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KI-Cheats: Das Ende von Online-Games?

Eine neue Form von Cheat-Programmen erkennt automatisch Ziele. Trainiert werden die Programme von neuralen Netzwerken. Die Szene heult auf, der Kampf Cheater versus Publisher geht in die nächste Runde.

2 Min. Lesezeit
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Die KI-Cheater-Software erkennt selbstständig Gegner und nimmt sie ins Visier. Auch das Abdrücken übernimmt sie. (Bild: ars technica)

Seit es Multiplayerspiele gibt, versuchen Spieler, mit unlauteren Mitteln zu gewinnen. Mit KI-gestützten Zielhilfen erreicht die Technik eine neue Dimension im Wettlauf zwischen einer millionenschweren Schattenindustrie und den Spiele-Multis. Besonders die Hersteller beliebter First-Person-Shooter (FPS) wie „Call of Duty“ (CoD) kämpfen mit allen Mitteln gegen Cheater.

Konzerne mit Rückhalt in der Gamer-Szene

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Dabei unterstützt eine Mehrzahl von Spielern die Bemühungen, da Cheater allen anderen den Spielspaß versauen. CoD-Publisher Activision musste sich lange anhören, er tue zu wenig gegen die Spielverderber. Besonders „Call of Duty: Warzone“ war immer wieder das Ziel von Programmierern, die Schummelsoftware anbieten. Kritiker behaupten, „Minecraft“ besitze eine wirksamere Anti-Cheat-Software als der FPS-Marktführer. Dabei hat der Konzern ein hohes Eigeninteresse daran, seine Spiele sauber zu halten – alleine mit den Mikrotransaktionen in CoD verdient er Hunderte Millionen US-Dollar. So schickt Activision regelmäßig eine Kohorte Anwälte los, um Cheat-Entwickler zu stoppen. Das passierte auch bei dem neusten und bislang gefährlichsten Gegner: der KI-basierten Cheat-Software Userviz. Ihr Aufploppen lässt die Szene in eine düstere Zukunft blicken. Damit beschäftigt sich aktuell auch die Fachzeitschrift Gamestar.

KI-basierte Cheat-Software beliebig anpassbar

Zunächst wurden Hobby-Kämpfer gegen die unfairen Methoden, die sich Anti-Cheat-Police-Department nennen, auf das Tool aufmerksam. Die Schummel-Software nutzt maschinelles Lernen, um das Gameplay zu sondieren und per Bildanalyse Gegner auszumachen. Am Ende übernimmt sie selbstständig das Aufspüren und schießt auch gleich auf sie – mit einer frappierenden Genauigkeit. Das Programm lädt je nach verwendeter Waffe automatisch Anti-Rückstoß-Skripte und greift auf Wunsch nur Beine, Kopf oder Körper an. Genauigkeit und Geschwindigkeit der Zielhilfe lassen sich stufenlos anpassen. Damit fällt es schwerer, den cheatenden Spieler zu identifizieren. Wer eine Kopfschuss-Quote von 90 Prozent besitzt, lässt sich immerhin leichter aufspüren.

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Neuer Ansatz macht Cheat-Hilfe fast unsichtbar

Das zweite große Problem: Die Software soll sowohl auf PCs als auch auf Konsolen funktionieren und so gut wie unauffindbar für gängige Anti-Cheat-Programmen sein. Das liegt an ihrer Methode: Sie greift nicht in Spieldateien ein, sondern wird auf einem externen PC installiert, an den das Bild des Spiels übertragen wird. Userviz analysiert das Bild und sendet die passenden Eingaben für den Controller oder Maus und Tastatur über ein externes Modul an das Gaming-Gerät zurück. Das funktioniert nicht nur bei Shootern, sondern auch etwa beim Basketballspiel NBA.

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Die Szene ist empört, Activision schickt die Kohorte los: Nach zehn Tagen verschwindet die Seite, der Entwickler entschuldigt sich und der Spuk scheint zu Ende. Doch Fachmedien schreiben: „Die Büchse der Pandora ist geöffnet.“ Mindestens 500-mal wurde Userviz verkauft. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis andere Anbieter die kriminelle Software nachbauen und anbieten.

Algorithmen kämpfen gegeneinander

Gegen die neue Methode hilft Fachleuten zufolge nur das Zurückschlagen mit denselben Waffen: KI-basierte Anti-Cheat-Software. Der Spieleentwickler Valve („Counter-Strike“, „Half-Life“, „Team Fortress“) setzt bereits seit 2018 auf Algorithmen, um Spielverderbern auf die Spur zu kommen. Entdeckte Cheater müssen dann gegen andere Cheatern antreten – in der Hoffnung, dass das einen pädagogischen Effekt erzielt. Allerdings ist jetzt schon zu befürchten, dass irgendwann die Eingaben von Cheat-Programmen nicht mehr von den Originalen zu unterscheiden sein werden – dann hat kompetitives Gaming ein Existenzproblem.

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