Entwicklung

Was steckt wirklich hinter Ajax?: Die Web-Wunderwaffe

Den Begriff Ajax gibt es schon lange. Doch sucht man danach mit einer Suchmaschine, tauchen der Allzweckreiniger, das holländische Fußballteam und die Figuren aus Homers Ilias erst recht weit hinten auf.

Statt dessen
steht Ajax mittlerweile vor allem für einen Kunstbegriff, den
Jesse James Garrett Anfang 2005 kreiert hat. Gemäß seinem
Essay [1] steht das Akronym für „Asynchronous JavaScript +
XML“. Nicht nur merkwürdig, dass das Plus-Zeichen (englisch
„and“) einen eigenen Buchstaben im Kürzel erhält (das
zweite A), sondern auch sonst wirkt der Begriff Ajax eher wie ein
Marketinginstrument. Asynchron muss das ganze nämlich, auch wenn
es sehr sinnvoll ist, gar nicht sein. Die Verwendung von XML ist
ebenfalls keine Pflicht.

Dennoch: Seit dem es den Begriff gibt,
kann man sich auch über die Technologie besser unterhalten.
Technologischer Vorreiter ist die Firma Google, die mit Diensten wie
Google Suggest, Google Mail oder Google Maps schon lange auf Ajax
setzte, noch bevor es den Begriff gab. Doch worum
geht es überhaupt? Normalerweise gibt es nur eine Möglichkeit,
das Aussehen einer Webseite zu verändern: durch Neuladen. Mit
ein wenig JavaScript und ein paar Tricks, wie beispielsweise
versteckten Frames oder Inlineframes, ließ sich das umgehen,
doch im Massenmarkt kamen diese Ansätze nicht an. Unter anderem
deswegen, weil die Implementierung relativ mühsam war und das
ganze eher als „Hack“ denn als seriöse Entwicklungstechnik
galt.

Dann entwickelte Microsoft für
den Eigengebrauch eine Möglichkeit, im Hintergrund eine
HTTP-Abfrage an einen Server zu schicken und die Rückgabe
auszuwerten. Per JavaScript ließ sich diese Rückgabe dann
auf der aktuellen Seite anzeigen, ohne dass der gefürchtete
„Page Refresh“ (das Neuladen) einsetzte. Andere Browserhersteller
zogen nach und bauten diese Funktionalität ebenfalls in ihre
Produkte ein. Google war eine der ersten Firmen, die dies aktiv
nutzten. Viele weitere folgten, im deutschen Raum beispielsweise die
dynamische Landkartensuche von GoYellow.

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