t3n 16

Volle Kontrolle: Tipps zur Hoster-Wahl bei Root Servern

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Traffic und Anbindung

Das im gewählten Paket enthaltene Traffic-Volumen sollte ausreichend groß bemessen werden. Je nach Applikation können hier monatlich von „ein paar Gigabyte“ (für eine einfache Website oder einen Mailserver) bis hin zu mehreren Terabyte (Streaming- oder Downloadserver) recht unterschiedliche Volumina zusammenkommen. Ebenso gilt es, die Kosten für Traffic-Überschreitungen zu beachten, die insbesondere bei manchen Lockangeboten unverhältnismäßig teuer sein können. Angebote, die ein vermeidlich unbegrenztes Volumen in Form von Flatrates enthalten, sind häufig an unklare „fair use“-Bedingungen geknüpft oder an versteckte Einschränkungen gekoppelt, die „unbegrenzt“ auf die „übliche/durchschnittliche Nutzung“ durch andere Kunden begrenzen. Tatsächlich unbegrenzte Angebote gibt es heutzutage nur noch selten – oder aber in einem höheren Preissegment. Falls „unbegrenzt“ bedeutet, „so viel, wie möglich ist“, kann es passieren, dass Sie sich zum Beispiel mit 20 bis 50 weiteren Serverkunden eine gemeinsame 100MBit-Zuleitung teilen – langsame Übertragungen oder gar Paketverluste sind hier leider vorprogrammiert. Was für einen möglichst günstigen Downloadserver vielleicht verschmerzbar wäre, ist bei einem Business- oder Streaming-Server untragbar.

Die oft plakativ beworbenen Angaben zur „verfügbaren Außenbandbreite“ sind meist nur eingeschränkt aussagekräftig und mit Vorsicht zu genießen. Nicht immer bedeutet „mehr“ wirklich „besser“. Hier wird gerne mit mehreren GBit geworben, obwohl dies nur der Summe theoretischer Bandbreiten an einem bestimmten Punkt im Netz entspricht und die Bandbreiten nicht durchgängig zur Verfügung stehen. Bei günstigen Hosting-Angeboten ist insbesondere die Anbindung zum Rack beziehungsweise an die Server häufig der entscheidende Flaschenhals. Sinnvoller ist es hier, sich beim Anbieter nach der garantierten für den eigenen Server zur Verfügung stehenden Bandbreite zu erkundigen – und zwar auf den gesamten Weg bis ins weltweite Internet.

IP-Adressen

Für den Betrieb mehrerer Domains/Websites auf einem Server ist es ausreichend, eine einzige IP-Adresse zu verwenden (virtual hosting). Kommen allerdings verschiedene Dienste zum Einsatz, zum Beispiel mehrere unabhängige SSL-Präsenzen, benötigt man hierfür separate Adressen. Um nicht unnötig viele Adressen zu „verbrauchen“, teilen Anbieter in der Regel standardmäßig nur eine geringe Anzahl IP-Adressen an Kunden zu, weitere gibt es meist auf Anfrage oder gegen Aufpreis. Zwar ist es nach RIPE-Richtlinien nicht gestattet, für IP-Adressen an sich Gebühren zu erheben, jedoch kommen diese als „Pflege-Gebühr“ oder Ähnliches betitelt in der Praxis durchaus vor.

Wer auf seinem Server IPv6 nutzen möchte, sollte sich vorab erkundigen, ob der Hoster bereits über ausreichende Kenntnisse verfügt, IPv6 in seinem Backbone anbietet und ob eine weltweite Erreichbarkeit über geeignete Upstreams sichergestellt ist. Bei einigen Anbietern ist eine IPv6-Nutzung bereits möglich, wenn auch teilweise nur auf Nachfrage oder ausdrücklich als experimenteller Dienst.

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