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Club of Rome: So kann sich die Menschheit retten

Der neue Report des Club of Rome heißt „Earth for All“ und gibt Tipps für das Überleben unserer Spezies. Dabei spielt der Neustart des Wirtschaftssystems eine große Rolle.

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Die Erde ist in unserer Hand. Der Club of Rome mahnt einen besseren Umgang mit ihr und mit uns selbst an. (Bild: PopTika/ Shutterstock.com)

Der Club of Rome veröffentlicht 50 Jahre nach „Grenzen des Wachstums“ einen neuen großen Report namens „Earth for All“. Der „Survivalguide für die Menschheit“ – so der Untertitel – präsentiert fünf „systemverändernde Schritte“, die bis 2050 Armut und Ungleichheit überwinden sollen. Außerdem sollen sie den Verfasser:innen zufolge dafür sorgen, marginalisierte Menschen aufzurichten und die Nahrungsmittel- und Energiesysteme umzugestalten.

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Zudem ist Nachhaltigkeit ein großes Thema. Der Report ist als Vision für unsichere Zeiten und als Wegweiser in eine bessere Zukunft konzipiert und lässt sich ab sofort bestellen. „Earth for All“ liegt als Buch, EPub und PDF auf deutsch vor und kostet zwischen 20 und 25 Euro.

Club of Rome präsentiert Forschungsergebnisse von Earth4All

Das neue Werk präsentiert die Ergebnisse der zweijährigen Forschungskooperation „Earth4All“, in der Wirtschaftsexpert:innen und Systemanalyst:innen zwei Szenarien nachgingen. Das eine Szenario sieht eine Welt vor, die sich nur schrittweise den existenziellen Krisen annimmt, mit der sie sich konfrontiert sieht.

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Das andere hat eine kühne Wirtschaftsstrategie zum Gegenstand, um Wohlstand auf einem lebenswerten Planeten zu erreichen. Dieser Teil der Arbeit, den sie „Great Leap“ nennt, ist nun in den 256-Seiten starken Report eingeflossen. Zur Analyse der Auswirkungen verwendete die Gruppe Computersimulationen.

Club of Rome: Wohlstand ist möglich

Der Bericht fällt praxis- und lösungsorientiert aus. Sowohl die Aussagen über Gegenwart und Zukunft als auch Prognosen bei Änderungen werden mit wissenschaftlichen Daten untermauert. Insgesamt steht der Wandel im Vordergrund. Das Buch weist dazu anhand einer Reihe von Beispielen nach, dass schneller Wandel möglich ist.

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Im nächsten Schritt gibt es eine Reihe von konkreten Handlungsanweisungen, um die menschliche Entwicklung noch zum Guten zu wenden. Im Kern geht es dabei um fünf Aspekte, an denen die nötige Wende ausgemacht wird: das Beenden der Armut, das Ausgleichen von eklatanter Ungleichheit, das Empowerment der Frauen sowie der Aufbau eines für Mensch und Umwelt gesunden Nahrungsmittelsystems und einer Energiewende in Richtung sauberer Erzeugung. Mit diesem Wandel sei es möglich, den Wohlstand zu erhalten.

Ungleichheit als ein kritischer Kipppunkt

Mehr Gleichheit sehen die Autor:innen als einen Königsweg aus der Krise an. Die extreme Ungleichheit belegen sie etwa anhand des Verbrauchs der globalen Ressourcen: Die reichste Milliarde der Menschheit verbrauche 72 Prozent davon, während es bei den ärmsten 1,2 Milliarden gerade einmal 1 Prozent seien.

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Die Konsequenzen dieses Ungleichgewichts trügen die Armen stärker als die Reichen. Das begünstige Verhältnisse, die für alle gefährlich sind – auch für die Reichen. Zum einen erhöhen es soziale Spannungen, zum anderen untergräbt es das Vertrauen. Letzteres mache es Demokratien schwerer, kollektive Entscheidungen zu treffen, die allen zugute kommen.

Reiche sollen weniger als 40 Prozent des Nationaleinkommens besitzen

Unter den vielen konkreten Hinweisen findet sich auch die Umverteilung materieller Güter. So sollen die reichsten zehn Prozent – die Zahl bezieht sich auf das Einkommen – nicht mehr verdienen dürfen als vier arme Personen zusammen.

Zusätzlich empfiehlt der Report geringeren Konsum. So sollten etwa weniger und kleinere Autos zugelassen werden. Destabilisierend könne auch die Energiepolitik wirken, wenn die ärmsten Teile der Menschheit am stärksten von steigenden Energiepreisen betroffen seien.

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Dem Argument, dass sich das Verhalten von Menschen nur schwer ändern lasse, entgegnen die Verfasser:innen, die Corona-Pandemie habe das Gegenteil beweisen. Als Vorteil, der sich daraus entwickelt hat, erwähnen sie den emissionsarmen Arbeitsplatz zu Hause (Homeoffice), der zusätzlich Beruf und Familie besser in Einklang bringen kann.

Bildung und Teilhabe gegen Fake News

Einen weiteren wichtigen Punkt sehen die Verfasser:innen in verbesserter Bildung, die auch kritisches Denken und komplexes Systemdenken umfassen sollte.

Die Gruppe schreibt, die bedeutendste Herausforderung bestehe nicht im Klimawandel, dem Verlust an Biodiversität oder Pandemien, sondern in der kollektiven Unfähigkeit, zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden. Für die Flut von Fehl- und Falschinformationen macht sie die sozialen Medien verantwortlich, die die Filter der Massenmedien zertrümmert hätten. Die entstandene Polarisierung führe dazu, „dass wir angesichts der kollektiven Herausforderungen unfähig sind, zusammenzuarbeiten oder uns auch nur über Grundtatsachen zu verständigen.“

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Ernährung: Adipositas contra Hunger

Auch im Ernährungsbereich geht wieder das Ungleichheitsthema auf: Während zwei Milliarden Menschen übergewichtig sind, sind 821 Millionen untergewichtig. Eine bessere Umverteilung soll das Problem lösen. Auch der Bereich der Agrarwirtschaft findet Platz in dem Report. Green Growth und Degrowth sind hierbei Kernthemen – also etwa das Reduzieren der Massentierhaltung.

Beharrlich optimistisch in die Zukunft

Nach den 255 Seiten räumen die Autor:innen ein, dass die Transformation eine Mammut-Aufgabe sei. Doch sie zeigen sich optimistisch, da in vielen Bereichen schon Anfänge zu verzeichnen seien. Sie geben jedoch zu: „Die Zeit ist kurz.“ Die größte wirtschaftliche Transformation der Menschheit müsse im ersten Jahrzehnt angepackt werden. Also jetzt!

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