Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Listicle

Elizabeth Holmes: Der beispiellose Absturz eines Startup-Wunderkinds

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes. (Foto: dpa)

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes schien den Bluttest zu revolutionieren – bis Betrug aufflog. Jetzt wird ihre einst milliardenschwere Firma aufgelöst. Die Chronik eines Untergangs.

Sie galt als Wunderkind der Medizin, wurde von Medien als Postergirl der Technologie-Branche geadelt: Mit ihrem Startup Theranos nahm Elizabeth Holmes Millionen Patienten die Angst vor schmerzhaften Bluttests. Ein von ihr entwickelte Abnahmestift zapfte anders als herkömmliche Methoden nur wenige Mikroliter Blut ab, mit dem trotzdem bis zu 70 verschiedene Tests durchgeführt werden können. Holmes gab an, von ihrer eigenen Angst vor Spritzen für die Startup-Idee inspiriert worden zu sein.

Aufstieg und Fall der Elizabeth Holmes

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes vermarktete sich in ihren schwarzen Rollkragenpullis gerne als weiblicher Steve Jobs. Doch dann deckten Reporter bei ihrem Startup massiven Betrug auf. (Foto: dpa)

Gepaart mit ihrem Steve-Jobs-ähnlichen Auftreten in Rollkragenpullis eine tolle Geschichte – auch für Investoren. Sie steckten über Jahre hunderte Millionen US-Dollar in Theranos. Die Idee und ein Labor im kalifornischen Silicon Valley genügten, um den Wert von Holmes’ 50-Prozent-Anteil an der Firma auf zwischenzeitlich 4,5 Milliarden US-Dollar zu taxieren. Übrig ist davon heute aber fast nichts mehr.

Nachdem im Oktober 2015 erste Zweifel an der Wirksamkeit der Methode aufkamen, wurde Elizabeth Holmes später die Lizenz zum Betrieb von Laboren entzogen. Wichtige Handelspartnerschaften mit Drogerien wurden aufgekündigt, hunderte Mitarbeiter entlassen. Im Sommer 2018 folgte schließlich die Anklage wegen schweren Betrugs. Holmes drohen nun bis zu 20 Jahre Haft. Die heute 34-Jährige blickt damit einem beispiellosen Zerfall ihres Startup-Imperiums entgegen. t3n fasst die wichtigsten Meilensteine seit Gründung des Unternehmens zusammen:

Die Chronik eines Untergangs

  • Herbst 2003: Elizabeth Holmes bricht ihr Chemie-Studium an der renommierten Stanford-Universität ab und gründet das Startup Theranos. Sie ist zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 19 Jahre alt.
  • Juni 2004: Zur Finanzierung ihrer Idee erhält Holmes 500.000 US-Dollar über eine Seedrunde.
  • Februar 2005: Über eine Anschlussfinanzierung sammelt Theranos 5,8 Millionen US-Dollar ein. Der Wert des Startups wird bereits auf über 30 Millionen US-Dollar taxiert.
  • April 2005: In einem Interview mit dem Wall Street Journal erklärt Holmes erstmals, ihre Firma habe erfolgreich einen Blutabnahmestift entwickelt.

Aufstieg in den Club der Einhörner

  • Februar 2006: Holmes sichert sich weitere 9,9 Millionen US-Dollar für ihr Startup.
  • Juni 2006: Das US-Wirtschaftsmagazin Inc. kürt Holmes zu den 30 vielversprechendsten Unternehmern unter 30 Jahren. Auch der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg taucht damals in der Liste auf.
  • November 2006: Es gibt noch einmal 28,5 Millionen US-Dollar Kapital oben drauf.
  • Juli 2010: Mit der inzwischen vierten Anschlussfinanzierung soll endlich der medizinische Durchbruch gelingen. 45 Millionen US-Dollar gibt ein unbekannter Investor. Theranos steigt damit endgültig in den Club der Einhörner auf.

