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Hacking Team: Mitgründer erklärt Spionagesoftwarefirma für tot

Hacking-Team-Nachfolger Memento Labs in Schwierigkeiten. (Bild: Memento Labs)

Lesezeit: 2 Min.
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Die umstrittene Mailänder Softwarefirma Hacking Team, die sich auf den Entwicklung von Überwachungslösungen für Staaten und Konzerne spezialisiert hat, gibt es nicht mehr.

Ähnlich wie die NSO Group und Finfisher war die 2003 in Mailand gegründete Softwarefirma Hacking Team auf Spionagesoftware spezialisiert. Ihre Lösungen zur Überwachung, darunter Galileo und Da Vinci, lieferte Hacking Team an verschiedene Staaten und Konzerne weltweit. Jetzt ist die Firma Geschichte, wie der ehemalige CEO und Mitgründer David Vincenzetti via Linkedin mitteilte.

Hacking Team ist tot

„Hacking Team ist tot, endgültig tot“, erklärte Vincenzetti auf dem Hacking-Team-Account bei dem Karrierenetzwerk. Er werde das weder weiter ausführen noch irgendwelche Fragen dazu beantworten. Auch Linkedin werde er den Rücken kehren, so Vincenzetti – nur um die Mitteilung anschließend doch noch auszuführen, via Linkedin. In einem Kommentar zur Ursprungsmeldung ließ der Ex-CEO wissen, dass er Hacking Team schon 2019 verkauft habe. Jetzt und auch in Zukunft werde er nicht mehr im Bereich „Attack Security“ arbeiten. Damit meint Vincenzetti wohl die Entwicklung von Überwachungssoftware.

Hacking Team war nach einer längeren Durstphase erst im Frühjahr 2019 wieder aufgetaucht, wie heise.de berichtet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Überwachungsfirma Inthecyber die Firma übernommen und macht unter dem neuen gemeinsamen Namen Memento Labs weiter. Der neue Firmenchef Paolo Lezzi will jetzt daran arbeiten, Hacking Team nach dem 2015 erfolgten Hack gegen das Unternehmen wieder zu alter Größe zu bringen. Ziel sei es, sich mit Branchengrößen wie der oben schon erwähnten NSO Group zu messen.

Hack zerstörte Vertrauen in Softwarefirma

Vor fünf Jahren hatten ein Hack sowie die darauffolgende Veröffentlichung der dabei erbeuteten Daten schon einmal beinahe das Aus für Hacking Team bedeutet. Denn in dem 500 Gigabyte umfassenden Datenpaket waren neben Verträgen und internen E-Mails auch die Namen der Kunden ans Tageslicht gekommen. Zwischenzeitlich dürfte die Übernahme von 20 Prozent der Firma durch einen angeblich saudiarabischen Investor für das finanzielle Überleben von Hacking Team gesorgt haben.

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Der Nachfolgerfirma geht es laut einem Motherboard-Bericht allerdings auch nicht besonders gut. Demnach sollen Mitarbeiter das Unternehmen verlassen haben. Außerdem, so sollen es ehemalige Memento-Labs-Mitarbeiter berichtet haben, falle es dem Unternehmen zunehmend schwer, Kunden zu finden und zu halten. Davon lässt sich Lezzi allerdings offenbar nicht beeindrucken. Er wolle alles neu aufbauen und versicherte, dass es Memento Labs bald besser gehen werde.

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