Trendreport

Umsatzbringer Twitch: Das Gaming-Portal wird zum Geheimtipp für Marketer

Seite 2 / 3

Nutzer können Broadcaster, die Teil des Partner- oder Affiliate-­Programms sind, abonnieren. Diese Abonnements kosten bei monatlicher Zahlweise 4,99 Dollar und bieten Nutzern ­zusätzliche Funktionen. So erhalten sie weitere Emoticons im Chat und ein spezielles Abzeichen vor ihrem Namen, das sie als ­zahlende Zuschauer ausweist. Kanalbetreiber können außerdem eine werbefreie Wiedergabe für Abonnenten einstellen. Nutzer ­können Kanalbetreiber außerdem über Spenden unterstützen oder sogenannte Bits kaufen oder sich diese „verdienen“, indem sie einen Werbeclip anschauen. Mit diesen speziellen Emojis können sie Streamern im Chat zujubeln. Der Kanalbetreiber wird dann an den Einnahmen beteiligt. Etwa die Hälfte der Abo­einkünfte gehen an die Contentproduzenten selbst.

Die starke Verbundenheit von Streamern und Zuschauern führt zu einer ähnlich engen Fanbindung wie im Sport- oder ­Musikbereich. Streamer, die sich um die Pflege ihrer Community kümmern, schaffen sich so eine treue Fanbase, die durchaus bereit ist, ihre Lieblingsstreamer finanziell zu unterstützen. Aus ­dieser Bereitschaft heraus entsteht auch ein generelles ­Verständnis für die Notwendigkeit von Werbung. Laut Twitch finden 82 ­Prozent der Nutzer Sponsoring wichtig für die Gamingbranche und 80 ­Prozent sind offen dafür, wenn Marken bestimmte Streamer oder Teams sponsern.

Raus aus der Gaming-Nische: Twitch als neuer Marketingkanal

Doch nicht nur die hohe Akzeptanz seitens der Zuschauer macht Twitch attraktiv für Werbetreibende. Der überwiegende Anteil der Nutzer ist männlich, zwischen 20 und 39 Jahre alt und gebildet. „Twitch ist so attraktiv für Marken, da wir eine sehr schwer zu erreichende Zielgruppe der 18- bis 34-Jährigen repräsentieren. Viele von ihnen konsumieren Unterhaltungsangebote fast ­ausschließlich über Laptops, PCs oder mobile Geräte und sie haben sich von traditionellen Fernsehangeboten ­abgewandt oder bisher sogar nur Onlineangebote genutzt“, erklärt Twitch-Deutschlandchef Burkhard Leimbrock.

Eine Studie des Consulting-Unternehmens Lifecourse ­Associates unter dem Titel „The new face of gamers“ befasste sich näher damit, was diese Zielgruppe ausmacht. Gamer legen demnach mehr Wert auf soziale Bindungen und haben oft eine bessere Beziehung zu ihren Eltern als Nicht-Gamer. Darüber hi­naus sind sie im Schnitt optimistischer, beruflich erfolgreicher und haben ein höheres soziales Bewusstsein. Für sie ist Gaming eine Möglichkeit, sich zu entspannen, Spaß zu haben, Neues zu lernen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Werbetreibende finden hier also eine vielfältig interessierte Zielgruppe, die nicht nur ­kaufkräftig, sondern auch überaus interaktionsfreudig ist.

Der Erfolg von Twitch veranlasste schon Non-Gaming-­­Marken wie Netflix, Nike und Kellogs, auf der Plattform zu ­werben und beispielsweise Preroll-Ads zu schalten. Das Werbeangebot von Twitch umfasst verschiedene Formate von Display- und Videoanzeigen sowie Möglichkeiten des Native Advertising. Was Twitch ­besonders attraktiv macht, ist das engmaschigere Monitoring der ­gestreamten Inhalte im Vergleich zu anderen Plattformen. So ist das Risiko, dass Werbeanzeigen im Umfeld anstößiger Inhalte ausgespielt werden, weitaus geringer als auf Youtube.

Twitch bietet eine wachsende ­Themenvielfalt

Während Gaming-Formate nach wie vor der Hauptgrund sind, dass Nutzer Twitch besuchen, ist das thematische Angebot über die Zeit gewachsen. Denn die Gaming-Community ist in ihren Interessen ebenso divers wie jede andere auch. 2016 führte Twitch eine neue Kategorie ein: IRL (kurz für „In real life“) ermöglicht es Streamern, wie in einem Vlog mit ihren Zuschauern zu interagieren und Dinge aus ihrem Alltag zu thematisieren. ­Sie nehmen ihre Fans mit zum Sightseeing, beantworten persönliche Fragen oder testen Restaurants. Es gibt Streams über Cosplay, Musik, Fitness, Holzverarbeitung, Bildhauerei, 3D-Animationen, Handarbeiten, Kochen … mit einer wachsenden Zuschauerzahl. Bestes Beispiel dafür ist Helga Sofie Josefa, auf Twitch (und seit geraumer Zeit auch auf Youtube) besser bekannt als die ­„Marmeladenoma“. Über 45.500 Follower hat die 86-Jährige und das nicht etwa, weil ihr Tausende dabei zusehen, wie sie Minecraft oder League of ­Legends spielt. Die Marmeladenoma liest jeden ­Samstagabend im Livestream Märchen vor.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung