Analyse

Bitcoin: Die ultimative Einführung in die Kryptowährung

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Wie der Bitcoin die Bühne betritt: Ein Reise durch die Geschichte der Währungen

(Foto: Shutterstock/Rocksweeper und 123dartist, Montage: t3n)

(Foto: Shutterstock/Rocksweeper und 123dartist, Montage: t3n)

Doch wie kann eine Sammlung von Bits und Bytes zu einer Währung werden? Wieso sind Bitcoins eigentlich überhaupt etwas wert? Die Antwort auf diese Frage hat eigentlich wenig mit dem Bitcoin selbst zu tun, sondern mehr mit der Geschichte des Geldes – oder besser gesagt: mit der Geschichte der Währungen.

Zwischen 9.000 und 6.000 vor Christus war der direkte Tauschhandel üblich, so wurde mal eben ein neuer Tisch gegen eine Kuh getauscht. Tische gegen Kühe ist für den Handel auf Dauer eine etwas beschwerliche Methode. Aus der puren Notwendigkeit heraus entstanden deshalb in den späteren Abschnitten dieser Periode Warengelder wie Getreide und Gemüse als Tauschmittel. Die Menschheit entwickelte sich ab hier schneller, um 1.200 vor Christus tauchten die ersten Muscheln als Währung auf, die schon 500 vor Christus schließlich von Münzen aus Gold, Silber und anderen Metallen abgelöst wurden. China, das schon bei den Muscheln die Nase vorne hatte, brachte schließlich um 800 nach Christus das erste Papiergeld heraus.

Surkov Dimitri / Shutterstock.com

Vor der Einführung des Geldes wurden Waren getauscht. (Foto: Surkov Dimitri / Shutterstock.com)

Geld wird durch eine gesetzliche Regelung zum Bestandteil einer Währung, die Regeln überwacht eine zentrale Einrichtung, im EU-Binnenraum ist die Geldordnung in die Hände der nationalen Zentralbanken gelegt worden, die mit der übergeordneten Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen ein System bilden, das über das Wirtschaftsleben der EU wacht und es mit verschiedenen Maßnahmen steuert, um seine Geld- und Wirtschaftspolitik umzusetzen.

Geld ist nichts wert.

Um von der Währung wieder zurück zum Geld zu kommen: Bei dieser kleinen Geschichtsreise sind uns zwei Geldsysteme begegnet: das Warengeld und das Fiatgeld. Warengeld besitzt in sich schon einen Wert, egal ob man es als Währung betrachtet oder nicht. Eine Kuh bleibt eine Kuh und eine Goldmünze kann man einschmelzen, der Goldwert aber bleibt unvermindert erhalten. Anders sieht es mit dem Fiatgeld aus, wie es schon der Name ahnen lässt, der sich vom lateinischen „Es werde“ ableitet: Das Fiatgeld besitzt in sich keinen Wert, sondern wird durch allgemeine Vereinbarung zum Ersatz für das Warengeld, zum neuen Tauschmittel. Ein Staat definiert eine Währung und einen Wert – und jeder, der am öffentlichen Handel teilnimmt, muss diesen Wert akzeptieren.

Die Regierung verspricht dabei, den Wert der von ihr herausgegebenen Währung zu sichern. Besonders plastisch demonstriert das Großbritannien: Auf der englischen Fünf-Pfund-Note ist neben dem Konterfei der Queen der albern anmutende Satz „Ich verspreche dem Besitzer den Gegenwert von 5 Pfund zu bezahlen“ zu finden. Und wir, die Handelsteilnehmer, wir vertrauen auf dieses Versprechen.

(Grafik: Bank of England)

„I promise to Pay the Bearer on demand the sum of five Pounds.“ (Grafik: Bank of England)

Vertrauen verleiht Geld einen Wert.

So liefert eine der wenigen gemeinsamen Eigenschaften von Fiatgeld und Bitcoin auch die Erklärung dafür, wieso Bitcoins überhaupt etwas wert sind: Die Bitcoin-Community vertraut auf den Bitcoin und durch die gemeinsame Vereinbarung, den Bitcoin zu nutzen und zu akzeptieren, wird Bitcoin zum Geld. Und durch die vorgegebenen Regeln des Bitcoin-Systems, die quasi eine Währungsordnung bilden, wird Bitcoin sinngemäß zur Währung.

Welche Schwierigkeiten sich beim Erschaffen einer Währung ergeben

Wer eine Währung erschaffen will, noch dazu eine digitale Währung, muss dabei allerdings eine Menge bedenken. Angefangen bei den Mechanismen, die verhindern, dass das nur virtuell vorhandene Geld nicht gefälscht oder gar doppelt ausgegeben wird, muss, in Gedenken an die stark inflationäre Kaffeetasse, auch verhindert werden, dass unkontrolliert in Unmengen Geld erzeugt wird. Außerdem müssen technische Probleme gelöst werden – von der Sicherung über die Verarbeitung der Transaktionen bis hin zur sicheren Verwaltung dieser Transakionen –, ohne dabei eine zentrale Instanz einzurichten, die den Nutzern die Kontrolle des neuen Währungssystems aus der Hand nimmt.

