Ratgeber

5 Tipps zur internen Verlinkung bei Onlineshops

(Foto: Christian B. Schmidt)

Interne Verlinkung sollte bei Onlineshops nicht vernachlässigt und vor allem nicht dem Zufall überlassen werden. Wie ihr richtig vorgeht, zeigt unser SEO-Check. 

Im t3n SEO-Check mit Christian B. Schmidt geben wir euch jede Woche Einblicke in die Suchmaschinenoptimierung anhand von Praxisbeispielen. Reicht eure Seite ein und lasst sie kostenlos checken. In der aktuellen Folge stellt euch Christian beliebte SEO-Tools vor.

t3n SEO-Check: Interne Verlinkung prüfen und Linkstruktur für SEO optimieren

Wie wertest Du die interne Linkstruktur aus? Die interne Verlinkung ist vor allem für größere Websites wie Onlineshops von besonderer Bedeutung. In der neusten Folge des t3n SEO-Checks gibt euch Christian B. Schmidt fünf Tipps zur Optimierung der internen Linkstruktur.

Posted by t3n Magazin on Thursday, November 1, 2018

Die interne Verlinkung ist vor allem für größere Websites wie Onlineshops von besonderer Bedeutung. Die meisten Unterseiten haben keinerlei Backlinks, daher können sie nur durch interne Verlinkungen erreicht werden. Dabei berechnet Google auch, welche Kategorien und Produkte besonders relevant sind. Dies sollte man also nicht dem Zufall überlassen.

Analyse der internen Verlinkung

Ein geschultes Auge kann schon beim ersten Blick auf das Hauptmenü erste Rückschlüsse auf die Verlinkungsstruktur ziehen. Gerade bei größeren Websites muss man jedoch für belastbare Auswertungen auf Crawler zurückgreifen. Diese nutzen zudem komplexe Formeln, um beispielsweise die Pagerank-Verteilung zu berechnen, was manuell schlichtweg unmöglich ist.

Zahlreiche SEO-Tools bieten daher mittlerweile eine Auswertung der internen Linkstruktur an. Egal, ob du lieber den „Screaming Frog“ als Desktop-Client nutzt, alle deine SEO-Aktivitäten mit Semrush trackst oder individuelle Crawls mit Audisto erstellst. Jedes professionelle Onpage-SEO-Tool ermöglicht dir heute auch die Analyse der internen Verlinkung.

1. Pagerank-Verteilung steuern

Während Backlinks die Autorität einer Domain auch insgesamt stärken, verteilen interne Links den so erworbenen Pagerank auf die Unterseiten. Dieser berechnet die Relevanz einer Seite basierend auf den eingehenden Links. Umgekehrt drückt der Cheirank aus, welche Seiten besonders viele andere Seiten zugänglich machen und so Pagerank verteilen — auch „Hub-Pages“ genannt. Die gezielte Optimierung der Pagerank-Verteilung spielt also eine große Rolle für die Suchmaschinenoptimierung von Onlineshops. Die wichtigsten Kategorien, Marken und Topseller sollten dabei besonders stark verlinkt werden, um einen hohen internen Pagerank zu erhalten.

Bei beate-uhse.it haben die meisten Seiten einen geringen Pagerank (Screenshot: ryte.com)

2. Klickpfad optimieren

Damit alle wichtigen Seiten für Nutzer und Bots leicht erreichbar sind, sollte der Klickpfad möglichst kurz sein. Kaum ein User wird sich so tief wie ein Bot durch eine Website klicken. Daher ist diese Optimierung auch besonders wichtig für die Nutzerfreundlichkeit. Aber auch die Bots geben irgendwann auf und ziehen Rückschlüsse auf die Relevanz einer Seite. Ist diese erst nach zig Klicks von der Startseite aus erreichbar, wird die Bewertung schlechter ausfallen, als wenn man zu einer Seite mit nur wenigen Klicks gelangt. Genauso wie bei der Pagerank-Verteilung, sollte man also die wichtigsten Kategorien, Marken und Produkte mit ein bis zwei Klicks erreichbar machen. Spezielle Unterkategorien und wenig gefragte Produkte können auch etwas weiter von der Startseite entfernt sein. Seiten, die jedoch nach mehr als zehn Klicks oder gar nicht erreichbar sind, sollten entweder gelöscht oder besser verlinkt werden.

