Porträt

Business-Banking in der Corona-Krise: Wie das Startup Penta andere Gründungen unterstützt

Jessica Holzbach ist Pentas CCO. (Foto: ALFA)

Erst kürzlich hat das Fintech Penta ein 18,5 Millionen-Investment erhalten, jetzt will das Startup seinen Kunden noch mehr bieten – und auch in der Coronakrise für sie da sein.

Was hat eine Açaí-Bowl mit Business-Banking zu tun? Tja, manchmal finden Gründungsideen eben ihren ganz eigenen Weg. So auch bei Jessica Holzbach und Penta. Penta ist ein Fintech-Startup, das sich auf die Bereitstellung von digitalen Firmenkonten für kleine und mittelständische Unternehmen spezialisiert hat. Für die Unternehmen soll Banking und Buchhaltung dabei so einfach wie möglich werden und wie bei anderen Neo-Banken nach dem „Ein Klick“-Prinzip funktionieren.

Bis es dazu kam, waren aber tatsächlich erstmal Açaí-Bowls nötig. Denn die waren die Grundlage von Holzbachs erster Gründungsidee-Idee. Zusammen mit zwei Kanadierinnen wollte sie von Lissabon aus ein Startup gründen, das die gesunden Frühstücksbowls anbietet. Weil die ersten Investoren in Deutschland saßen, wollten die drei Frauen auch ihr Gewerbe dort anmelden.

Ein Geschäftskonto aus dem Ausland eröffnen – unmöglich

Beschlossen, gegoogelt und festgestellt: Ein Geschäftskonto zählt zu den ersten wichtigen Schritten der Unternehmensgründung. Holzbach, die in Deutschland ihre Hausbank hatte, wollte die Kontoeröffnung einleiten. Allerdings mussten die Gründerinnen feststellen: So einfach, wie sich das Trio die Kontoeröffnung aus dem Ausland vorgestellt hatte, war das damals nicht. Alle drei mussten nach Deutschland fliegen. Flüge, Unterkunft – für ein junges Startup sind das schon schmerzhafte Kosten. Außerdem mussten die Gründerinnen nicht nur nach Deutschland reisen, sie konnten das Konto auch nicht einfach so in Holzbachs gewohnter Bankfiliale eröffnen. Sie mussten extra nach Frankfurt fahren, mit der kanadischen Staatsbürgerschaft der zwei Mitbegründerinnen konnte die kleine Bank auf dem Dorf nicht umgehen.

Teuer und ineffizient, so empfanden die Gründerinnen den Prozess zur Kontoeröffnung. Dass das noch nicht einfacher geht, machte Holzbach fassungslos. Als aus dem Açaí-Bowl-Startup schließlich nichts wurde, beschloss sie, das Banking-Problem anzugehen. Dabei war Holzbach, die heute Chief Customer Officer von Penta ist, aber nicht alleine. Fünf Köpfe stecken hinter dem Berliner Fintech, das mittlerweile über 17.000 Geschäftskunden bedient.

Wie die 5 zusammengefunden haben?

„Zwei der Gründer sind verwandt, die anderen kannten sich von der Uni – und ich war dann eben das Zufallsprinzip“, erklärt Holzbach die Entstehung des Gründerteams. Als die Mitgründerin zum Team von Penta gestoßen ist, gab es den Namen schon und eine ganz einfache Landingpage. Weil die Gründer eine Vision teilten, hat Holzbach sich Penta angeschlossen. Das Team dachte sich: „Okay, wenn wir dieselbe Idee haben, dann probieren wir es auch zusammen.“ Und seit dem Tag des ersten Treffens haben die Gründer nie mehr einen Tag ohne einander verbracht.

Klingt sehr harmonisch, war es wohl auch. Dadurch, dass alle fünf einen anderen Hintergrund hatten und alle verschiedene Kompetenzen mitgebracht haben, sei die Aufgabenteilung dann auch sehr leicht gefallen. Die Entscheidungen im Unternehmen konnten so besonders schnell gefällt werden.

Das ist bei dem Fintech für Geschäftskonten auch heute noch der Fall. Holzbach erklärt die Arbeit des mittlerweile über neunzig Personen starken Teams so: „Uns war es wichtig, ein Unternehmen mit kleinen, agilen Teams aufzubauen, damit wir nicht zu einem schweren Tanker heranwachsen, der nur langsam vorankommt. Stattdessen haben wir kleine Speedboote geschaffen, die Ideen zügig in die Tat umsetzen können.“ Mit Erfolg. Mittlerweile bietet Penta nämlich nicht mehr „nur“ eine digitale Kontolösung für Unternehmen an. Stattdessen hat es das Berliner Startup geschafft, sein Portfolio ziemlich schnell zu erweitern. Die Mission blieb dabei stets: Die fünf Gründer wollen das Leben von anderen Gründerinnen und Gründern so einfach wie möglich machen.

Was genau also bietet Penta?

Eine Kooperation mit Sumup macht es zum Beispiel möglich, Unternehmen eine einfache bargeldlose Bezahlungsmöglichkeit zur Seite zu stellen. Eine Kooperation mit Iwoca ermöglicht, dass Penta nun auch selber Firmenkredite anbieten kann. Musterdokumente, Checklisten und sogar gezielte Beratung zur Unternehmensgründung runden das Portfolio der Bankdienstleister ab. Damit soll das Engagement für einen Rundum-Service allerdings nicht aufhören.

Die Coronakrise trifft vor allem Startups

Vielen Startups macht aktuell die Coronakrise zu schaffen. Aufträge fallen plötzlich weg, die Finanzierung von Ausgaben ist nicht mehr gesichert. Von der Umstellung der Arbeitsprozesse auf Homeoffice und Co. mal ganz zu schweigen. Penta selber hatte Glück. Das Fintech konnte die aktuelle Finanzierungsrunde abschließen, bevor sich die Lage um die Corona-Pandemie in Deutschland zugespitzt hat. 18,5 Millionen Euro konnte Penta einsammeln, finanziell ist das Startup für Business-Banking damit erstmal auf der sicheren Seite. Das Virus beschäftigt die Gründer von Penta aber trotzdem.

„Wir haben unsere Kunden zur aktuellen Lage befragt. Die meisten zeigen sich stark betroffen“, erzählt Holzbach am Telefon. Darum hat das Team rund die Gründerin eine eigene Corona-Taskforce gegründet mit dem Ziel, kleine Unternehmen durch die schwere Zeit zu begleiten. Seit Montag hat das Team eine eigene Seite online, die darüber aufklärt, welche Hilfen Unternehmen und Selbstständige nun beantragen können. Weil die bisher existierende Unterstützung durch begünstigte Kredite und Kurzarbeitergeld allerdings nicht reicht, hat Penta nun sogar eine eigene Petition gestartet. Jessica Holzbach weiß, wie es ist, als Gründerin vor Herausforderungen zu stehen. Für die Vision einer starken Gründerszene gibt sie deswegen alles. Auch in Krisenzeiten.

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