Nakamoto hat mit seinem Bitcoin-System, bestehend aus dem Bitcoin-Protokoll, der Bitcoin-Infrastruktur und dem Bitcoin selbst, ein Währungssystem geschaffen, das Lösungen für diese Schwierigkeiten bietet – auch wenn bisher noch Schwachstellen bekannt sind.

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4 Kommentare
Sebastian

@t3n: Toller Artikel, ich vermisse aber eine Option um mir den kompletten Artikel auf einer Seite anzeigen zu lassen. So muss ich, wenn ich den Artikel ausdrucken will, alle 5 Seiten nacheinander ausdrucken. Das ist eindeutig uncool! :)

Antworten
Andre

Hi.
Alles gut und schön. Leider ist das nur ein Aspekt im Gesamtkontext. Mir wird zu kurz auf das Wesen von Geld eingegangen.

Vielen ist nicht bewusst, dass Alles miteinander verbunden ist. Eben auch Geld. Geld ist IST sogar die „Wurzel allen Übels“, ist es das Machtinstrument für diese Welt.
Wer die Welt verstehen will, muss immer wieder die Frage stellen „Cui Bono?“.
Warum müssen wir die Hoheit über unsere eigene Währung (=Souveränität) an Banken und Investmenthäuser, also am Ende an die USA, und zu guter Letzt der FED (und Ihre Privatbanken!!!) abgeben…?!
Hier liegt der Schlüssel!

„Mir ist egal, welche Marionette auf dem englischen Thron sitzt und das britische Weltreich regiert. Ich kontrolliere die Geldmenge. Und wer die britische Geldmenge kontrolliert, kontrolliert auch das britische Empire.“
Mayer Amschel Rothschild

Ein weiteres Problem ist, dass keiner mehr weiß, wo „Geld“ herkommt und wie es entstanden ist. Ich empfehle hierzu das sehr gute Video vom „Goldschmied Fabian“.
Was heute ein Papierfetzen ohne Wert ist, hatte früher einen echten Gegenwert (!), wurde jedoch immer weiter aufgeweicht.
Cui Bono?
Damit das für die Banken profitable System, immer weiter funktionieren kann, wurde der Gegenwert ständig weiter abgeschafft, von der Golddeckung über den Zugriff auf alle Bankkundengelder (Glass-Steagal-Act) und dem laufenden Versuch Bargeld (=persönliches Eigentum) dem bargeldlosen Zahlungsverkehr (=Forderung an die Bank) gleichzusetzen.

Das „Finanzsystem der Banken“ beruht auf virtuellen Schulden der Masse (Deckung dzt. ca. 10%), die mit echter produktiver Arbeit aus dem realen Leben, als Zins, der in Allem steckt, bezahlt werden müssen. Der Grund, warum die Verhältnisse immer schlechter werden und die Schere Arm/Reich immer weiter aufgehen MUSS! Weiter benötigt es immerwährendes Wachstum benötigt, um den exponentiell steigenden Zinseszins zu finanzieren (JEDE Währung MUSS in diesem System irgendwann scheitern!).

Ändert das System. Wir übernehmen wieder die Hoheit über unsere Souveränität, die Währung. Und jetzt kommen die Denker dran…
Ein Ansatz sind Kryptowährungen, weshalb die „Zentralbanken“ diese auch argwöhnisch begutachten und verfolgen.

Die große Gefahr bei Onlinegeld, insbesondere bargeldlosen Zahlmethoden, ist häufig der Verlust der Freiheit.
Jeder kann dann jederzeit mit „Terrorismusbekämpfungs-Klauseln“, die mit FalseFlag-Aktionen (9/11, Terroraktioen) selbst initiiert werden – und jetzt haben wir einen Blick von oben auf die Zusammenhänge! – ganz einfach abgeschaltet werden.
Der Film „Das Netz“ gab hierzu vor Jahren bereits ein Beispiel hierfür.
Es wird immer reale Parallelwährungen (Zigaretten, Schnaps, Muscheln, Edelmetalle) geben.
Bitcoin ist letztlich entstanden, als Folge und Reaktion auf die Verfehlungen dieses „Banken-Finanzsystems“.
Lasst uns also das System ändern, statt immer nur darauf zu reagieren.

Gruß André

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schimanski
schimanski

Sehr geehrter Herr Fuchs, Ihr Artikel ist einfach genial und die beste und ausführlichste Erklärung/ Beschreibung des Bitcoins, die ich ich im Netz gefunden habe. Einfach super! Vielen Dank dafür und viele Grüße

Antworten
Jochen G. Fuchs

Vielen herzlichen Dank, das freut mich.

Viele Grüße
Jochen Fuchs

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