Interview

Enfore-Gründer Marco Börries: „Wir haben Apple-Margen”

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Die Hardware, die wir heute alle benutzen, sind persönliche Geräte. Wir würden nie persönliche Geräte bauen. Wenn du dir heute Geräte für mobile Workflows anschaust, egal in welchem Bereich, werden in der Regel Tablets – die eigentlich zu groß sind – oder ein kleines, billiges Smartphone eingesetzt. Denn ein iPhone oder anderes High-End-Telefon kostet ja richtig Geld. Im Apple-Store nutzen sie das iPhone als Kasse – aber hast du dir die Dinger schon angesehen? Da ist noch so ein dicker Aufsatz für Kartenzahlungen drauf. Wir haben Donner gebaut. Da hast du Hardware und Software aus einer Hand – und das als Business-Gerät. Es sieht aus wie ein großes Telefon – aber in dieser Flachheit haben wir das komplette Kreditkartenterminal untergebracht, inklusive NFC und Barcodescanner. Außerdem ist es so robust, dass man es hinfallen lassen kann und es ist nicht nur über WLAN, sondern auch LTE verbunden – mit einer E-SIM. Das alles bieten wir für 600 Euro zum Einführungspreis an, später 700 Euro. Das ist günstiger als ein Smartphone. Und wir können ganz andere Konditionen verhandeln – und das ist eben das Apple-Prinzip. Aber wir zwingen niemanden, unsere Hardware zu kaufen, du kannst Enfore auch ohne unsere Hardware einsetzen.

t3n: Wenn man von Apple absieht, scheint mir das Hardware-Geschäft out. Und auch dort steigt der Umsatzanteil mit Inhalten und Software.

Ich glaube nicht, dass es out ist – im Gegenteil. Durch Apple ist es ja wieder zurückgekommen. Gerade die kleinen Unternehmen haben nicht die Möglichkeit, eine Software zu nehmen und alles zusammenzupacken und es funktioniert. Die Leute, gerade die Geschäftskunden, wollen fertige Lösungen haben. Das iPhone hat auch deshalb eine so gute Marge, weil es weniger Performance braucht als die Android-Geräte, weil Software und Hardware aufeinander abgestimmt sind. Das ist bei uns ähnlich.

t3n: Ja, aber schaut man sich an, wo Venture Capital vor allem hinfließt, dann sind das Modelle rund um B2B-Software aus der Cloud, Software as Service – alles Mietmodelle, bei denen der Cash-Flow gesichert ist, bei denen eine gewisse Planbarkeit vorhanden ist. Hardware verkaufst du ein Mal und das war’s dann erstmal – dann liegt sie erstmal fünf Jahre beim Kunden rum und macht keine Umsätze.

Doch, unsere Hardware macht Umsätze, das ist ja das Schöne dabei – über das Payment zum Beispiel. Die Leute brauchen ja nun mal ein POS-Terminal. Das kostet heute drei- bis fünftausend Euro. Bei uns zahlst du ein Drittel davon. Was passiert also? Die Leute kaufen mehr davon. Heute sind wir bei 1,5 Stationen im Schnitt pro Kunde. Mit dem Donner rechnen wir damit, dass wir drei pro Kunde im Schnitt verkaufen. Apple ist eine der drei reichsten Firmen der Welt mit einem vernünftigen Hardware-Umsatz…

t3n: Ja, aber mit einer Consumer-Hardware. Das ist ja ein Massengeschäft.

Ja, aber Apple macht mit einem Consumer-Modell mehr Ertrag als der Rest der Branche zusammengenommen. Das hat nichts mit Consumer zu tun, sondern mit der Marge bei der Hardware.

t3n: Sie profitieren eben von dem Skaleneffekt. Es werden unfassbar viele iPhones verkauft.

Richtig – und wir glauben, dass wir sehr viele von diesen Geräten verkaufen können.

t3n: Wenn du von Apple-Margen sprichst, wovon sprechen wir dann? 40 bis 50 Prozent?

Mehr! Als Daumenregel: Kosten mal drei ist der Verkaufspreis, das heißt rund 70 Prozent Marge.

t3n: Und die erreicht ihr auch?

Ja!

t3n: Aber ihr habt doch noch gar keinen Skaleneffekt, ihr verkauft doch noch wenige Geräte im Vergleich zu Apple?

Wenn du dir die Hardware anschaust, ist sie extrem hochwertig: Ein qualitativ hochwertiger Screen, modernster Quallcomm-Chip. Wir produzieren diese Geräte zusammen mit einem großen Hardware-Partner, ermöglicht durch unsere besonderen Beziehungen zu ihm. Und die verkaufen normalerweise ihre Geräte in Millionen-Stückzahlen. Durch unsere strategische Partnerschaft kommen wir aber auch an diese Konditionen. POS-Terminals inklusive mobiler Terminals werden fast 200 Millionen im Jahr verkauft, ein riesiger Markt.

t3n: Also das heißt, dass euer Gerät, das ihr für 600 bis 700 Euro verkauft, in der Produktion nur 200 Euro kostet?

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3 Kommentare
Johannes
Johannes

Danke, interessanter Artikel, für mich umso mehr, desto weiter er sich von den Produkten Enfores wegbewegt.

Antworten
Dieter
Dieter

Schon witzig was für Märchen, Träume und Wunschdenken des großen Börries sich in diesem Artikel befinden und mit welch Arroganz er diese vorträgt.

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Jonas
Jonas

Da kennt wohl jemand den Unterschied zwischen Verlust und Marge nicht.

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