Theranos kooperiert mit US-Drogeriekette Walgreens

  • April 2011: Theranos eröffnet ein Labor im kalifornischen Newark. Das wird später noch wichtig werden. Bis hierhin ist Holmes’ Unternehmen der Öffentlichkeit jedenfalls noch immer weitgehend unbekannt.
  • November 2012: Das Unternehmen von Holmes verklagt einen Pharmakonzern wegen Patentdiebstahls.
  • September 2013: Das Wall Street Journal veröffentlicht erstmals einen ausführlichen Artikel über Holmes und ihre Mission mit Theranos. Gleichzeitig tauchen erste Gerüchte auf über eine womöglich wegweisende Kooperation von Theranos mit der US-Drogeriekette Walgreens, das den Bluttest in zahlreichen Ladengeschäften zum Verkauf anbieten könnte.
  • November 2013: Theranos und Walgreens geben die schon vermutete Partnerschaft bekannt. Die Bluttests werden in über 40 ausgewählten Filialen zum Verkauf angeboten.

Elizabeth Holmes wird jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt

  • Juni 2014: Erneut stellt Theranos eine Finanzierungsrunde auf. Zwar kann die Summe mit mutmaßlich 200 Millionen US-Dollar nur geschätzt werden. Bekannt ist aber, dass beispielsweise der Oracle-Gründer Larry Ellison mitinvestiert hat. Experten taxieren den Wert von Theranos auf neun Milliarden US-Dollar.
  • März 2015: Laut der Investment-Datenbank Crunchbase sammelt Holmes weitere 348,5 Millionen US-Dollar ein. Damit beläuft sich das gesamte bisher angehäufte Kapitalvolumen auf schätzungsweise 686 Millionen US-Dollar.
  • März 2015: Holmes wird vom Time-Magazine zu den 100 einflussreichsten Personen gekürt. Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger, der auch im Aufsichtsrat von Theranos sitzt, attestiert ihr einen „eisernen Willen“.
  • Juni 2015: Das Wirtschaftsmagazin Forbes, bekannt für seine Hitliste der Reichen, schätzt das Vermögen von Holmes auf besagte 4,5 Milliarden US-Dollar. Damit ist sie die jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt.

Theranos erhält wegweisende Zulassung für den Bluttest

  • Juli 2015: Theranos erhält von der US-Gesundheitsaufsicht die erste offizielle Zulassung für den Bluttest.
  • Juli 2015: Um die Marke hinter dem Bluttest besser ins öffentliche Bewusstsein zu tragen, schließt Theranos eine Partnerschaft mit einem US-Versicherungskonzern ab. Daraufhin soll ein Theranos-Wellnesscenter in Pennsylvania entstehen. Doch nur wenige Monate später wendet sich das Blatt…

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

18 Reaktionen
Jay

Ein sehr dürftig recherchierter Artikel, keine Fakten zur Technologie, geschweige denn zu den Vorwürfen. Hier wurden nur ein paar Jahreszahlen zusammengetragen.

Antworten
Daniel Hüfner

Hi Jay,

wir nehmen Dein Feedback gerne auf. Zum nächsten Artikel-Update versuche ich noch mal mehr auf die Technologie einzugehen. ;-)

Beste Grüße aus der Redaktion

Daniel

Antworten
lola

Fragt sich denn kein Mensch wie doof die hier mitmachenden Investoren sind. Hat denn nicht auch nur einer einfach mal einen Test gemacht und das mit einem normalen Test verglichen. Dauert 10 Minuten, die Auswertung ist in ein paar Tage da.

Solchen Investoren sollten die Gelder weggenommen werden.

Gier frisst Hirn !!

Antworten
täglich grüßt das Murmeltier

Wie oft noch derselbe Artikel?

Antworten
Daniel Hüfner

Lieber Leser,

wie Du dem Teaser des Artikels entnehmen kannst, handelt es sich hierbei um eine ständig aktualisierte Chronik von Ereignissen rund um Theranos. Da das Unternehmen noch am Markt ist und es regelmäßig spannende Neuigkeiten gibt, ergänzen wir den Artikel entsprechend um die aktuellen Entwicklungen.

