Ratgeber

Drupal 9: Das musst du zur neuen Major-Version des CMS wissen

(Bild: 360b / Shutterstock)

2020 wird das Jahr von Drupal 9 – wenn alles gut läuft, geht die neue Version ab Juni online. Das Upgrade soll einfacher sein als bisher, trotzdem solltest du einige Dinge wissen.

Upgrades auf neue Software-Versionen können beängstigend sein und bringen oft viele Fragen, Probleme und Überraschungen mit sich. Hier kommen die wesentlichen Fakten um den Start von Drupal 9 und hilfreiche Tipps und Tricks für einen erfolgreichen Wechsel auf die neueste Version.

Geplanter Ablauf: Start von Drupal 9, Ende von Drupal 7 und 8

Es gibt drei mögliche Daten für die Veröffentlichung, basierend auf der aktuellen „Drupal-Release-Strategie“: 3. Juni, 5. August oder 2. Dezember. Je nachdem, wie schnell die Drupal-Community die letzten Details von Drupal 9 fertigstellt.

Aber unabhängig vom genauen Veröffentlichungsdatum steht das Enddatum sowohl von Drupal 7 als auch von Drupal 8 bereits fest: November 2021. Denn zu dem Datum endet der Support für die Version 3 des Symfony-Frameworks, auf dem Drupal 8 aufbaut. Sicherheitslücken in der Symfony-Version 3 werden dann nicht mehr behoben. Notiert euch also diesen Termin: Bis dahin sollte euer Upgrade auf Drupal 9 erfolgt sein, sonst ist die Sicherheit eurer Website nicht mehr gewährleistet.

Was ist neu bei Drupal 9?

Die Einführung der neuen Version wird – in Bezug auf die vorhandenen Funktionalitäten – keine großen Unterschiede zur neuesten Version von Drupal 8 bringen. Die größte Änderung wird die Entfernung des veralteten Codes der Vorgängerversion sein.

Doch „unter der Haube“ wird sich einiges tun, zum Beispiel die Aktualisierung der sogenannten Dependencies auf Symfony 4.4, Twig 2, PHPUnit oder jQuery. Außerdem wird die mindestens erforderliche PHP-Version 7.2 oder sogar 7.3 sein, was ebenfalls die Leistung steigert. Diese Änderungen sind wichtig, um die Sicherheit und Zukunftsfähigkeit von Drupal sicherzustellen.

Zudem arbeitet die Drupal-Community an neuen Funktionen, die ab Version 9.1 kommen sollen: zum Beispiel ein neues Admin- und ein neues Frontend-Theme sowie Verbesserungen in der Darstellung und des Content-Workflows.

Upgrade von Drupal 8 auf Drupal 9

Habt ihr eine Seite, die auf Drupal 8 läuft? Gut: Denn die Migration von D8 auf D9 ist code-seitig so angelegt, dass es nur ein relativ kleiner Schritt von der letzten Version 8 auf die erste des neuen Systems ist. Also kein Vergleich zum Update von D7 auf D8. Der große Unterschied zum damaligen Wechsel liegt darin, dass ihr euch ab sofort in der Drupal-8-Installation anzeigen lassen könnt, wie kompatibel sie zu D9 ist. Das gibt euch Zeit, einen Plan für notwendige Anpassungen vor dem Versions-Wechsel zu machen. Hilfestellung gibt euch das Upgrade-Status-Modul. Es zeigt die Contrib-Module an, die aktualisiert werden müssten, um mit Drupal 9 kompatibel zu sein. Euer Custom-Code kann manuell oder mit Tools wie Drupal-Check überprüft werden, um sicherzustellen, dass die Migration reibungslos läuft.

Migration von Drupal 7 auf Drupal 9 über Drupal 8?

Solltet ihr noch mit Drupal 7 arbeiten, ist es jetzt an der Zeit, darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll. Ihr müsst nicht bis Juni warten, um mit der Planung zu beginnen.

Ein baldiges Upgrade von Drupal 7 auf Drupal 8 erlaubt euch, die Tools einzusetzen, die euch den Sprung zu Drupal 9 erleichtern. Eine Migration von D7 direkt auf D9 ist deutlich schwieriger und kann viele Überraschungen bergen, die euch dann unnötig in Zeitdruck bringen. Zumal D7 noch nicht auf Symfony basiert und sich viele Konzepte und API ab D8 geändert haben.

Also: Migriert eure langfristigen Projekte von Drupal 7 auf 8 und bereitet auf dieser Basis den Umstieg auf Drupal 9 vor.

Tipps für den Wechsel zu einer neueren Version

Je nach Größe und Anzahl der zu migrierenden Websites kann der Upgrade-Prozess mit einem großen Aufwand verbunden sein. Macht euch daher vor dem Umstellen Gedanken über die neue Site-Architektur und die Funktionen – in Form der Drupal-Module –, die mitgenommen werden sollen. Eventuell braucht ihr einige Module gar nicht mehr – nutzt also die Chance, um die Website etwas aufzuräumen. Einen ersten Überblick über den Status der verwendeten Module gibt es im Modul-Upgrade-Status. Zur Info: Eventuell werden einige der Module nicht in der neueren Version enthalten sein. Schaut dann nach Alternativen, die die Community meist schnell zur Verfügung stellt.

Kümmert euch anschließend um den Custom-Code. Dieser Teil des Prozesses ist wahrscheinlich der interessanteste aus Sicht der Entwickler: Er zeigt, wie sich die Art und Weise der Drupal-Modul-Programmierung entwickelt hat.

Zu guter Letzt ist es an der Zeit, den Inhalt zu migrieren. Drupal enthält jetzt das Modul „Migrate“ im Core. Ein solides und robustes System, mit dem ihr eure Inhalte in das neue System übertragen könnt.

So stellt ihr sicher, dass das Upgrade ein Erfolg wird

  • Fangt rechtzeitig an! Nutzt die oben genannten Tools. Verschafft euch einen Überblick über euren Code-Stand. Es gibt mehrere Wege, denen ihr folgen könnt – legt euch vor der Migration einen guten Plan zurecht.
  • Simuliert den gesamten Prozess. Testet kritische Punkte vorab. Schaut euch die einzelnen Bereiche entlang eures Plans an: Core, Module, Custom-Code, Inhalte-Migration. Nehmt euch kritische Code-Stellen, Module oder Inhalte vorab vor. Simuliert dort den Upgrade-Verlauf auf einem Test-System.
  • Automatisiert so viel wie möglich. Einige der Teile des Migrationsprozesses, vor allem in Bezug auf die Inhaltsmigration, können automatisiert werden. Je mehr ihr automatisiert, desto sicherer wird der Umzug. Aber vergesst nicht, auch die Automatisierung vorab zu testen.

Drupal 9 steht vor der Tür; es wird ein spannendes Jahr für die Drupal-Community. Es wurde diesmal viel Arbeit investiert, um den Upgrade-Prozess einfacher zu gestalten und aus den Erfahrungen der Drupal-7-Upgrades zu lernen.

Wenn ihr immer noch eine Drupal-7-Site verwaltet, plant jetzt den Umzug, denn im November 2021 ist voraussichtlich damit Schluss. Beginnt jetzt mit der Migration zu Drupal 8 und wechselt später in diesem Jahr zu 9. Dann bleibt euch viel Stress erspart.

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