Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Feature

Frauen und Technik? Rollenklischees bremsen Wandel in der Arbeitswelt

(Foto: YanLev/Shuttestock)

Mädchen haben im Schnitt bessere Schulnoten als Jungen, machen häufiger Abitur und werden von vielen Unternehmen umworben. Trotzdem bleiben viele technische Berufe männlich dominiert. Warum?

Die Jobaussichten sind glänzend, und der Verdienst stimmt – trotzdem machen viele Mädchen und junge Frauen in Deutschland noch immer um technische Berufe einen großen Bogen. Dabei dürfte der Bedarf an Softwareentwicklern, Informatikern, Elektrotechnikern und anderen technischen Jobs in der digitalen Produktions- und Arbeitswelt künftig noch deutlich steigen. Höchste Zeit also, alte Rollenklischees über Bord zu werfen, sagen Experten. Auf der Messe Her-Career an diesem Donnerstag und Freitag (13./14.10.) in München können Frauen ihre Fühler auch in technische Branchen ausstrecken und Karrierechancen ausloten.

Schon seit rund 15 Jahren buhlen Unternehmen und Wirtschaftsverbände beim jährlichen Girl's Day und bei vielen anderen Aktionen um den weiblichen Nachwuchs. Zuletzt entschieden sich zwar etwas mehr junge Frauen für ein technisch-naturwissenschaftliches Studium, doch vor allem in vielen technischen Ausbildungsberufen herrscht nach wie vor Frauenmangel, wie etwa aus der Studie „MINT Nachwuchsbarometer“ der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und der Körber-Stiftung hervorgeht.

Das liegt wohl zuallererst an den Hürden in den Köpfen. Schon in der Schulzeit wird Mädchen der Studie zufolge in der Familie und im Freundeskreis fünf Mal häufiger von einer technischen Ausbildung abgeraten – mit entsprechenden Folgen: Viele Mädchen und junge Frauen trauen sich gar nicht erst zu, in technischen Disziplinen beruflich Fuß zu fassen.

Mädchen geben „Entmutigung durch ihr soziales Umfeld“ als Grund an

Mehr als ein Drittel der Schülerinnen, die sich gegen eine solche Ausbildung entschieden, geben als Grund die „Entmutigung durch ihr soziales Umfeld“ an. Und auch bei den gleichaltrigen Kollegen können junge Frauen nicht immer auf Unterstützung hoffen: Gut ein Fünftel der männlichen Azubis in technischen Berufen glaubt, dass Frauen das Verständnis, Geschick und die körperlichen Voraussetzungen dafür fehlten.

Das ist aber Unsinn, weiß man beispielsweise bei Siemens. Auch der Elektrokonzern bekommt alljährlich die Zurückhaltung des weiblichen Nachwuchses zu spüren, wenn es um Berufe wie Mechatroniker oder Elektroniker geht. Gut 1900 junge Leute haben bei Siemens in diesem Jahr eine Ausbildung begonnen, der Frauenanteil lag bei knapp 21 Prozent und in technischen Berufen wiederum bei 12,7 Prozent.

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

5 Reaktionen
tomrouleur

Dieses böse System, das die Frauen nicht zu ihrer Bestimmung kommen lässt! Denn die Frauen wissen leider alle noch nicht, dass sie ja geborene Technikerinnern sind! Wir müssens ihnen sagen! Und sie zu technischen Karrieren zwingen (äh, fördern)!
Wie Werner sagt: Wer will und kann, kann. Warum schreien so viele Gutmenschen eigentlich den Weltuntergang herbei, wenn Frauen sich entscheiden, ihre Zeit mit Kindern, zuhause, fürs Bauen des Familiennestes und die so wichtige Bindung von Kindern – ja, auch Teenagern – zu investieren. Wohlgemerkt mit selbstverständlicher Unterstützung des Papas.
Es nervt, dass dies in der Öffentlichkeit, Politik, Medien (auch t3n) keinen Wert mehr hat.
Weltuntergang ist wenn schon dann, wenn wir die Familie zerstört haben (u.a. GenderBlahblah), wenn es keine Erwachsene mehr mit Balance, Fokus und Resilienz gibt (u.a. weil sie als Kinder dauernd wegorganisiert wurden / «VereinbarkeitBerufFamilie» = Kinder machen aber nicht haben wollen), wenn DAS LEBEN von der Bruttosozialproduktoptimierung erwürgt worden ist.

Antworten
herrfischer

OMG wie dieses Thema nervt ... .

Antworten
Markus

Lustig..mich regt es langsam auf, dass man im Umfeld der GenderDebatten immer mehr zwei Pole separiert. Warum also gibt es spezielle Veranstaltungen für Frauen? Für Männer aber nicht?

In meinem ersten Bildungsweg war ich 1:19 deutlich von Frauen umgeben und im zweiten Anlauf 11:3 eher in der Mehrheit. Man kann also machen was man mag und die Quote ist für Statistiker.

Es gibt in so ziemlich jeder Fachrichtung genügend Bereiche, für beide Geschlechter. Wenn man an Bauarbeiter denkt, dann fände ich es schon nett, wenn die nette Dame im Vertrieb einer Baufirma vorher Bauarbeiter gelernt hätte, dann müsste sie nicht bei Fachbegriffen wie Ziegel oder Zement den Fachmann holen. Sie muss ja nicht gleich schwere Zemetkübel tragen und vielleicht kann sie es sogar besser. NUR wird bei aller Anstregung kein Anreiz geschaffen, der die Vorurteile aus dem sozialen Umfeld entkräftigt.

Antworten
Ribert

Wieder mal die Opferhaltung. Heul heul, wir wollen ja aber keiner ermutigt uns.
Wir leben in 2016, da gibts Selbstverantwortung und Eigeninitiative. Wer nicht wirklich will, der machts eben auch nicht.
DIE MEISTEN FRAUEN WOLLEN ANSCHEINEND NICHT IN DIE TECHNISCHEN BERUFE, IST DAS SO SCHWER ZU BEGREIFEN?
Muss man dass um jeden Preis forcieren?

Antworten
Werner

pah dieser alte Lüstling: beim Borhmaschine-Halten helfen soll..
Solch dumme Sprüche muss sich bestimmt jeder Lehrling anhören, egal ob Mann oder Frau.
Ich finde es selbstverständlich das Frauen technische Berufe ergreifen, wer will und kann, die kann. Bin gespannt, ob es auch entsprechende Motivation/Bezahlung für Kindergärtner gibt.
Ansonsten die Kirche im Dorf lassen und bitte keine Gender Diskussionen. Manche Jobs können Männer generell besser, manche Frauen. Was fehlt, ist eher die Wertschätzung.

P.S. habt ihr sowas wie Autokorrektur beim Schreiben, oder ganz altertümlich Korrekturlesen..? Hier, im Editor wird: Borhmaschine-Halten markiert.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.