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Versionskontrolle für Webdesigner: So wird die Finalisierung von Projekten einfacher

(Shutterstock: Anastasia_B)

Endlich gibt es für Webdesign und App-Entwicklung eine Versionskontrolle, die so gut ist wie Github oder Gitlab – wenn Designer und Design-Teams ihren Workflow etwas umstellen. Eine Anleitung für ein Versions-Management.

Was mit „Website_FINAL_01“ einmal begann, endet nicht selten mit „Website_FINAL_FINAL!!11!“. Welcher Designer kennt das nicht: Eine Finalversion reiht sich an die andere.  Seit jeher gehört dieser Versionsdschungel zum Alltag eines Webdesigners. Doch wo ein Designer in einem kleineren Projekt vielleicht noch durchblickt, ist so etwas bei größeren, komplexeren Projekten mit womöglich mehreren Designern eine richtig lästige Angelegenheit. Natürlich gibt es ebenso regelmäßig den guten Vorsatz, das Problem zu beheben – entweder mit Hilfe einer eigenen Namenskonvention in Verbindung mit beispielsweise Dropbox oder durch eine Software-Lösung für die Versionierung. Wirklich zuverlässig und hilfreich waren die bisher aber nicht. Vor allem die Größe üblicher Designdateien macht eine simple Adaption der Git-Technologie – wie sie die Software-Entwicklung für die Versionskontrolle nutzt – durchaus kompliziert.

Doch nun die gute Nachricht: Gleich mehrere Tools wollen es geschafft haben, die Versionskontrolle optimal aus der Software-Entwicklung in den Designkontext zu übertragen. Aktuell beschränken sich diese allerdings noch auf Sketch – ein für UI-Design optimiertes Programm, das ausschließlich Mac-Nutzern zur Verfügung steht (Photoshop-Anwender müssen dagegen weiter auf Lösungen von Adobe hoffen). Dabei hat sich das erst 2017 erschienene und auf Git basierende Abstract schnell zum Platzhirschen aufgeschwungen. Doch zunächst eine kleiner Exkurs zu den Grundlagen der Versionskontrolle.

Versionskontrolle: so funktioniert’s

Das Prinzip der Dateienversionierung ist im Grunde simpel: Eine Software kennzeichnet alle Änderungen in einer Datei und protokolliert sie nachvollziehbar. Dabei speichert sie mehrere ­Versionen von „Datei-01“ im Hintergrund. Nutzer können somit einen bestimmten Stand zu einem späteren Zeitpunkt wiederherstellen oder auch nur einzelne Teile daraus verwenden. Eine Versionskontrolle knüpft an die Versionierung der Dateien an und erleichtert die Zusammenarbeit mehrerer Teammitglieder. So können zum Beispiel zwei Menschen gleichzeitig an derselben Datei arbeiten und diese zu einem bestimmten Zeitpunkt miteinander abgleichen.

Die detaillierte Änderungsverfolgung hilft dabei nachzuvollziehen, wer was wann verantwortet hat. Zudem können sie auch einzeln kommentiert werden. (Screenshot: Abstract)

Die Versionsverwaltung ist in diverse, baumähnliche Bereiche unterteilt – generell hilft das Bild des Baumes, um sie besser zu verstehen. Der gesamte Baum und allgemeine Ausgangspunkt ist die sogenannte „Repository“. Sie sammelt alle Dateien. Der Baumstamm der Versionskontrolle ist der sogenannte „Master“. Er ist immer die primäre Quelle der Dateien und trägt daher auch die Bezeichnung „Single Source of Truth“. Dort sollte immer der aktuellste Stand liegen. Vom Master ausgehend sind so genannte „Branches“ (Abzweigungen) möglich – die Äste des Baums. Hier findet die eigentliche Arbeit statt. Innerhalb eines oder mehrerer Branches können Designer allein oder im Team an ein oder auch mehreren Dateien (gleichzeitig) arbeiten. Änderungen innerhalb einer Sketch-Datei speichern sie dabei wie gewohnt ab. Durch das Speichern allein übernimmt die Software die Änderungen jedoch nicht in den Branch. Erst durch das sogenannte „commiten“ (einchecken, übergeben) aktualisiert sich der Stand im jeweiligen Branch. Zusätzlich können Designer von einem Branch auch ein „Sub-Branch“ erstellen – was die Zweige des Astes wären. Dabei übernimmt die Software den Stand des übergeordneten Parent-Branches. Nachdem alle notwendigen Änderungen vorgenommen und commitet sind, muss der Designer den Branch in den Master „mergen“ – also überführen. Nur so ist die „Single Source of Truth“ auf dem aktuellsten Stand.

Branch, Commit und Merge mit Abstract

Abstract ist ein eigenständiger Mac-OS-Client und bietet ein relativ simples, intuitives User Interface für die Versionsverwaltung von Sketch-Dateien. Mithilfe eines automatisch installierten Sketch-Plugins überwacht Abstract alle Änderungen in einer Datei und speichert diese als eine separate Version lokal und im Hintergrund ab. Der Nutzer bekommt von diesem Vorgang nichts mit. Jedoch muss er einige grundlegende Aspekte beachten, was eine Umstellung des Workflows bedeutet. Hierbei hilft Abstract-Einsteigern ein liebevoller How-to-Artikel im Comic-Stil auf der Abstract-Website.

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