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iMac ohne Mac: Apples Studio Display im Test

Ähnlich wie beim neuen Mac Studio handelt es sich beim Studio Display um einen lange gehegten Wunsch vieler Nutzer von Apple-Hardware. Wir konnten den Bildschirm testen und verraten euch, ob der Preis gerechtfertigt ist.

Von Sébastien Bonset
6 Min. Lesezeit
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Apple Studio Display am Macbook Pro. (Bild: Apple)

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Für viele Jahre war das LG Ultrafine 5K Display die einzige erschwingliche Option für einen auf Macs abgestimmten Monitor. Zwar stellte Apple mit dem Pro XDR 6K ein Display aus dem eigenen Hause vor, doch mit einem Preis von ab 5.500 Euro *liegt der Bildschirm weit außerhalb dessen, was selbst viele Profis bereit sind zu zahlen. Das ist die Basis dafür, dass sich viele Nutzer gewünscht haben, dass der Konzern ein 5K-Display wie im aktuellen iMac als Standalone-Variante auf den Markt bringt.

Design und Anschlüsse

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Bei der Verarbeitung macht Apple beim Studio Display keine halben Sachen. Im Vergleich zu herkömmlichen Displays, die aus Plastik gefertigt sind, besteht das Studio Display komplett aus Metall und Glas. Dabei ist es verhältnismäßig dünn.

Das Design ist typisch elegant mit einem silbernen Gehäuse und einem Standfuß aus Aluminium. Es erinnert stark an den iMac. Der Standard-Fuß erlaubt eine Neigung von minus 5 bis plus 25 Grad, aber lediglich die Nutzung im Landscape- und nicht im Porträt-Modus. Wer auf einen höhenverstellbaren Fuß Wert legt, muss auf den Preis von 1.750 Euro nochmals rund 450 Euro drauflegen, während die Variante mit Vesa-Mount ohne Aufpreis zu haben ist. Wer weniger reflektierendes Nanotexturglas will, zahlt 250 Euro mehr.

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Apple Studio Display – die Optionen. (Bild: Apple)

Das Studio Display bietet vier Anschlüsse. Beim Display-Input handelt es sich um einen Thunderbolt-4-Port, der 95 Watt bietet. Dazu gesellen sich drei USB-C-Ports mit einer Übertragungsrate von bis zu zehn Gigabyte pro Sekunde. Buttons sucht man vergeblich, da das Studio Display weder einen Power-Button noch irgendwelche Regler für Helligkeit, Kontrast oder Lautstärke bietet. Das schränkt natürlich die Kompatibilität erheblich ein, sobald man sich aus dem Apple-Kosmos bewegt.

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Kompatibilität

Möchte man das Studio Display mit einer Windows-Maschine nutzen – was durchaus möglich ist –, kann man die Einstellungen nicht ändern. Auch Features wie Center Stage und Spatial Audio sind dann nicht nutzbar. Damit disqualifiziert sich der Screen allerdings selbst für alle Nutzer, die berufsbedingt zwischen MacOS und Windows oder Linux wechseln müssen. Wechselt man vom Mac zu Windows, verbleiben Einstellungen wie Kontrast und Helligkeit auf denen, die man zuletzt am Mac eingestellt hat. Lediglich die Lautstärke lässt sich dann noch verändern.

Wer einen PC mit Nvidia nutzt, kann im Control-Panel zumindest die Auflösung, das Farbformat und die Bit-Tiefe anpassen. Auf dem Mac sieht das natürlich anders aus, denn hier überzeugen nicht nur Center Stage und der überragende Sound mittels Spatial Audio, sondern auch die verfügbaren Farbprofile und die Kalibrierung des Weißpunkts. Alle Einstellungen lassen sich im Display-Menü von MacOS vornehmen.

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Eigenschaften

Das Studio Display hat eine native Auflösung von 5.120 mal 2.880 bei 218 Pixeln pro Zoll. Es bietet eine Helligkeit von 600 Nits und unterstützt P3 Color Gamut und True Tone. Aufgrund der maximalen Helligkeit fehlt allerdings ein HDR-Modus, auch eine hohe Bildwiederholrate oder Promotion bietet das Display nicht. Nichtsdestotrotz glänzt der Screen mit einer sehr guten Bildqualität, satten Farben und einem guten Kontrast. Zur Bildqualität erfahrt ihr weiter unten mehr.

iPhone-Chip unterstützt das Studio Display

Das Studio Display beinhaltet einen A13, der auch im iPhone 11 verbaut ist. Es gibt gleich drei Gründe, warum es im Fall dieses Produkts sinnvoll ist, ein System-on-a-Chip zu verbauen: Center Stage, Spatial Audio und Siri.

Magic Keyboard und mehr: Apple hat farblich passendes Zubehör für sein Studio Display angekündigt. (Bild: Apple)

Das Studio Display bietet eine Zwölf-Megapixel-Kamera mit Weitwinkel und der Möglichkeit, Center Stage zu nutzen. Auf diese Weise ist der Nutzer stets in der Bildmitte zentriert, auch wenn er sich bewegt. Dank des A13 steht Center Stage auch dann zur Verfügung, wenn ein älterer Mac an das Display angeschlossen ist. Ähnlich verhält es sich auch mit Spatial Audio, das dank des A13 und insgesamt sechs Lautsprechern zu einem immersiven und für ein Display außergewöhnlich überzeugenden Sound führt.

