Analyse

Bitcoin: Die ultimative Einführung in die Kryptowährung

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Bitcoins nutzen: So laufen Transaktionen ab

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(Grafik: Shutterstock)

Im folgenden Abschnitt klären wir, wie Transaktionen zwischen Bitcoin-Nutzer abgewickelt und durch das Netzwerk verarbeitet werden. Einen etwas anwendungsbezogeneren Ansatz findest du in unserem Bitcoins rechtssicher und sinnvoll in deinen Onlineshop als Zahlungsart integrieren kannst“.

Um Bitcoins zu nutzen, benötigt jeder Nutzer eine Wallet. Bei der ersten Installation generiert sie einen „Private Key“ oder „Seed Key“. Er ist wichtig, denn er gibt Zugriff auf die Wallet. Wer den Key hat, kann die dort einsehbaren Bitcoins ausgeben. Die Wallet dient zur Verwaltung der Bitcoin-Guthaben, die in der Blockchain verzeichnet sind. Dieser Punkt ist wichtig, denn im Gegensatz zum umgangssprachlichen Gebrauch sind in einer Wallet technisch gesehen keine Bitcoins gespeichert. Im ihr werden die Bitcoin-Adressen verwaltet, die für den Empfang von Bitcoins dienen. Denn: Empfangene Bitcoins sind fest an eine Adresse gebunden, ihr Wert in Bitcoins ist in der Blockchain verzeichnet. Bitcoin-Adressen sind also keine Kontonummern, sondern Transaktionsadressen. Durch die Sammlung aller Transaktionsadressen gibt die Wallet Auskunft über das Gesamtguthaben des Besitzers.

Ein Beispiel: Peter generiert für Paul und Maria zwei Bitcoin-Adressen, Paul transferiert fünf Bitcoins (BTC) und Maria sechs Bitcoins (BTC). Peters Wallet zeigt jetzt das kumulierte Guthaben seiner Bitcoin-Adressen an: elf Bitcoins (BTC).

Erstellt ein Nutzer eine Transaktion, gibt er den Betrag ein, die Empfänger-Bitcoin-Adresse und entweder seinen „Seed Key“ oder – falls er eine benutzerfreundliche Wallet verwendet – ein Passwort. Je nach Wallet wird jetzt automatisch oder manuell eine Information in die Transaktion eingefügt, wie viele Transaktionsgebühren der Nutzer bereit ist für diese Transaktion an einen Miner zu bezahlen, damit er sie verarbeitet. Die Transaktion wird von der Wallet, die – wie schon erwähnt – entweder eine Node oder auch nur eine Wallet sein kann (SPV-Client), an die umliegenden Nodes weitergegeben, die diese Transaktion anhand festgelegter Kriterien auf ihre Gültigkeit prüfen und im Transaktionspool der Node speichern und an weitere Nodes im Netzwerk weiterreichen.

Jetzt setzt in den meisten Wallets ein Geschehen ein, das schon für Bitcoin-Verluste bei Nutzern gesorgt hat: Die Wallet nimmt bei der Transaktion den Bitcoin-Wert der Adresse, transferiert den eingegebenen Betrag zur Empfänger-Adresse, den verbleibenden Betrag auf eine „Change-Adresse“ – also sozusagen eine „Wechselgeld-Adresse“ – und die ursprüngliche Adresse ist mit keinen Bitcoins mehr verknüpft. Das Bitcoin-System ist nämlich nicht so ausgelegt, dass Adressen mehrfach verwendet werden – das würde hohe Risiken für Sender und Empfänger einer Transaktion bergen.

Wieso Bitcoin-Adressen nicht wiederverwendet werden dürfen? Die Blockchain ist öffentlich, jede Transaktion ist überprüfbar. Was auf der einen Seite die Vertrauensbasis des Bitcoin-Netzwerkes bildet, würde es bei der Wiederverwendung von Adressen ermöglichen, alle Transaktionen zurückzuverfolgen.

Auch hier ein Beispiel: Dein Chef überweist dir einen Bonus in Bitcoins, die du für Alkohol und Pornografie ausgibst. Mit der selben Adresse, was dazu führt, dass dein Chef in der Blockchain nachverfolgen könnte, was mit deinem Bonus passiert ist. Ein peinliches, aber noch ungefährliches Szenario, das sich allerdings sofort „bedrohlich“ verändert, sobald der Gleichung noch ein Erpresser hinzugefügt wird.

Im nächsten Schritt begegnen wir den Minern wieder, die sich aus dem Transaktionspool bedienen, um Blöcke zu generieren. Für das Verarbeiten der Transaktionen bekommen die Miner eine Transaktionsgebühr, die an jede Bitcoin-Transaktion angehängt wird.

Bitcoin lässt Nutzern die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob und wie viele Transaktionsgebühren bezahlt werden, stellt jedoch mit eigenen Gebührenregeln sicher, dass Transaktionen jeglicher Art auch wirklich verarbeitet werden: Die Transaktionen werden für die Verarbeitung priorisiert, die Priorisierung wird errechnet aus dem Alter der Transaktion und der Größe der Transaktion – damit ist nicht der Bitcoin-Betrag, sondern die Dateigröße gemeint. Eine Bitcoin-Transaktion, die aus vielen Adressen zusammengestellt wird, erzeugt beispielsweise eine größere Transaktionsdatei. In der Praxis fällt immer eine Transaktionsgebühr an, denn Transaktionen unterhalb einer Größe von 1.000 Byte werden automatisch mit einer Gebühr von 0.0001 BTC belegt.

