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Drama auf der ISS: Russisches Modul dockt an – und dreht plötzlich auf

Die Triebwerke des „Nauka“-Moduls zündeten schlagartig nach dem Andockmanöver, doch die Düsen der ISS hielten dagegen. Trotzdem hat das Modul die Station gedreht. Es war schon vorher durch Probleme aufgefallen.

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Nauka beim Andock-Prozess an die ISS. (Bild: Nasa/Roscosmos)

Das russische Mehrzwecklabor „Nauka“ erreichte die Raumstation um 14:30 Uhr (MEZ). Nach dem Andocken startete die ISS-Besatzung die Überprüfung der Schnittstellen auf Lecks. Das Team öffnete die Luke und schloss die Computer des Nauka-Moduls an. Plötzlich machte sich die Sonde selbstständig und startete die Triebwerke. Die ISS verlor ihre Lage und zündete ihrerseits automatische Korrektur-Triebwerke. Die Schübe drückten gegeneinander. Erst der russischen Weltraumkontrolle am Boden gelang es, die Antriebe von Nauka lahmzulegen. Die Crew wurde bei dem Manöver nicht verletzt, schreibt die Nasa in ihrer Mitteilung.

Unbekannte Fehlerursache dreht Station

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Was den plötzlichen Start verursacht hat, ist bisher nicht bekannt. Fachleute vermuten, das Modul habe nicht erkannt, dass das Andockmanöver bereits abgeschlossen war. Daher versuchte es, weitere Flugkorrekturen auszuführen. Stattdessen kippte es die Fluglage der Station um 45 Grad. Fluglotsen stabilisierten die Position, indem sie Triebwerke des russischen Swesda-Moduls und eines angedockten Progress-Frachters zündeten. Es gelang ihnen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Die ISS hat ihre ursprüngliche Ausrichtung wieder eingenommen. Erste Überprüfungen ergaben, dass weder Crewmitglieder verletzt, noch Geräte beschädigt worden sind. Die Nasa gibt bekannt, für die Menschen auf der ISS habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden.

Ein 3D-Modell der ISS mit den beteiligten Modulen. (Grafik: Nasa/JPL-Caltech)

Gefährliche Bergungsarbeiten dauern an

Die Nasa-Missionskontrolle hat die Astronauten angewiesen, nach abgesprengten Trümmerteilen Ausschau zu halten. Zudem hat sie die Besatzung mit Bergungsarbeiten auf dem Modul betraut. Naukas Tanks besitzen halbe Füllstände. Das heißt, das Modul hätte noch genug Energie, um ein weiteres unvorhergesehenes Manöver zu starten. Da niemand weiß, wie es zu dem plötzlichen Start kam, gehen die Astronauten mit aller gebotenen Vorsicht vor. Trümmerteile, so erste Analysen, scheinen sich nicht gelöst zu haben. Aufgrund der Vorkommnisse ist es wahrscheinlich, dass die Verantwortlichen den Start der Boeing Starliner zur ISS verschieben – das Raumschiff soll morgen in den Orbit abheben.

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Nauka, das Sorgenkind

Schon vor der Reise zur ISS war das Projekt in Verruf geraten. Seit 1995 soll das Modul im Bau sein und immer wieder wird Kritik daran laut. Die Technik des Forschungsmoduls sei längst überholt, hieß es. Der Start zur ISS verzögerte sich immer wieder. Ursprünglich sollte Nauka schon 2007 an die Station angebracht werden, doch dazu kam es nicht. Im April dieses Jahres war es dann so weit. Die Reise stand von vorneherein unter keinem guten Stern. Zunächst konnte das Raumschiff seine erste Zündung nicht abschließen. Ein Computerfehler verhinderte die Aktivierung der Haupttriebwerke. Mithilfe von Ersatztriebwerken schaffte das Modul es doch noch, die Station zu erreichen. Zusätzlich entdeckten Wissenschaftler bei Nauka Probleme mit einer Antenne und dem Rendevous-Kurs-System. Das Andocken an die ISS musste immer wieder verschoben werden. Nachdem es schließlich gelang, machten sich drei Stunden später die Triebwerke plötzlich selbstständig. Die Untersuchungen des Vorfalls dauern noch an.

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