Startups

Lukasz Gadowski über deutsche Startups, Trends und die Finanzkrise: „Das wichtigste ist ein Kopf, der sagt wo’s lang geht“

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T3N Magazin: Haben Sie das Gefühl, dass Universitäten und Hochschulen in Deutschland genug tun, um ihren Studenten Gründergeist einzuhauchen?

Lukasz Gadowski: Auf keinen Fall. Die tun im Prinzip gar nichts in diese Richtung. Nehmen wir mal BWL als Beispiel: Es gibt in Deutschland Heerscharen von BWL-Studenten – und alle werden zu Wissenschaftlern ausgebildet. BWL ist aber keine Wissenschaft, das ist ein Handwerk. Physik ist eine Wissenschaft. IT ist irgendetwas dazwischen, aber im Prinzip ist es ja auch eher praktisch orientiert und wird auch so gelehrt. Aber besonders im Bereich BWL ist die Lehre ein Witz. Viele Studenten wollen später ihr Business machen, also sollte man sie auch dazu ausbilden.

T3N Magazin: Gibt es positive Beispiele für Bildungseinrichtungen mit Gründerfokus?

Lukasz Gadowski: In Richtung Unternehmertum eigentlich gar nicht oder kaum. In Richtung Praxisorientierung stechen die Privatuniversitäten etwas hervor, zum Beispiel die WHU in Vallendar bei Koblenz, die HHL in Leipzig oer das das Hasso Plattner Institut in Potsdam. Das läuft zwar eher in Richtung Beratung und Investment Banking und nicht in Richtung Unternehmertum, aber das ist schonmal ein Schritt in die richtige Richtung. Und dann gibt es an einzelnen Stellen noch Initiativen, wie zum Beispiel die UnternehmerTUM in München (Zentrum für Innovation und Gründung, Anm. d. Red.). Aber eben nichts in der Breite.

T3N Magazin: Sie bezeichnen Ihr Anfang September gegründetes Unternehmen „Team Europe Ventures“ als „Internet Konglomerat“, vermutlich auch wegen der vielen Themenbereiche, in denen Sie aktiv sind. In welchen Bereichen sehen Sie derzeit besonders interessante Gründungen?

Lukasz Gadowski: Da gibt es verschiedene. Zum einen alles, was irgendwie transaktionsorientiert ist. Das können E-Commerce-Modelle, Marktplatzmodelle oder auch Spiele sein, die transaktionsorientiert sind, zum Beispiel Browserspiele. Auch Werbemodelle in den Bereichen Community oder Content sind nicht uninteressant, aber sehr schwierig, da würde ich selber nichts gründen, sondern nur in Sachen investieren, die schon laufen. Zum anderen wird der Bereich Mobile im Laufe des nächsten Jahres ein großes Thema werden und in 2010 den endgültigen Durchbruch erlangen. Zuletzt sind natürlich nach wie vor technikorientierte Sachen interessant, bei denen jemand eine neue Technologie auf den Markt bringt und an der Speerspitze des Internets Probleme löst. Das Beispiel FON finde ich persönlich sehr cool, da hier jemand den Bedarf nach einer möglichst flächendeckenden Wifi-Abdeckung erkannt hat und das Thema angegangen ist.

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Ein Kommentar
Jan Christe

Viele Interessante Tipps, die Lukasz hier gibt. Weitere gibts unter anderem hier auf t3n online.

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