Entwicklung & Design

TYPO3, Datenbank und Webserver im Blick: Website-Monitoring mit Nagios

Die Anforderungen an das IT-Monitoring haben sich in den letzten Jahren drastisch geändert, denn CMS-Installationen und die damit umgesetzten Projekte werden immer komplexer. Diese Komplexität gilt es, möglichst umfassend zu überwachen.

Laut Wikipedia ist Monitoring eine Sonderform des Protokollierens mit dem Ziel des Eingreifens, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Das kann schon eine simple Webcam zur Überwachung des Kaffeepegels einer Kaffeemaschine sein oder eine computergestützte Erfassung der Raumtemperatur in einem Rechenzentrum.

Ziele eines guten Monitorings sind kürzere Reaktionszeiten, Vermeidung von Downtimes, Vereinfachung von Arbeitsprozessen und eine bessere Ursachenermittlung bei komplexen Problemen. In einem Computernetzwerk mit einem zentralisierten Monitoring kann ein Monitoringserver leicht die von außen verfügbaren Dienste wie HTTP, FTP, SSH oder MySQL prüfen. Um aber beispielsweise die Prozessorauslastung zu messen, muss man diese intern auf dem zu prüfenden Client erfassen. Entsprechende Software für Remote-Monitoring ist in den meisten Softwarepaketen für IT-Monitoring enthalten. Weit verbreitet ist die Open-Source-Software Nagios [1], die auch professionell in sehr großen Netzwerken mit mehreren tausend Hosts eingesetzt wird.

Nagios im Kurzportrait
  • Quelltext frei
  • viele Plugins und Addons verfügbar
  • eigene Erweiterungen leicht möglich
  • Active/Passive Monitoring
  • Parents und Dependencies
  • Event Handler
  • Host-/Service-/Contactgroups
  • redundantes und/oder verteiltes Monitoring möglich

Monitoring mit Open Source

Nagios besticht unter anderem dadurch, dass es sich leicht erweitern lässt. Die Website exchange.nagios.org [2] listet 301 Addons und 1.529 Plugins. Plugins sind kleine Programme oder Scripts, etwa zum Testen von HTTP oder der CPU-Temperatur, Addons erweitern Nagios um zusätzliche Funktionen. Ein beliebtes Addon ist PNP4Nagios [3], das die Messwerte von Nagios in einer Datenbank sammelt und daraus Grafiken erstellt. Ein guter Anlaufpunkt bei der Arbeit mit Nagios ist das deutschsprachige Nagios-Wiki [4], das auch eine Plugin-Übersicht enthält.

Abhängig von der Art des Clients, führt ein Nagios-Server beim Webhoster Mittwald CM Service, dem Arbeitgeber des Autors, bis zu 80 unterschiedliche Checks pro System durch. Diese lassen sich grob in die Bereiche Hardware, System und Ressourcen, Dienste, CMS sowie Security unterteilen. Diese Checks sind nicht nur für einen Webhoster hilfreich, sondern auch für Entwickler und Agenturen, die einen oder mehrere Webserver betreiben.

Zu den Hardware-Checks gehören die Kontrolle des RAID-Status, der SMART-Parameter der Festplatten, aller Sensoren (Temperatur etc.) und der Kernel-Meldungen (RAM-Fehler etc). An Systemressourcen werden unter anderem Plattenplatz, Anzahl der Prozesse, Systemzeit und Auslastung geprüft. Allein die Auslastung wird über zehn unterschiedliche Werte (Beispiele: Load, CPU, Swap) bestimmt und kann so Hinweise auf ganz spezielle Konfigurationsfehler in einem Content Management System wie TYPO3 liefern.

Weitere Basis-Checks sind Überprüfungen aller Standarddienste von HTTP und MySQL über FTP bis Mail und Backup. Sehr spezielle Checks betreffen Security und dynamisches Monitoring (automatisches Hinzufügen und Entfernen von Hosts).

Mit der Open-Source-Monitoring-Software Nagios lassen sich Webserver leicht überwachen. So merkt man rechtzeitig, wenn eine Festplatte vollläuft.

Mit der Open-Source-Monitoring-Software Nagios lassen sich Webserver leicht überwachen. So merkt man rechtzeitig, wenn eine Festplatte vollläuft.

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3 Kommentare
Zane Schelling

Setup many different website monitoring services to boost reliability.

t3manager

Wer keine Möglichkeit hat Nagios zu verwenden kann auf einen webbasierten TYPO3 Manager zurückgreifen und so auch ausserhalb vom Büro gleichzeitig mehrere TYPO3 Installationen überwachen. Es ist natürlich nicht so detailiert wie Nagios, für den einen oder anderen genügen allerdings Informationen wie Speicherplatz, Datenbankgrösse, Errors, Verfügbarkeit der Webseite sowie weitere TYPO3 spezifische Informationen vollkommen aus.

reichhart
reichhart

Die verwendete Software ist frei verfügbar:
http://www.tuxad.de/ngtx.html
Sie besteht aus Tools und Plugins für Nagios/Icinga (und andere).