Damit auch Transaktionen mit niedriger Priorität und niedrigen Transaktionsgebühren verarbeitet werden, sind Transaktionen mit hoher Priorität auf die ersten 50 Kilobit eines Blocks beschränkt, der Rest muss mit niedrig priorisierten Transaktionen aufgefüllt werden.

Der Miner mit einer Full Node verarbeitet jetzt mit dem Proof of Work den erstellten Block und meldet nach erfolgreicher Lösung des mathematischen Puzzles den geschriebenen Block ans Netzwerk, worauf weitere Nodes den Block aufnehmen und prüfen. Spätestens jetzt ist die Transaktion bestätigt und gilt als durchgeführt.

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4 Reaktionen
schimanski

Sehr geehrter Herr Fuchs, Ihr Artikel ist einfach genial und die beste und ausführlichste Erklärung/ Beschreibung des Bitcoins, die ich ich im Netz gefunden habe. Einfach super! Vielen Dank dafür und viele Grüße

Antworten
Jochen G. Fuchs

Vielen herzlichen Dank, das freut mich.

Viele Grüße
Jochen Fuchs

Antworten
Andre

Hi.
Alles gut und schön. Leider ist das nur ein Aspekt im Gesamtkontext. Mir wird zu kurz auf das Wesen von Geld eingegangen.

Vielen ist nicht bewusst, dass Alles miteinander verbunden ist. Eben auch Geld. Geld ist IST sogar die "Wurzel allen Übels", ist es das Machtinstrument für diese Welt.
Wer die Welt verstehen will, muss immer wieder die Frage stellen "Cui Bono?".
Warum müssen wir die Hoheit über unsere eigene Währung (=Souveränität) an Banken und Investmenthäuser, also am Ende an die USA, und zu guter Letzt der FED (und Ihre Privatbanken!!!) abgeben...?!
Hier liegt der Schlüssel!

„Mir ist egal, welche Marionette auf dem englischen Thron sitzt und das britische Weltreich regiert. Ich kontrolliere die Geldmenge. Und wer die britische Geldmenge kontrolliert, kontrolliert auch das britische Empire."
Mayer Amschel Rothschild

Ein weiteres Problem ist, dass keiner mehr weiß, wo "Geld" herkommt und wie es entstanden ist. Ich empfehle hierzu das sehr gute Video vom „Goldschmied Fabian“.
Was heute ein Papierfetzen ohne Wert ist, hatte früher einen echten Gegenwert (!), wurde jedoch immer weiter aufgeweicht.
Cui Bono?
Damit das für die Banken profitable System, immer weiter funktionieren kann, wurde der Gegenwert ständig weiter abgeschafft, von der Golddeckung über den Zugriff auf alle Bankkundengelder (Glass-Steagal-Act) und dem laufenden Versuch Bargeld (=persönliches Eigentum) dem bargeldlosen Zahlungsverkehr (=Forderung an die Bank) gleichzusetzen.

Das „Finanzsystem der Banken“ beruht auf virtuellen Schulden der Masse (Deckung dzt. ca. 10%), die mit echter produktiver Arbeit aus dem realen Leben, als Zins, der in Allem steckt, bezahlt werden müssen. Der Grund, warum die Verhältnisse immer schlechter werden und die Schere Arm/Reich immer weiter aufgehen MUSS! Weiter benötigt es immerwährendes Wachstum benötigt, um den exponentiell steigenden Zinseszins zu finanzieren (JEDE Währung MUSS in diesem System irgendwann scheitern!).

Ändert das System. Wir übernehmen wieder die Hoheit über unsere Souveränität, die Währung. Und jetzt kommen die Denker dran…
Ein Ansatz sind Kryptowährungen, weshalb die „Zentralbanken“ diese auch argwöhnisch begutachten und verfolgen.

Die große Gefahr bei Onlinegeld, insbesondere bargeldlosen Zahlmethoden, ist häufig der Verlust der Freiheit.
Jeder kann dann jederzeit mit „Terrorismusbekämpfungs-Klauseln“, die mit FalseFlag-Aktionen (9/11, Terroraktioen) selbst initiiert werden – und jetzt haben wir einen Blick von oben auf die Zusammenhänge! - ganz einfach abgeschaltet werden.
Der Film „Das Netz“ gab hierzu vor Jahren bereits ein Beispiel hierfür.
Es wird immer reale Parallelwährungen (Zigaretten, Schnaps, Muscheln, Edelmetalle) geben.
Bitcoin ist letztlich entstanden, als Folge und Reaktion auf die Verfehlungen dieses „Banken-Finanzsystems“.
Lasst uns also das System ändern, statt immer nur darauf zu reagieren.

Gruß André

Antworten
Sebastian

@t3n: Toller Artikel, ich vermisse aber eine Option um mir den kompletten Artikel auf einer Seite anzeigen zu lassen. So muss ich, wenn ich den Artikel ausdrucken will, alle 5 Seiten nacheinander ausdrucken. Das ist eindeutig uncool! :)

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