How-To

UX-Design: Glücklichere User durch positives Webdesign

(Abbildung: Shutterstock/ baranq)

Gute Gefühle, glückliche Nutzerinnen und Nutzer: Das ist das Ziel von ­„Positive UX Design“ und so sollen sie an Marken und Unternehmen gebunden werden. t3n zeigt, was dahintersteckt, und wie UX-Designer es richtig umsetzen.

Der Begriff User-Experience (UX) umschreibt alle Aspekte der Erfahrungen eines Nutzers bei der Interaktion mit einem ­Produkt, Dienst, einer Umgebung oder Einrichtung. UX-Designer wollen Menschen begeistern. Schon klar. Sie wollen die Interaktion ­zwischen Technologie und Nutzer möglichst so gestalten, dass positive Erlebnisse entstehen. Richtig. Doch wollen sie ­Menschen mit ihren Designs auch glücklich machen? Die Antwort ist ein klares Jein. Denn wer über einer Informationsarchitektur ­brütet, nur um den Nutzer schnellstmöglich zum Jetzt-kaufen-Button zu führen, der hat die Sache noch nicht ganz zu Ende gedacht. Kann das der Sinn von UX sein? Eher nicht. Dafür spricht die Entwicklung der vergangenen hundert ­Jahre: Obwohl neue Technologien das Leben der Menschen in vielerlei Hinsicht sehr stark vereinfacht haben, sind wir deswegen in unserem Alltag nicht unbedingt glücklicher geworden.

Von der Usability zur positiven Psychologie

Die Frage nach dem eigentlichen Ziel von UX-Designern ist also berechtigt. Den meisten Technologien fehlt immer noch der ­explizite Fokus darauf, das Wohlbefinden der Menschen zu steigern, die sie nutzen. In der Praxis setzen viele Nutzer Experience mit Usability gleich. In diesem Sinne soll UX-Design die Nutzung eines Produkts vor allem einfach und verständlich machen.

Um aber das Anwendererlebnis zum Glücksmoment zu ­machen, reicht eine gute Usability nicht aus. Deshalb hat sich die UX in den letzten Jahren immer deutlicher von der Usability abgesetzt. In dieser Interpretation beschäftigen sich die ­UX-Designer nicht nur mit der Usability, sondern auch mit den Emotionen der Nutzer während der Interaktion. Das User-Centered-Design hat sich dadurch zunehmend zum Ansatz des Experience-Designs verändert. Positive Emotionen sorgen dafür, dass Nutzer nicht nur zufrieden mit dem Produkt sind, sie haben auch Spaß und binden sich emotional.

Der Ansatz des Positive-UX-Design geht nun noch einen Schritt weiter. Es führt die Anwender nicht mehr nur schnellstmöglich an ihr Ziel oder erzeugt kurzfristige Emotionen. Das ­Positive-UX-Design fragt ganz zu Beginn des Gestaltungs­prozesses, welche grundsätzlichen positiven Erlebnisse die Nutzung eines Produkts erzeugen soll, und wie das Produkt die Nutzer fördern kann. Erst auf dieser Basis entwickelt sich die User-­Experience. Was zunächst idealistisch klingen mag, ist ein durchaus innovativer Designansatz, der Mehrwerte für ­Anwender und Unternehmen schaffen kann.

(Grafik: t3n)

Die Grundlage für das Positive-UX-Design ist die „positive ­Psychologie“: Sie beschäftigt sich mit der Frage, was Menschen glücklich macht, und basiert auf der Erkenntnis, dass sich Glück nicht unbedingt nur dadurch einstellt, dass es kein Unglück gibt. Außerdem setzt sie darauf, dass Menschen Wohlbefinden stets aktiv anstreben sollten.

Zwei Theorien oder auch Modelle sind für das Positive-UX-Design besonders interessant. Die eine stammt von einem der Vordenker der Positiven Psychologie, Martin Seligman, und nennt sich Perma-­Modell. Demnach entsteht echtes Wohlbefinden, wenn sich mehrere Komponenten im Leben erfüllen: Positive Emotionen (P), Engagement (E), Beziehungen (R für „Relationships“), Bedeutung (M für „Meaning“) und Erfolge (A für „Achievements“).

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Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Elisabeth Stein

Liebe Lisa,

vielen Dank für den Artikel und die Aufbereitung! Wir finden auch, dass das positive Erleben, also positive UX, wichtig ist und denken damit haben wir ein gutes Werkzeug für erfolgreiche digitale Produkte.

Der neue Link zum Erlebnisinterview ist nun hier zu in unserem Werkzeugkasten zu finden: https://www.kompetenzzentrum-usability.digital/angebote/materialien/werkzeugkasten?pagenr=6#compilationObject_1942

Viele Grüße
Elisabeth

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