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Webanalyse datenschutzkonform betreiben: Google Analytics anonymisieren

Ende 2009 hatten die Datenschützer Google Analytics ins Visier genommen. Die Nutzung ist gesetzeswidrig, so lässt sich die Entscheidung des Düsseldorfer Kreises, dem Zusammenschluss der obersten Datenschützer, zusammenfassen. Im Mai hatte Google mit neuen Funktionen darauf reagiert, die dieser Artikel vorstellt.

Webanalyse-Tools zeigen, wie viele Besucher auf einer Website
vorbeikommen, was sie sich anschauen, wie sie dorthin gefunden haben
oder in welcher Stadt sie gerade vor dem PC sitzen. Welche Daten
überhaupt erhoben und wie diese verwendet werden dürfen, ist für das Web
im Telemediengesetz (TMG) [1] geregelt. Der Düsseldorfer Kreis machte in einem Beschluss Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich" href="http://bit.ly/datenschutz_pdf" target="_blank">[2] vom November 2009 verbindliche Vorgaben für Webanalyse-Tools, die Google nicht erfüllte.

Anonymität ist Trumpf

Das TMG erlaubt Analysen für Werbung, Marktforschung oder bedarfsgerechte Gestaltung des Webauftritts, wenn die Daten pseudonymisiert beziehungsweise anonymisiert verwendet werden. Diese allgemeine Vorgabe hat der Düsseldorfer Kreis für Webanalyse in seinem Beschluss konkretisiert.

Webanalyse-Tools wie Google Analytics verorten die Besucher einer Website anhand ihrer IP-Adresse.

Webanalyse-Tools wie Google Analytics verorten die Besucher einer Website anhand ihrer IP-Adresse.

Im Beschluss der Datenschützer wird die IP-Adresse als personenbezogen definiert – das heißt, dass man sie einer natürlichen Person zuordnen kann. Damit gilt die IP-Adresse eben nicht als pseudonym, Seitenbetreiber dürfen sie aus diesem Grund nur mit Einverständnis des Nutzers erfassen. Liegt keine Einverständniserklärung vor, muss man die IP-Adresse anonymisieren, also um ihre letzte Stelle kürzen.

Google Analytics erfasst die IP-Adresse allerdings standardmäßig immer vollständig – genau das ist der Stein des Anstoßes. Nun hat der Dienst die Funktion „anonymizeIp“ nachgerüstet, um der Forderung des Düsseldorfer Kreises nachzukommen. Allerdings nimmt Google Analytics die Anonymisierung nicht automatisch vor. Seitenbetreiber müssen den Trackingcode anpassen, das heißt die Funktion also aktiv einbinden, um Google Analytics datenschutzkonform einsetzen zu können.

Beschnittene IP-Adressen

Webanalyse-Tools bestimmen anhand der IP-Adresse den Provider beziehungsweise den Zugangspunkt des Besuchers zum Internet – im Idealfall kann man so den Wohnort erkennen. Durch das Entfernen der letzten Stelle kann die IP-Adresse nicht mehr genau verortet werden. 255 IP-Adressen werden jetzt einem einzigen Ort zugerechnet.

Bezogen auf Länderebene funktioniert die Zuordnung recht genau. Allerdings war die Auswertung auch vorher mit Vorsicht zu genießen. Bei Zugriffen über Firmennetzwerke oder das Mobilnetz kann der Ort häufig nicht genau anhand der IP-Adresse bestimmt werden.

Die IP-Kürzung hat glücklicherweise keine Auswirkung auf die Berechnung der Visits, da diese anhand von Cookie-Daten arbeitet. Die Daten vor und nach der Umstellung bleiben somit vergleichbar. Auch sonst speichert Google Analytics sämtliche Daten – etwa Inhalte, Kampagnen, Referrer und interne Suche – wie bisher.

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3 Kommentare
viktordite
viktordite

alt aber gut zusammengefasst!

Markus Vollmert

Ich hab weitere Codebespiele, unter anderem zum Proxyscript, auf meinen Blog gestellt
http://www.econtrolling.de/datenschutz-google-analytics/

Sascha

Sehr gut beschrieben. Wenn ich das richtig sehe ist in den Codes, die Analytics aktuell ausliefert die Anonymisierung schon drin, oder?