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Ratgeber

Digitales Erbe: So regelst du, was nach dem Tod mit deinen Daten passiert

Auch wenn’s schwer fällt: Mit dem digitalen Nachlass solltest du dich beizeiten beschäftigen. (Bild: Stuart Monk / Shutterstock)

Neben materiellen Reichtümern sammeln wir alle eine Vielzahl von Daten an. Was mit denen nach deinem Tod passieren soll, will gut überlegt sein. So triffst du die richtigen Vorkehrungen für den digitalen Nachlass.

Das Urteil war lange erwartet worden: Kürzlich entschied der Bundesgerichtshof, dass Erben unter Umständen nicht nur die materiellen Dinge eines Verstorbenen erben, sondern auch den Zugriff auf das Facebook-Konto. Im konkreten Fall war es einer Mutter nach dem Tod ihrer Tochter darum gegangen, herauszufinden, ob die Tochter tatsächlich in einem Berliner U-Bahnhof einen tödlichen Unfall hatte oder es auch ein Suizid gewesen sein könnte. Facebook selbst hatte argumentiert, Konten in sozialen Medien seien schon aus Datenschutzgründen nicht Teil des Erbes. Schließlich müsse man auch den Datenschutz derjenigen respektieren, die zu Lebzeiten mit dem oder der Verstorbenen kommuniziert hätten. Das sah das Gericht anders und sprach den Eltern den Zugriff auf das Konto der Tochter zu.

Vorkehrungen für das eigene Ableben treffen

Wer es gar nicht so weit kommen lassen will, sollte für den Fall seines Ablebens entsprechende Vorkehrungen treffen. Facebook ermöglicht beispielsweise, festzulegen, was im Falle des Todes mit einem Konto passieren soll. Möglich ist zum einen, einen Gedenkzustand einzurichten, der durch einen nahen Verwandten unter Vorlage entsprechender Papiere herbeigeführt werden kann. Wie genau hier die Regeln sind, ist indes nicht ganz klar – denn auch im Berliner Fall wusste die Mutter nicht, wer die Aktivierung des Gedenkmodus veranlasst hatte – die Eltern waren es offenbar nicht. In diesem Fall wird ein Konto in einen reinen Lesemodus mit Gedenkmodus versetzt. Dann wird derjenige auch nicht mehr als Kontaktvorschlag präsentiert. Alternativ kann man das Konto auch löschen lassen. Es ist sinnvoll, sich hierüber bereits zu Lebzeiten Gedanken zu machen. Vernünftig ist, wenn man die Frage situativ geregelt wissen will, einen Nachlasskontakt festzulegen – quasi den virtuellen Nachlassverwalter.

Bei anderen Portalen ist die Lage meist nicht so klar geregelt, obwohl es auch hier aufgrund hoher Fallzahlen sinnvoll wäre, generelle Vorkehrungen zu treffen. Bei Linkedin gibt es ebenfalls eine standardisierte Vorgehensweise, die aber beispielsweise einen Link zu einer Todesanzeige erfordert – ein Umstand, der in Deutschland bei Weitem nicht immer gegeben ist. Xing wiederum bietet zwar keine Gedenkfunktion an wie beispielsweise Facebook, regelt Todesfälle aber eher wenig formell, wenn es auch hier einen festgelegten Workflow gibt. Eine spezielle Todesanzeige sei hierfür nicht notwendig, jedoch werde das Konto zunächst in einen On-hold-Modus geschaltet und nicht gleich gelöscht, um entsprechendem Missbrauch, Fehlern oder Verwechslungen vorzubeugen.

Twitter wiederum verlangt entweder, dass einer der Erben, der im Sinne der Nachlassbestimmungen dazu berechtigt ist, oder ein naher Verwandter den Antrag zur Löschung des Kontos stellt. Das ist allerdings problematisch, weil möglicherweise der Wille des nahen Verwandten nicht deckungsgleich mit dem des Verstorbenen ist. Schließlich noch Instagram: Auch wenn hier die Nutzer meist jünger sind als bei den anderen sozialen Medien, macht man sich auch hier Gedanken über Todesfälle. Die Vorgehensweise ist nicht ganz so ausgefeilt wie bei Facebook, aber man kann Konten lassen sich auch hier in einen Gedenkzustand versetzen oder gänzlich entfernen.

Last not least kannst du auch bei deinem Google-Konto Vorsorge treffen. Hier lassen sich bis zu zehn Personen definieren, die im Falle einer entsprechenden Nichtnutzung über beispielsweise drei Monate informiert werden. Sie können dann entscheiden, ob bestimmte Inhalte heruntergeladen werden sollen und/oder das Konto stillgelegt werden soll. Näheres hierzu findest du in dieser Anleitung. Relevant werden hier möglicherweise Mails, aber auch Fotos oder Dateien sein.

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Albert

Bei Meminto (https://meminto.com) kann der Lebensstatus regelmäßig gecheckt werden und für den Todesfall Prozesse festgelegt werden - z.B. Mailversand mit Hinweisen zu Passwörtern & Co. Derzeit völlig kostenlos in der Beta Version zu testen. Wurde im Podcast bei Lars Bobach besprochen: https://meminto.com/podcast-interview-ueber-meminto/

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