ und kann Nutzungsdaten dadurch unterschiedlich auswerten. Zugleich integriert die Google-Suche automatisch auch Google Analytics. Die Lösung unterstützt unterschiedliche Shop-Systeme und kostet für kleinere Websites mit bis zu 20.000 Suchanfragen jährlich 100 Euro. Support für Unternehmen und Offline-Käufe gibt es ab drei Millionen Suchanfragen.

Fazit: Personalisierung und Individualisierung der Ergebnisse

Die Suchmaschinenlösungen liefern heute schnelle und passende Ergebnisse. Die Suchalgorithmen lernen selbst, kluge Regeln optimieren die Ergebnisse zusätzlich. Entscheidend ist, wie gut die mobile Darstellung und die Individualisierung der Ergebnisse ist. Hier gibt es durchaus Unterschiede in der Qualität. Für genauere, personalisierte Ergebnisse muss ein Online-Händler erwartungsgemäß tiefer in die Tasche greifen.

Mit einem Klick auf die Tabelle erhältst du eine Übersicht über Produktsuchmaschinen. 

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Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Mathias Duda

Hallo liebes t3n-Team,
ich finde diesen Artikel prinzipiell interessant, da das Thema SUCHE immer ein spannendes Thema ist und bleibt. Allerdings muss ich Ihnen auch sagen, dass ihr Artikel einfach keine Relevanz besitzt, da es in weiten Teilen schlicht an Aktualität fehlt. Z.B. wird die Google Site Search seit 1. April 2017 nicht mehr angeboten oder z.B. nutzt Conrad.de inzwischen nicht mehr die von Ihnen erwähnte Lösung. Darüber hinaus finde ich die Auswahl der verglichenen Lösungen sehr Willkürlich – da gibt es definitiv noch eine Menge interessantere Lösungen. Natürlich schreiben Sie selbst, dass die Informationen den Stand von Januar 2017 haben, aber das kann ja nicht der Anspruch von t3n sein, oder? Ich würde mich sehr über einen innovativen Artikel freuen, der sich mit dem Thema SUCHE in im Hinblick auf die nächsten Jahre auseinandersetzt und die Einflussfaktoren wie AI oder Machine Learning unter die Lupe nimmt. Gerne unterstütze ich Sie auch dabei. Viele Grüße, Mathias Duda

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