Software & Infrastruktur

Hip oder Hype?: Web 2.0

Das Web 2.0 ist in aller Munde, doch während Web-Begeisterte darunter die Weiterentwicklung des Internets und seiner Anwendungen verstehen, vermuten Kritiker dahinter nur Aufgewärmtes aus der New-Economy-Ära. Die einen verweisen auf die neuen Möglichkeiten, andere wittern die Gefahr einer neuen Spekulationsblase. Was steckt wirklich hinter dem Web 2.0?

Nach dem Platzen der New-Economy-Blase war der Traum vom schnellen Geld für viele ausgeträumt und der Glaube an das Web war getrübt durch die vielen Pleiten der Web-Startups. Nur eine Hand voll Firmen hatte es geschafft, ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu entwickeln, das allein auf dem Web basiert. Doch heute, nur wenige Jahre nach dem Dotcom-Crash, ist wieder eine ähnliche Web-Euphorie zu beobachten. Eingemottete Ideen werden ausgegraben und alte Hasen gehen auf Einkaufstour, zum Teil für schwindelerregende Summen wie beim Kauf von YouTube durch Google. Nicht allein deswegen wird das Entstehen einer neuen Blase vermutet. Für die Skeptiker ist das Web 2.0 der Inbegriff für viel heiße Luft, die auch diese Blase zum Platzen bringen wird. Die Antwort, ob das Web 2.0 wirklich existiert und was darunter verstanden werden kann, wird in einem gerade erschienenen Buch ausführlich behandelt [1]. Einige der im Buch vorgestellten Aspekte des Web 2.0 werden in diesem Artikel dargestellt.

We have come a long way

Während Dotcom-Anleger und die vielen Entlassenen nach dem Crash ihre Wunden leckten, breitete sich das Web immer weiter aus. So wird bei genauerem Hinsehen deutlich, dass sich das Web und sein Umfeld seit den frühen Irrungen und Wirrungen geändert haben und ganz andere Voraussetzungen für die Verwirklichung der alten Ideen bestehen. Wer zu Zeiten der New Economy eine Pizza über das Web bestellen wollte, musste sich in der Regel zunächst über ein Modem einwählen, für jede Einwahl Geld bezahlen und sich mit dieser langsamen und teuren Verbindung durch den Bestellvorgang navigieren. Die Experimentierfreudigen nutzten diese Dienste damals allein deshalb, weil es sie gab, nicht weil sie einen tatsächlichen Nutzen boten. Heute aber sind wir Dank DSL-Flatrate jederzeit schnell und günstig online.

Die Pioniere des Webs sind zum Teil deshalb gescheitert, weil die Rahmenbedingungen für das Web noch nicht stimmten, insbesondere für die Nutzung durch die breite Masse. Im Jahr 2000 konnte die Nachfrage nach DSL nicht einmal annähernd befriedigt werden und die zuvor eingeführten Flatrates waren alle vom Markt verschwunden. Erst durch die verbesserte Verfügbarkeit von günstigen Breitbandzugängen sind manche Webapplikationen überhaupt erst sinnvoll zu nutzen, sei es der Verkauf von digitaler Musik bei iTunes oder das digitale Flickr-Fotoalbum.

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