Kolumne

„Biotech wird wieder sexy“: Wie Biotech-Startups nicht nur in der Coronakrise helfen können

(Grafik: t3n)

Unsere Kolumnistin Aya Jaff meldet sich aus der selbstgewählten Quarantäne zurück und stellt euch in ihrer „Tech for Future“-Kolumne Cellbricks vor. Ein spannendes Biotech-Startup, das nicht nur in der Coronakrise Hoffnung macht.

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ich melde mich zurück aus der freiwilligen Quarantäne und hoffe sehr, dass es euch gut geht! Wie ihr wisst, geht es in meiner Kolumne um Technologien der Zukunft, die unser Überleben auf der Welt sichern. In diesem Zusammenhang bin ich auch auf der Suche nach neuen Ideen über verschiedenste Kontakte auf das Unternehmen Cellbricks gestoßen. Ich durfte sie besuchen und ein paar Tage intensiv bei der Arbeit begleiten. Kurz nach meiner Erfahrung dort ist die große Pandemie ausgebrochen. Die Coronakrise hat mich noch einmal zum Unternehmen geführt, da viele relevante Themen aufgetaucht sind, die während der Krise nun zum Vorschein kommen. Mit dem Gründer Lutz Kloke habe ich über den großen Hoffnungsträger Bioprinting gesprochen.

Worum geht es beim Bioprinting?

Das Unternehmen Cellbricks ist im Bereich Bioprinting aktiv, was bedeutet, dass sie mit lebendem Material drucken. Konkret hilft das Unternehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit mit Hilfe ihrer Technologie kleine lebende Miniorgane zu drucken. Wozu ist das gut? Diese Miniorganmodelle werden entweder dafür eingesetzt, Arzneimittel zu entwickeln oder für verschiedenste Tests herangezogen.

Der Gründer erklärte, inwiefern sein Geschäftsmodell in Zeiten von Corona Sinn ergibt: „Das heißt du könntest dir ein Modell bauen, das du mit Corona infiziert und dann versuchen zu therapieren. Wenn du dann ganz viele Modelle nebeneinander stellst, kannst du diese dann idealerweise miteinander vergleichen und so herausfinden, welche Therapie am besten angeschlagen hat“, sagte mir Kloke.

Cellbricks kann viele namhafte Kunden über die vergangenen Jahre vorweisen und ist ein Biotech-Startup, das noch viel höher hinaus will. Ich möchte wissen, wie Corona ihre Branche beeinflusst. „Ich habe den Eindruck, jeder möchte etwas machen und irgendwie helfen, aber es ist alles insgesamt noch zu unkoordiniert“, sagt Kloke. So habe er E-Mails von verschiedensten Netzwerken bekommen, die alle dieselbe Bitte haben: „Die EU bittet darum, Masken und/oder Beatmungsgeräte zu drucken und zu produzieren. Diese Herangehensweise finde ich ehrlich gesagt etwas unkoordiniert, denn, wenn man ernsthaft jemanden erreichen will, dann kann niemand deine Fragen beantworten“, sagt Kloke.

Viel besser wäre es in seinen Augen, wenn sich lokale Verbünde zusammentun würden und die Kommunikation nicht global abgewickelt wird. Tatsächlich hilft Cellbricks aber natürlich auch trotz der schlechten Kommunikation, wo es kann. „Wir sprechen verschiedenste Unternehmen und Wissenschaftler an, um ihnen unsere Technologie näher zu bringen und geben ihnen bei echtem Bedarf auch unserer Produkte umsonst raus“, sagt der Pharmazeut mit einer Selbstverständlichkeit in der Stimme. Doch auch das Startup selbst hat zu dieser besonderen Zeit, wie so viele andere Unternehmen auch, seine eigenen Probleme. So gehört Zoom durch den nationalen Shutdown zum Arbeitsalltag vieler. Auch der Gang ins Labor ist nur noch vereinzelt und zu besonderen Zeiten möglich. „Wir müssen uns gerade an die Situation gewöhnen – unmöglich ist es nicht, aber es fordert einen schon heraus“, so Kloke.

Deutschland als Standort für Deeptech-Unternehmen – ein realistischer Wunsch?

Mit Herausforderungen kennt sich Kloke nur zu gut aus. Mit einer Biotech-Idee Investoren von zu sich zu überzeugen, ist eine Aufgabe, der er sich auch vor Corona stellen musste. Denn selbst wenn es ihm gelingt, in der breiten Öffentlichkeit Interesse für seine Idee zu wecken, schrecken heimische Investoren immer noch häufig vor Biotech zurück. Stattdessen sind deutsche Startups, wie die von Kloke, immer öfter auf ausländische Investoren angewiesen.

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