Vielen Dank und beste Grüße aus dem t3n-HQ

Daniel Hüfner

Antworten
Bojar

Der Gedanke Blutabnahmen und Analysen einfach und sicher zu machen ist ja sehr gut. Wenn man sich aber nicht auf die Ergebnisse verlassen kann ist das natürlich keinen Cent wert.... schade eigentlich.

Antworten
seba

Liest sich ehrlich gesagt wie gezielte Sabotage. Eine Zeitung äußert Zweifel, und dann gibt es angeblich Gerüchte aus Mitarbeiterkreisen?? Was wurde denn jetzt aus der Wirksamkeit des Tests? Wurde die irgendwo nachweislich widerlegt? Nein, aber das reichte, um den Mega-Deal zu verhindern? Und jetzt ist die Firma am Ende, obwohl das für Milliarden Menschen easy kostengünstige Bluttests ermöglicht hätte ohne staatliche Kontrolle? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Antworten
Sam

Endlich auch mal eine Identifikationsfigur bei t3n!

Antworten
Karl Marx

Und wo sind denn sie eigentlichen Fakten und Hintergrund Infos...?
Schlechter Artikel auf Bild Niveau

Antworten
Timo

Was mir nicht klar ist, was ist an dem Blutabnahmestift so besonders dass das Unternehmen so sehr gehypt wird?
Wurde das Blut direkt analysiert oder nur entnommen?

Antworten
lola

Die einzige Frage die sich stellt: Wieviel Geld hat sie abgezweigt und eingebunkert. Ihr Gehalt in den 13 Jahren wird wohl auch angemessen gewesen sein. Für ne Luftnummer echt nicht schlecht - Respekt.
Und vor allen so klein alles - deutsche Luftkünstler bauen da ganze Tiefbohrflotten auf.

Antworten
Dr. Ramiro Arena

Verstehe die Geldgier nicht, auf Deivel komm heraus zu investieren für nichts

Antworten
michael

ein sehr seichter artikel. welche Vorwürfe und welche Misstände waren das?
Im Grunde wird man aud diesem Artikel nicht schlauer.

Antworten
Peter

T3N weiß doch wieder nichts. Haben sie warscheinlich von ieinem US Blog abgeschrieben, ohne selbst zu recherchieren, wie immer halt. T3Bild

Antworten
michael

der wikipediaartikel ihrer firma hat die infos geliefert.
das hätte man echt reinpacken können.

der Stift entnimmt das Blut an den Fingern. Für manche tests muss das blut jedoch wo anders entnommen werden, was die testergebnisse unzuverlässig macht. steht so in etwa unter kritik.

Dr. Ramiro Arena

Für mich ist das kein Artikel mit Wert, das ist gar nichts, noch weniger als BILD

Antworten
Michael

Es geht hier nicht darum, wie viel Geld sie eingesammelt hat, oder wer Geld verloren hat. Menschen haben der Analyse vertraut und sich keine weitere professionelle Hilfe gesucht. Vermutlich sind Menschen gestorben. Wenn sie es bewusst getan hat, dann ist das Mord.

Antworten
Ribert

Für mich sind das hier die relevanten Punkte:
Herbst 2003: Elizabeth Holmes gründet das Startup Theranos
-> Finanzierung
April 2005: Blutabnahmestift entwickelt
-> Finanzierung
April 2011: Labor-Standort eröffnet
-> Finanzierung
November 2013: Verkauf startet
-> Finanzierung
Juli 2016: Bluttests werden untersagt

Nicht schlecht, wenn man mal sieht, dass dafür so gesehen nur 4x mal richtig gearbeitet wurde. Der Rest war nur Geldsammlerei, das Produkt, dass am Ende rauskommen sollte war wohl nicht sooooo wichtig.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.