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Akkuschonend, kompatibel und zuverlässig: Was du über Bluetooth wissen solltest

Bluetooth-Symbol auf dem iPhone. Aktuell ist Bluetooth 5.0. (Foto: dpa)

Bluetooth hat sich in vielen, vor allem mobilen Geräten etabliert. Häufig dient es der Datenübertragung von A nach B. Aber wie funktioniert es eigentlich? Welche Standards gibt es, und was gilt es, bei der Sicherheit zu beachten?

Handy, Lautsprecher, Kopfhörer – Bluetooth wird auf vielen Geräten genutzt. Aber Bluetooth ist nicht gleich Bluetooth. Es gibt unterschiedliche Versionen der drahtlosen Übermittlung. Und die Übertragung ist nicht komplett sicher.

Doch zuerst die Basics: Bluetooth ist ein Nahfunkstandard, der sich vor allem dafür eignet, Zubehör wie Kopfhörer, Tastaturen oder Smartwatches drahtlos mit Smartphone oder Rechner zu verknüpfen. „Bluetooth ist zuverlässig und recht energieeffizient, weshalb es sich nur geringfügig auf die Akkulaufzeit des Smartphones auswirkt“, sagt Ronald Eikenberg vom Computermagazin CT. Durch den Einsatz des Standards Bluetooth Low Energy könne der Stromverbrauch weiter reduziert werden. Davon profitieren insbesondere kleine Geräte mit kleinen Akkus wie Wearables.

Bluetooth 1.0 ist 20 Jahre alt

Vor 20 Jahren wurden die ersten Bluetooth-Standards unter den Namen 1.0 und 1.0B veröffentlicht. Mittlerweile gibt es verschiedene Versionen, die aktuelle lautet 5.0. Mit der Zeit wurde die Störungsanfälligkeit verringert sowie Reichweite und Geschwindigkeit verbessert. Aber sind alle Versionen miteinander kombinierbar? „Grundsätzlich ist Bluetooth abwärtskompatibel, es gibt mit Bluetooth Low Energy (BLE) jedoch eine wichtige Ausnahme“, sagt Eikenberg. „Unterstützt etwa das Smartphone kein BLE, wird es nie mit Smartwatches oder Fitness-Trackern kommunizieren können, die ausschließlich BLE einsetzen.“

Lässt sich mit Bluetooth unter Wasser funken?

Gemütlich ins Schwimmbad gehen, einige Bahnen drehen und dabei unter Wasser via Bluetooth mit Bluetooth-Kopfhörern Musik hören? Eine schöne Vorstellung, die nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist. „Es gibt Bluetooth-Lautsprecher und -Kopfhörer, die unter Wasser funktionieren“, sagt Michael Knott von Netzwelt. Sie seien aber auf lokal im Gerätespeicher abgelegte Audiodateien angewiesen.Nur beim Schwimmen an der Oberfläche funktioniert die Verbindung. „Eine Nutzung von Bluetooth unter Wasser ist kaum sinnvoll möglich, da die Verbindung zwischen Sender und Empfänger wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche abbricht.“ Sportgeräte wie Smartwatches speichern ihre Daten zwischen, eine Synchronisation mit Smartphone oder PC würde dann in der Regel erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.

Bluetooth 5.0 etabliert sich langsam auf den Smartphones. Bei freier Sicht ist eine Datenübertragung bis zu einer Reichweite von 200 Metern möglich, und die Übertragungsgeschwindigkeit wurde deutlich verbessert. Damit kann es vor allem in den Bereichen Navigation, Lokalisierung und Internet eingesetzt werden. „Ein Fokus des neuen Standards liegt auf einem geringeren Energieverbrauch“, sagt Michael Knott vom Fachmagazin Netzwelt. „Die Vorteile von Bluetooth 5 zielen weniger stark auf Smartphones oder Kopfhörer, sondern eher auf das Internet der Dinge“. Das sind vor allem Smarthome-Geräte wie vernetzte Thermostate oder Staubsaugerroboter.

Airpods: Apples Bluetooth-In-Ear-Headphones in Bildern
Einmal mit einem Gerät gekoppelt, lassen sich die drahtlosen Kopfhörer auch mit anderen Apple-Geräten nutzen. (Screenshot: Apple)

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Allerdings kann auch Bluetooth 5.0 in der Bandbreite bei weitem nicht mit WLAN mithalten. „Dies hat zur Folge, dass umfangreiche Dateien, etwa hochauflösende Fotos oder Videos, bei der Übertragung per Bluetooth länger benötigen“, sagt Knott.

Bluetooth hat einen kurzen Moment mit Schwachstelle

Eigentlich ist die Datenübermittlung mit Bluetooth recht sicher, da die Verbindung zwischen zwei Geräten verschlüsselt ist. Es gibt jedoch einen kurzen Moment, in dem das System eine Schwachstelle hat und ein Zugriff von außen möglich ist. Dazu muss ein Angreifer jedoch genau in dem Augenblick eine Verbindung attackieren, in dem diese hergestellt wird. Zudem muss sich der Eindringling in Funkreichweite befinden. „Da eine Verbindung zwischen zwei Geräten nur einmalig durchgeführt wird und zudem maximal wenige Sekunden dauert, ist es höchst unwahrscheinlich, dass man durch die Bluetooth-Schwachstelle angegriffen wird“, sagt Eikenberg.

Eneby: Die Bluetooth-Lautsprecher von Ikea
(Foto: Ikea)

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt die zeitnahe Installation der vom Hersteller bereitgestellten Sicherheitsupdates, um die Schwachstellen zu schließen. Entsprechenden Schutz liefern Sicherheits-Updates für die Bluetooth-Treiber. Bei Smartphones und Tablets stecken diese im Betriebssystem. Grundsätzlich rät das BSI dazu, Bluetooth und andere Kommunikationskanäle wie etwa WLAN nur dann zu aktivieren, wenn sie tatsächlich gebraucht werden.

Von Maximilian Konrad, dpa

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