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Adblock Plus: Microsoft integriert deutschen Werbeblocker weltweit in Edge Mobile

Im mobilen Bereich spielen Werbeblocker bislang keine allzu große Rolle. (Bild: Shutterstock)

Microsoft liefert ab sofort die Mobilversion seines Edge-Browsers mit dem Werbeblocker Adblock Plus aus. Der filtert deutlich mehr Inhalte heraus als der Werbefilter von Chrome. Warum das trotzdem für die Werbewirtschaft egal ist.

Es war schon ein bemerkenswerter Schritt, dass Google Chrome von Haus aus einen Werbeblocker mitbrachte – schließlich basiert ein Großteil des freien Internets auf Werbefinanzierung durch Online-Ads. Doch Microsoft geht mit seinem Edge-Browser jetzt noch einen Schritt weiter. Edge wird jetzt in den Versionen für iOS und Android ab der kommenden Version den Werbeblocker Adblock Plus enthalten.

Wie The Verge berichtet, lässt sich der Werbeblocker einfach über die Einstellungen aufrufen, ohne dass ein Addon nachinstalliert oder konfiguriert werden muss. Standardmäßig unterdrückt Adblock Plus deutlich mehr Werbung als beispielsweise der Werbefilter von Chrome – laut einer Untersuchung von Eyeo sind es 93 Prozent gegenüber 16 Prozent aller Werbeeinblendungen. Das war auch der Grund, weswegen nicht nur Nutzer, sondern auch der Adblock-Plus-Hersteller Eyeo in der Vergangenheit das Google-Produkt kritisiert hatten. Mozilla Firefox schließlich hat zwar ebenfalls inzwischen einen Werbeblocker, der aber nur für die In-Private-Sessions anwendbar ist.

Ritterschlag für Adblock Plus

Eyeo, das deutsche Unternehmen, das hinter Adblock Plus steht, war in der Vergangenheit oft umstritten. Zahlreiche Verlage und Medienhäuser hatten die Kölner wegen ihres fragwürdigen Geschäftsmodells verklagt, vor Gericht allerdings in nahezu allen Punkten nicht Recht bekommen. Für Eyeo ist der Schritt Microsofts also in der Tat eine Art Ritterschlag, zumal der vor allem im deutschsprachigen und europäischen Raum populäre Werbeblocker so weltweit eine Rolle spielen wird.

Dennoch ist der Marktanteil von Edge eher niedrig, auch wenn Microsoft Edge standardmäßig auch mit den aktuellen Windows-Installationen kommt. Auch im Mobile-Bereich liegt der Browser weit abgeschlagen hinter Chrome und Firefox. Der unter Android vorinstallierte Chrome bringt es aktuell 52,7 Prozent, Safari hat (aus demselben Grund) 28,2 Prozent Marktanteil, Edge, Opera und Firefox hingegen rangieren mit unter zwei Prozent ganz hinten. Einen merklichen Effekt in Form von Reichweitenverlusten dürfte der neue Adblocker unter Edge auf die Werbewirtschaft also nicht haben.

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