Anzeige
Anzeige
News

Geheimdienst? Lilith Wittmann findet kuriose Behörde in der Bundesverwaltung

Die Berliner Aktivistin Lilith Wittmann ist über eine Bundesbehörde gestolpert, zu der es auffällig wenig Informationen gibt – die Bundesstelle Telekommunikation.

1 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige

Wie geheim ist die Bundesstelle Telekommunikation? (Bild: Shutterstock)

Lilith Wittmann ist Softwareentwicklerin und als politische Aktivistin bekannt. Für ein neues Projekt hat sie sich mit den verschiedenen, immerhin 800 Stellen der Bundesverwaltung beschäftigt. Dabei ist sie auf die „Bundesstelle Telekommunikation“ (BST) gestoßen. Von der Behörde hatte sie zuvor noch nie gehört.

Kuriose Behörde ohne Kontaktmöglichkeiten

Anzeige
Anzeige

Über eine – erstaunlicherweise inzwischen gelöschte – Website des Bundes (hier im Cache) informierte sich Wittmann über den Aufgabenbereich der Behörde. Danach müsste die BST ein Querschnittsdienstleister sein, der Bundesministerien vor allem im Bereich des Kommunikationsmanagements unterstützt.

Weitere Recherchen zeigten, dass die Behörde bereits seit mindestens 10 Jahren existiert. Wittmann wollte sich telefonisch informieren und wählte erfolglos die angegebenen Rufnummern. Eine Mail an die ebenfalls angegebene E-Mail-Adresse konnte nicht zugestellt werden.

Anzeige
Anzeige

Anfragen bleiben inhaltlich unbeantwortet

Verschiedene Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz lieferten Unbrauchbares. So könnten Informationen zur BST nur von der BST erteilt werden. Im Zuge des Anfrageprozesses wurde der Eintrag der Behörde im Bundesverzeichnis gelöscht.

Anzeige
Anzeige

Über eine parlamentarische Anfrage einer Bundestagsabgeordneten der Fraktion „Die Linke“ wollte Wittmann schneller an Informationen gelangen. Zwei Versuche wurden unternommen. Zuletzt sollte die Bundesregierung mitteilen, aus welchen Mitteln die BST in welchen Jahren finanziert wurde.

BST wird ohne Budget betrieben

BMI-Staatssekretär Hans-Georg Engelke ließ die Abgeordnete in Beantwortung der Anfrage wissen, dass dem BST noch nie Mittel aus dem Bundeshaushalt zugewiesen wurden. Eine Behörde, die es seit mindestens zehn Jahren gibt, die aber ohne Budget betrieben wird, ließ Wittmann stutzig werden.

Anzeige
Anzeige

Auf Twitter vermutete sie offen, dass die BST eine „Tarnbehörde eines Geheimdienstes“ sein könnte. Widerspruch erntete sie darauf nicht. Als Indizien für die Richtigkeit ihres Verdachts führt Wittmann die handelnden Personen an.

So sei Engelke Staatssekretär im Bundesinnenministerium und dort für den Verfassungsschutz und die Bundespolizei zuständig. Die Antworten auf die IFG-Anfragen Wittmanns waren zudem im CC an Marga-Lena Dobner, die Geheimschutzbeauftragte im Bundesverwaltungsamt, gegangen. Wittmann fordert ihre Follower auf, sich an den weiteren Recherchen zu beteiligen.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare

Community-Richtlinien

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige