Ratgeber

Hörbücher: Wie Streaming den deutschen Hörbuchmarkt verändern kann

(Foto: Shutterstock)

Neben Streaming-Diensten für Video und Musik fristen Angebote für Hörbücher in Deutschland noch ein Nischendasein. Doch mehrere bekannte Dienste aus Schweden kämpfen jetzt um Marktanteile.  

Der Streamingmarkt hat jetzt nach Film-, TV-Serien- und Musik-Content auch Hörbücher und Hörspiele erfasst (in der Branche etwas sperrig als „spoken word audio content“ bezeichnet). Derzeit drängen mehrere Akteure auf den deutschen Markt, die den etablierten Playern mit Streaming-Angeboten Konkurrenz machen wollen – und spannenderweise stammen gleich drei wichtige Akteure aus Schweden.

Doch der Reihe nach: Wer an Hörbücher via Internet denkt, dem fällt meist zunächst Audible ein. Seit vielen Jahren ist der Anbieter für Hörbuch-Downloads auf dem deutschen Markt präsent und bietet auch Abo-Modelle auf monatlicher Basis an. Doch der Kunde erhält für seine 9,95 Euro im Monat stets ein Hörbuch, das dafür auch über den Abo-Zeitraum hinaus in seinem Besitz bleibt. Rund 50.000 deutschsprachige Hörbuchtitel bietet der zu Amazon gehörende Konzern inzwischen, doch mit den Streaming-Modellen, wie wir sie von Netflix und Spotify kennen, hat das nichts zu tun.

Die gängigen Audio-Streaming-Dienste von Spotify bis Deezer stellen ebenfalls ein (wenn auch begrenztes) Angebot an Hörbüchern bereit. Doch die Buch- und Hörbuchverlage sehen bei dem dahinterstehenden Erlösmodell ein Problem mit den Erträgen. Hinter vorgehaltener Hand ist die Rede von „Peanuts“, die das Ganze für die Produzenten wenig rentabel erscheinen lassen. Denn das Erlösmodell sieht meist eine Verteilung eines Ertragstopfes mit der Gießkanne vor. Das Problem dabei: Erfolgreiche Verlage erhalten so unterm Strich pro abgespielter Einheit (Stunde, Buch, etc.) also weniger als andere, weil nach einem festen Schlüssel vorgegangen wird.

Drei (echte) Streaming-Dienste für Hörbücher und Hörspiele

Eine neue Welle von Anbietern erobert derzeit den deutschen Markt. Da ist zunächst einmal Bookbeat, ein reiner Hörbuchanbieter, hinter dem das Verlagshaus Bonnier steht, zu dem in Deutschland der Ullstein-Verlag und Piper gehören. Der Kunde bekommt hier nicht wie bei einem Buchclub ein Buch im Monat für einen festen Abopreis, sondern zahlt 14,90 Euro monatlich für bis zu 30 Stunden Hörbuch-Genuss (eine Art kalkulierbares Fair-Use-Abo) und 19,90 Euro für eine echte Flatrate ohne Begrenzungen. Für jeweils 4,90 Euro Aufpreis lassen sich weitere Familienmitglieder hinzubuchen. Auch hier stehen mehrere zehntausend Hörbücher zur Verfügung, auch wenn das Angebot noch lang nicht allumfassend ist, weil etliche Verlage ihre Titel generell noch nicht bei Streaming-Diensten anbieten.

Ein weiterer Anbieter ist Nextory. Das Portal bietet ebenfalls mehrere zehntausende Hörbücher und darüber hinaus E-Books von insgesamt 600 Verlagen über eine App – das Angebot von E-Books erklärt die große Zahl der beteiligten Verlage. Neben dem Silber-Abo, das alle Titel anbietet, die seit sechs Monaten auf dem Markt sind (13,99 Euro), gibt es ein Gold-Abo, das 16,99 Euro kostet und auch die Neuerscheinungen listet. Zusätzlich gibt es Familien-Accounts für zwei, drei und vier Nutzer (19,99 bis 29,99 Euro).

Der Dritte im Bunde, der auch Hörbücher und E-Books anbietet und ebenfalls aus Schweden kommt, ist Storytel, ein Streamingdienst, der inzwischen auf knapp einem Dutzend Märkten präsent ist (diverse europäische Länder und Indien) und in seinem Heimatland den größten Marktanteil für sich verbuchen kann. Das Abo kostet 14,90 Euro pro 30 Tage bei Zahlung via Portal und Kreditkarte – bei In-App-Kauf sind es zwei Euro mehr.

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2 Kommentare
Bandicood
Bandicood

Wenn man eine Spotify, Deezer, Napster oder AppleMusic Subscription hat, sollte man mal in Spooks reinschauen (spooksapp.com). Lohnt sich ;-)

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Michael
Michael

Ein Blick in die Kategorien, SciFi unter Fantasy/SciFi gelistet -> Ihr seid raus.

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