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Augmented Reality im Marketing: Eine zähe Entwicklung

(Bild: Shutterstock)

Seit es das Smartphone gibt, gibt es die Idee von Augmented Reality. In Unterhaltung, Spielen oder Tourismus hat sich das Format etabliert. Im Marketing nicht. Eine Bestandsaufnahme.

Die Marktforscher von Data Bridge erwarten, dass der globale Markt für Augmented-Reality-Anwendungen in den nächsten fünf Jahren auf knapp 100 Milliarden US-Dollar wächst. Das Wachstum wird vor allem getrieben von der Gesundheitsbranche und der Industrie, dazu kommen in Richtung Endkunden Sport und Unterhaltung. Aber wo bleibt eigentlich das Marketing?

Rückblende. Der „Erfinder“ von Augmented Reality war ein Deutscher. 2009 entwarf Julian Koschwitz das erste Papiermagazin mit digitaler Direktverlängerung. Im Hause des Modefabrikanten Benetton arbeitete Koschwitz als Interaction-Designer bei Fabrica, einem digitalen Thinktank. Und das Heft war eine Ausgabe des provokanten Jugendmagazins Colors. Auf 15 Seiten des Magazins prangte ein Marker, den der Browser als Link interpretierte und Videos, Bilder oder Textschnippel über der Magazinseite schweben ließ.

Vor zehn Jahren testete Julian Koschwitz, wie man Print mithilfe von AR anreichern kann. (Foto: Fabrica.it)

Koschwitz war natürlich nicht der Erfinder der Technologie. Aber die Colors-Umsetzung galt als Meilenstein in der Entwicklung, weil es erstmals gelungen war, ohne den vorherigen Download riesiger Apps Augmented Reality zu realisieren. Koschwitz setzte auf eine zwar proprietäre, aber dennoch verbreitete Technologie namens Flash – die älteren Leser mögen sich erinnern. Und das Colors-Beispiel zeigt erstmals, dass AR sogar Mehrwert stiften kann.

Für kurze Zeit entfaltete sich ein kleiner Hype um die Technologie und auch das Marketing war mit von der Partie. 2012 publizierte Ikea seinen ersten Katalog mit Augmented Reality und erntete dafür nicht nur Lob. Man konnte Regalschubladen virtuell öffnen und sehen, dass sie tatsächlich leer waren.

Platzhirsch der Szene war die Münchner Softwareschmiede Metaio, die kurzzeitig sogar einen eigenen AR-Webbrowser ins Rennen warf. Doch außer Einzelprojekten kam der Markt nicht richtig in Fahrt. 2015 verkaufte man an Apple. Zeitgleich machte Steve Jobs sich auf den Kreuzzug gegen Flash und die Entwicklungspower floss in andere Richtungen.

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