Kolumne

Wie du dein digitales Nomadentum finanzieren kannst

(Foto: Shutterstock)

Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, als Digital Nomad um die Welt zu ziehen, sollte natürlich einen klaren Finanzplan haben. Also wissen, woher das Geld dafür kommt. Da gibt es viele Möglichkeiten. Gute und schlechte.

Geht man auf Google und sucht nach DN-Jobs, findet man eine riesige Auswahl an Websites und Job-Börsen. Also alles roger? Nun ja … Ja, man kann von unterwegs Jobs akquirieren, kein Thema. Doch was sind das für Jobs? Ich habe in bleiche Gesichter schauen müssen, als mir diese Leute erzählten, womit sie ihr Geld verdienen. Peinlich berührt und hinter vorgehaltener Hand wurde mir erzählt, dass sie (Männer und Frauen) als Sex-Chat-Moderatoren arbeiten. Dass sie fünf verschiedene Fake-Profile haben und meistens Männer durch Chats animieren, dran zu bleiben und Nachrichten zu schreiben.

Holla die Waldfee!

Oder es sind Designer, die für fünf Euro Logos gestalten. Coder, Programmierer, die Websites für zehn Euro entwickeln und online stellen. Texter und Übersetzer, die für 0,03 Euro pro Wort bezahlt werden („Geiz ist geil!“ – neun Cent für diesen Claim? Ich glaube, Jung von Matt hat etwas mehr in Rechnung dafür gestellt …). Das ist traurig. Doch wie kommt es dazu?

Ja, solche Jobs gibt es zuhauf. Und zigmal mehr Leute, die sich darauf bewerben. Doch das übersehen viele angehende digitale Nomaden. Sie sehen nur, dass da zig Jobs verfügbar sind. Doch das ist ein Trugschluss. Ich schätze mal, dass auf 100 Ausschreibungen ein einziger echter guter Job rausspringt. Es gibt einfach ein Überangebot. Und unter den vielen Bewerbern auf solche Jobs sind, hmmm, Möchtegerns. Einen Udemy-Kurs zum Thema Corporate Design gemacht, fünf Stunden – jetzt ist da plötzlich ein weiterer Experte auf dem Markt. Ein PDF mit Grundlagen zu irgendeiner Programmiersprache mal überflogen – der nächste Top-Coder bewirbt sich. Jemand kann seinen eigenen Namen richtig schreiben? Ohhh, ein Texter … Vielen angehenden digitalen Nomaden wird gerne suggeriert, dass sie nach einem kurzen Kurs zu etwas Experten sind und unendlich Jobs kriegen. Sorry, beim besten Willen, nur weil ich Auto fahren kann, würde ich mich nie um einen Job als Kfz-Mechaniker (oder Mechatroniker?) bewerben. Doch diese Leute sind im selben Haifischbecken unterwegs …

Besser machen

Einfach in die Welt losgehen und sich sagen, „Ich habe aber doch bei Google gesehen …“ – vergesst es. Der beste Tipp, den ich geben kann, ist, sich vorher Kunden zu besorgen und damit abzusichern. Ihr werdet nicht glauben, wie viele Unternehmen dafür offen sind, wenn man direkt mit ihnen spricht. Sofern man dort schon arbeitet. Ansonsten: schon in Deutschland akquirieren. Vom Ausland aus ist das enorm schwerer. Ich, aktuell in Thailand, ich liege doch nur am Strand, saufe und gehe jeden Abend mit einem Ladyboy nach Hause. Das denken zumindest die meisten Agenturen und Unternehmen. Ist man aber noch in Deutschland, kann man viel einfacher Kunden finden. Man kann mit ihnen von Angesicht zu Angesicht reden. Ja, es gibt Skype und Co., aber dann ist es zu spät. Es ist viel einfacher, einen persönlichen Termin vor Ort zu kriegen als ein Skype-Interview. Schöne neue Welt, hallo 19. Jahrhundert.

Kurz gesagt

Vor dem Start als Digital Nomad einen Kundenstamm in Deutschland aufbauen. Deutschland, weil – mag echt blöd klingen – selbst Jobs für Programmierer oder Designer werden von englischen und amerikanischen Kunden meist nur an Native Speakers vergeben. Was völlig daneben ist, weil irrelevant. Aber es ist so. Hat man dann einen kleinen Kundenstamm, der einem das Grundeinkommen sichert und einen auch etwas ansparen lässt, kann man sich gerne mit den anderen Jobs da draußen beschäftigen. Manche davon machen ja auch echt Spaß beziehungsweise sind gut für die Mappe. Aber selten gut genug, um davon zu leben.

Cheers, Rob

Du hast Lust, mehr über das Leben als digitaler Nomade zu erfahren? Kein Problem, bei Rob’n’Roll around the World liest du mehr!

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Ein Kommentar
Oliver Bock

Der Tipp Kunden in Deutschland schon zu akquirieren ist sehr gut. Nicht nur weil die bewusst Muttersprachler suchen, sondern auch wegen dem Gehalt. Das kann als Freelancer schon auf einem sehr hohen Level sein.
Grüße aus München .-)
Oliver Bock

Antworten

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