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Wir würden uns allerdings wünschen, dass Apple den A13 auch noch für weitere Features nutzt. So könnte man mit Hilfe des SoC das Studio Display durchaus zu einem unabhängigen Abspielgerät für Apple TV verwandeln.

Licht und Schatten: Sound und Webcam

Besonders aufgrund des weiterhin vorherrschenden Homeoffice empfanden wir Center Stage als nützliches Feature, allerdings fiel es uns schwer, die Qualität endgültig einzuschätzen, denn es gab einige Probleme mit der Bildqualität der Webcam im Studio Display. Selbst bei guten Lichtverhältnissen wirkte das Bild der Kamera verwaschen und rauschte merklich. Ähnliche Erfahrungen haben auch andere erste Tester gemacht. Laut Apple soll sich die Qualität mit einem Update verbessern. Bis es allerdings so weit ist, können wir uns kein abschließendes Urteil bilden.

Display-Studio Folgemodus

Der Folgemodus bei Center Stage funktioniert dank eines integrierten A13-Chips. (Bild: Apple)

Anders sieht es mit dem Soundsystem des Studio Displays aus, von dem wir sehr angetan sind, da es deutlich besser ist als in handelsüblichen Monitoren. Zwar lässt sich der Sound der sechs Lautsprecher nicht mit dem dedizierter Speaker vergleichen, aber für einen Monitor empfanden wir die Klangqualität und Lautstärke dennoch bemerkenswert.

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In der Logik von Apple versucht das Unternehmen offensichtlich, den 27-Zoll-iMac mit dem Studio Display in Kombination mit dem Mac Studio, einem Mac Mini oder einem Macbook zu ersetzen. Das dürfte auch der Grund dafür sein, warum man in Cupertino so einen großen Fokus auf Features wie überragende Lautsprecher, eine Webcam und wirklich solide Mikrofone setzt, die sich sonst nur in Displays für Fotografen oder Videografen finden.

Farbtreue und Schwarzwert

Zwar handelt es sich beim Studio Display nicht um ein echtes Zehn-Bit-Panel wie beim Pro Display XDR, aber das Acht-Bit-Panel bietet ähnlich wie die Panels im Macbook Pro mit 14 und 16 Zoll Frame-Rate-Control. In unserem Test verhielt sich das Studio Display vorbildlich und glänzte mit einer sehr guten Farbtreue – wir prüften zwei unterschiedliche Einstellungen. Sowohl beim Default-Setting P3 mit 600 Nits als auch beim Photography-Profil wurden fast 99 Prozent DCI-P3 und rund 85 Prozent Adobe-RGB beim Gamut abgedeckt.

Apple Studio Display am Macbook Air. (Bild: Apple)

Natürlich könnte man argumentieren, dass der Tonumfang bei dem Preis breiter sein könnte, aber 99 Prozent ist wirklich nicht schlecht. Wenn man das dann mit der Konsistenz über das ganze Display sowie der Farbtreue sieht, wird deutlich, dass sich das Studio Display sehr wohl für Fotoprofis eignet.

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Bei den Schwarzwerten konnte uns das Studio Display leider weniger überzeugen. Moderne Bildschirme können echtes Schwarz darstellen, und dafür gibt es unterschiedliche Techniken, von denen auch Apple einige, zum Beispiel in anderen Produkten, nutzt. Leider kommt davon nichts im Studio Display zum Einsatz, da es sich um ein herkömmliches hintergrundbeleuchtetes LED-Display handelt. Bei normaler Nutzung und ausreichend Umgebungslicht stört das weniger, ist aber ziemlich offensichtlich, wenn man beispielsweise einen Film in einem ansonsten dunklen Raum ansieht. Das Schwarz wirkt auf dem Studio Display dann dunkelgrau. Bedauerlich ist auch die maximale Bildwiederholrate von 60 Hertz – zumal auch hier in anderen Produkten wie dem iPad Pro, dem iPhone 13 Pro oder aktuellen Macbook Pros mehr geht.

Fazit

Das Studio Display ist trotz unserer Kritik ein empfehlenswerter Monitor, der allerdings auch recht teuer ist. Das ist besonders für kreative Profis ärgerlich, die auch mit einem Display ohne zusätzliche Features wie Webcam, Center Stage, Spatial Audio und Siri-Support glücklich wären. Denn eins ist klar, seine Stärken spielt der neue Screen besonders bei der Bild- und Videobearbeitung sowie beim Grafik-Design aus.

Das Studio Display ist erstklassig verarbeitet, bietet ein tolles Design und ist unter dem Strich ein guter Allrounder. Ob der Preis im Einzelfall gerechtfertigt ist, muss wohl jeder selbst entscheiden. Insgesamt handelt es sich beim Studio Display um genau das, was viele Apple-Nutzer seit Jahren fordern: Das Display des 27-Zoll-iMac ohne den Rechner. Mit Sicherheit hätte der Preis auch geringer ausfallen können, hätte Apple den A13, die Webcam und Lautsprecher weggelassen, aber es ist davon auszugehen, dass das Unternehmen diesbezüglich in der Zwickmühle war. Immerhin bringt der neue und zeitgleich vorgestellte Mac Studio diese Features selber ja nicht mit. Die Highlights – auch im Vergleich zu vielen Konkurrenzprodukten – sind die Farbtreue des Displays in Kombination mit 5K sowie einer Helligkeit von 600 Nits und die hochwertige Verarbeitung. Diese Kombination findet man bei anderen Herstellern aktuell eher selten.

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