Entwicklung & Design

Einheitliche Codebasis vom Desktop bis zum Rechenzentrum: SUSE Linux Enterprise 10

Seit Mitte 2006 sind SUSE Linux Enterprise Server 10[1] sowie der SUSE Linux Enterprise Desktop 10 von Novell auf dem Markt. Die wichtigsten Neuerungen gegenüber älteren Versionen sind Virtualisierung mit Xen, Sicherheit mit AppArmor sowie Erweiterungen im Systemmanagement.

SUSE Linux Enterprise Server 10 und SUSE Linux Enterprise Desktop 10 basieren auf der gleichen Codebasis. Ziel dieser Softwarebasis (Common Code Base) ist eine einheitliche Bereitstellung von Software und Schnittstellen. Administrative Tätigkeiten und Einstellungen sind somit untereinander kompatibel. Daher ist auch die Installation der beiden Pakete gleich – lediglich die Softwareauswahl variiert. Die Hardwareunterstützung reicht von Intel- und AMD-Servern mit 32 oder 64 Bit über Itanium bis hin zur IBM-z-Series, 10-TB-Speicher und 1024 CPUs. Für die Nutzung der kompletten Leistung kommen zunehmend Virtualisierungslösungen, die auch für den SUSE Linux Enterprise Server ein Thema sind, zum Einsatz.

Die Kernfunktionen

SUSE Linux Enterprise Server 10 bietet zahlreiche Serverdienste an, darunter File-, Mail- und Druckserver sowie Verzeichnisdienste, Firewall, Webserver und Infrastruktur Gateway. Alle Dienste werden direkt aus dem Systemwerkzeug Yast (Yet another setup tool) heraus installiert und konfiguriert. Die Inbetriebname der Grundfunktionen geht somit schnell und gestaltet sich einfach. Der Fileserver unterstützt verschiedene File-Protokolle und kann auch für Windows-Netze in wenigen Schritten verfügbar gemacht werden. Optional kann sich der Server direkt an einem ActiveDirectory anmelden, sodass die Benutzer den Unterschied nicht bemerken. Als Mailserver kommt Postfix zum Einsatz. Darauf können weitere Collaboration-Werkzeuge, wie zum Beispiel Hula, eingesetzt werden. Auf dem Desktop gibt es zudem eine ganze Reihe von Mail- und Collaboration Clients. Zum Drucken wird auf SUSE Linux Enterprise Server 10 der CUPS-Server installiert. Alternativ kann bei der Installation ein bereits vorhandener CUPS-Server im Netz als Drucker eingerichtet werden. Die aktuelle Version von SUSE Linux Enterprise Server enthält OpenLDAP als Verzeichnisdienst und kann diesen als zentrale Benutzerdatenbank verwenden. SUSE Linux Enterprise Server 10 steht dabei als Verzeichnisdienst für ein ganzes Netzwerk bereit.

Eine Firewall wird automatisch installiert. Die Sicherheitseinstellungen für installierte Anwendungen werden automatisch eingerichtet. Sollte der Linux-Server als Infrastrukturgateway betrieben werden, so sind alle notwendigen Dienste wie Web, Proxy, DNS, DHCP etc. vorhanden und können wie Yast einfach und schnell eingerichtet werden. Mit dem Systemwerkzeug Yast können alle wichtigen Anwendungen des Servers komfortabel eingerichtet und administriert werden. Neben einer umfangreichen Dokumentation steht eine Online-Hilfe bereit, so können auch unerfahrene Administratoren die Aufgaben lösen.

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