Interview

Enfore-Gründer Marco Börries: „Wir haben Apple-Margen”

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Den genauen Preis darf ich nicht nennen, aber jeder kann diesen Dreisatz selber auflösen.

t3n: Wie geht das? Ihr produziert ja nicht Millionen.

Nein, Zehntausende. Und ja, das bekommt man normalerweise nicht hin. Aber asiatische Firmen haben eine sehr langfristige Perspektive.

t3n: Mit anderen Worten: Du hast deinem Hardware-Partner sehr viele Geräte in Aussicht gestellt?

Es ist eine Partnerschaft. Die sehen auch, dass das Consumer-Geschäft immer schwieriger wird, und das könnte ein weiteres Standbein werden – aber halt nicht von heute auf morgen.

„Das Problem, das alle heute haben – die Kleinen wie die Großen: Sie verstehen den Kunden nicht digital.“

t3n: Warum habt ihr nicht einfach ein POS gebaut und euch die Plattform wie zum Beispiel das Customer-Relation-Management (CRM) gespart? Die meisten kleineren und mittleren Unternehmen haben doch schon ein CRM?

Nee, die haben gar nichts.

t3n: Ein Kioskbesitzer hat vielleicht nichts. Aber…

Das Problem, das alle heute haben – die Kleinen wie die Großen: Sie verstehen den Kunden nicht digital. Da gibt es irgendwelche Payback-Nachprogramme, mit denen das versucht wird, den Kunden digital zu verstehen, was wir Connected Commerce nennen. Da geht es darum, die Trennung von Online- und Offline-Commerce aufzuheben. Als Konsument möchte ich entscheiden, wann und wo ich kaufe: Gehe ich in den Laden, lasse ich es mir schicken, gehe ich in den Laden und lasse es mir dort schicken? Bestelle ich es vorher und hole es im Laden ab? Wir helfen den Händlern den Kunden über Loyality-Programme, Coupons und Promotion-Aktionen besser zu betreuen, ohne dass der Kunde seine Daten hergeben oder Angst haben muss, angeschrieben zu werden. Bei Amazon ist Login Pflicht, im Laden nicht.

t3n: Das geht im Laden ja auch nicht. Ich gehe in den Laden, der Händler an der Kasse kennt mich nicht. Was ist eure Lösung?

Wenn du ein regelmäßiger Kunde bist, könnte der Händler dir eine Kundenkarte anbieten, mit der du Punkte sammeln kannst. Oder du hast darauf Guthaben und kannst mit der Kundenkarte noch schneller bezahlen. Oder es gibt ein Loyality-Programm: Kaufe vier Kaffee, bekomme einen umsonst. Dadurch, dass diese Dinge digital angebunden und keine Stempelkarten mehr sind, seid ihr im Kontakt. Du bekommst zum Beispiel eine Belohnung, wenn du dich als Kunde registrierst – du willigst mit dem DSGVO-Button ein. Wir managen die Daten für den Händler, sodass sie auch wirklich geschützt sind. Er sieht zum Beispiel nur die letzten vier Stellen deiner Telefonnummer und kann dir Nachrichten schicken. Aber sobald du sagst: Lösch die Nummer, wird sie gelöscht und der Händler hat keine Möglichkeit sie vorher abzuspeichern. Du hast deine vollständige Nummer nie dem Händler gegeben.

t3n: Und ihr habt Zugriff auf die Daten?

Wir haben technisch bedingten Zugriff auf die Daten. Auf die sensitiven Daten nicht, denn die sind so verschlüsselt, dass man nur auf den Geräten darauf zugreifen kann – sonst bekommt man auch keine BSI-Zertifizierung. Wir versichern den Kunden in den Lizenzbestimmungen, dass wir niemals Daten an Dritte verkaufen.

t3n: Verstehen kleinere und mittlere Händler das Produkt überhaupt?

Viele Leute sagen natürlich: Ich muss erstmal kassieren. Aber wir sehen den Fortschritt: Was dann immer sofort als nächstes kommt, sind Geschenkgutscheine. Da gibt es ja auch neue Regularien. Das nehmen wir dir ab. Dann fangen sie an und geben Kundenkarten raus. Viele Modehändler zum Beispiel haben schon existierende Kundenkarten, also ist es wichtig, dass die Kundenkarten importiert werden können. Dann kommt irgendwann Inventory-Managament, Einkauf und so weiter. Du siehst: Je länger die Kunden damit arbeiten, desto mehr Funktionen nutzen sie.

t3n: Also ist das Kassensystem eine Art Trojanisches Pferd, um den Rest der Plattform langsam an die Kunden auszuliefern…

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3 Kommentare
Johannes
Johannes

Danke, interessanter Artikel, für mich umso mehr, desto weiter er sich von den Produkten Enfores wegbewegt.

Antworten
Dieter
Dieter

Schon witzig was für Märchen, Träume und Wunschdenken des großen Börries sich in diesem Artikel befinden und mit welch Arroganz er diese vorträgt.

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Jonas
Jonas

Da kennt wohl jemand den Unterschied zwischen Verlust und Marge nicht.

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