Bei dentalfox.de sind sehr viele Seiten auch nach mehr als 10 Klicks nicht erreichbar (Screenshot: ryte.com)

3. Seiten ohne eingehende Links vermeiden

Damit eine Seite Pagerank vererbt bekommt und intern erreichbar ist, muss sie auch intern verlinkt werden. Seiten, die keine internen Links haben, sind wiederum oft so irrelevant, dass sie auch getrost entfernt werden können. Wenn sie nicht gelöscht werden sollen, müssen sie künftig in der Linkstruktur berücksichtigt werden. Häufig sind Produkte keiner Kategorie zugeordnet oder die Produktlisten beinhalten zu viele Produkte, sodass die letzten gegebenenfalls sogar durch ein Limit abgeschnitten werden. Dann ist entweder eine Umstrukturierung oder eine Bereinigung des Produktkatalogs nötig.

made-with-love.de hat viele Seiten ohne eingehende interne Links (Screenshot: ryte.com)

4. Status-Codes überprüfen

Die interne Verlinkung kann vom Websitebetreiber theoretisch hundertprozentig kontrolliert werden. Daher sollten keine internen Links auf Weiterleitungen oder, noch schlimmer, defekte Seiten verweisen. Ist dies doch der Fall, liegt häufig ein systematischer Fehler vor. Entweder wurde ein Link, der sich durch ein Template immer wieder wiederholt, falsch gesetzt oder es gibt einen anderen logischen Fehler, der sich durch die Seite zieht. Mit einem Onpage-Crawl lassen sich diese Fehler leicht aufdecken, um diese zu beheben. Interne Links auf Fehlerseiten führen dazu, dass der weitergegebene Pagerank verloren geht. Auch für Nutzer ist es frustrierend, wenn sie nach einem Klick auf einer Fehlerseite oder in einer Weiterleitungskette landen.

Bei cecconi.shop werden Links auf Seiten gesetzt, die nicht gefunden werden konnten (Screenshot: ryte.com)

5. Seiten hierarchisch verlinken

Es gibt systematische Verlinkungsmuster, die helfen, die Seitenhierarchie auch in der internen Verlinkung abzubilden. Der Klassiker ist eine Wo-bin-ich-Leiste (Breadcrump), die Elternelemente verlinkt. Auch eine saubere Verzeichnisstruktur hilft dabei zu erkennen, in welcher Ebene man sich gerade befindet. Unterseiten wie Produkte sollten also auf ihre zugehörigen Kategorien zurück verlinken. Gleiches gilt für Unterkategorien, welche die entsprechenden Oberkategorien verlinken sollten. So ergibt sich eine interne Linkstruktur, welche die Seitenhierarchie optimal abbildet und Nutzern sowie Bots Orientierung beim Navigieren bietet.

Auf mcdrogerie.ch verlinken einige Seiten nicht hierarchisch (Screenshot: ryte.com)

Fazit: Die interne Linkstruktur wird als SEO-Faktor unterschätzt

Eine optimale interne Verlinkung kann gerade bei Onlineshops den Unterschied im Ranking ausmachen. Wer die Pagerank-Verteilung dem Zufall überlässt, seine wichtigen Verkaufsseiten nicht ausreichend intern verlinkt und Fehler nicht beseitigt, kann im wettbewerbsintensiven Onlineshopping-Umfeld keine Wunder erwarten. Eine saubere interne Linkstruktur gehört zu den Standard-Hausaufgaben für Betreiber großer Websites und ist mitunter ein noch viel größerer Hebel, als weitere externe Backlinks. Gerade durch eine systematische Optimierung können verborgene SEO-Schätze gehoben werden.

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Christian B. Schmidt

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