Anzeige
Anzeige
News

Hubble-Teleskop bestätigt Einsteins Vorhersage – nach fast 90 Jahren

Die Schwerkraft spielt unseren Teleskopen Streiche. Das belegt ein Bild des Hubble-Weltraumteleskops. Albert Einstein, der am 14. März diesen Jahres seinen 143. Geburtstag gefeiert hätte, würde daran seine Freude haben.

Von Christian Bernhard
2 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige
Weltraumteleskop Hubble. (Foto: NASA)

In der Mitte des Bildes, welches Hubble eingefangen hat, ist ein Lichtring zu sehen, der von vier hellen Flecken unterbrochen wird, während in der Mitte zwei weitere diffuse Flecken leuchten. Dies ist ein sogenannter Einstein-Ring, der eine täuschende Wirkung hat. Die vier hellen Flecken sind in Wirklichkeit ein und dasselbe Objekt – ein sogenannter Quasar – dessen Licht durch die Schwerkraft der beiden Galaxien im Zentrum vergrößert und multipliziert wird. Ein Quasar ist laut Wikipedia der aktive Kern einer Galaxie, der im sichtbaren Bereich des Lichts nahezu punktförmig erscheint (wie ein Stern) und sehr große Energiemengen in anderen Wellenlängenbereichen ausstrahlt.

Einsteins Vorhersage

Anzeige
Anzeige

Der Ring besteht demnach aus dem Licht aller Sterne in der Heimatgalaxie des Quasars, das durch eine Illusion verwischt wird: ein Phänomen, das als Gravitationslinseneffekt bekannt ist. Gravitationslinsen sind ein Schlüsselbegriff der Allgemeinen Relativitätstheorie, und in einer Wendung, die Albert Einstein zweifellos gefallen würde, nutzen Astronom:innen nun die Ringe, die seinen Namen tragen, um die Theorie zu untersuchen, die ihre Existenz zu erklären scheint.

In einem Brief an die Fachzeitschrift Science aus dem Jahr 1936 hatte Einstein vorausgesagt, dass die Schwerkraft eines Sterns das Licht eines direkt dahinter liegenden Sterns zu einem Ring verzerren würde. „Es besteht natürlich keine Hoffnung, dieses Phänomen direkt zu beobachten“, schrieb Einstein damals. Er ahnte nicht, dass wir eines Tages Teleskope haben würden, die stark genug sind, um ferne Galaxien abzubilden.

Anzeige
Anzeige

Erster Einsteinring wurde 1987 entdeckt

Das erste bekannte Bild eines Einsteinrings wurde 1987 mit dem Very Large Array-Radioobservatorium in New Mexico aufgenommen. Etwas mehr als ein Jahrzehnt später entdeckte Hubble den ersten vollständigen Ring. Seitdem haben Astronom:innen viele weitere Einstein-Ringe gefunden, darunter auch jenen, den die Gruppe von Tommaso Treu vom Fachbereich Physik und Astronomie der Universität von Kalifornien, Los Angeles, mit dem Hubble aufgenommen hat.

Anzeige
Anzeige

Treu glaubt, dass Einstein „nicht nur die reine Schönheit dieser Bilder lieben würde, sondern auch die Tatsache, dass wir ein Modell des Universums erstellen können, das alles beschreibt, was mit diesen Photonen über Milliarden von Jahren passiert“, sagte er der Webseite Inverse.

Treu will die Schwerkraft nutzen

Treus Forschungsgruppe erforscht dieses Modell, die allgemeine Relativitätstheorie, mit Hilfe der Einstein-Ringe. Die Ringe selbst könnten die perfekten Detektoren für dunkle Materie sein. „Da wir nur wissen, dass dunkle Materie und dunkle Energie durch die Schwerkraft wechselwirken, sollten wir die Schwerkraft nutzen, um mehr über sie zu erfahren“, sagte er.

Anzeige
Anzeige

Treu meint, dass dunkle Materie, wenn sie denn existiert, das Erscheinungsbild des Rings aus verschmiertem Sternenlicht auf die gleiche Weise verändern könnte, wie Kratzer auf einer Lupe ein Bild verzerren. Je nach der Verzerrung könnten die Wissenschaftler:innen so einige der Eigenschaften der dunklen Materie erfahren. „Mit diesen Linsen können wir einige dieser Theorien ausschließen, und wenn wir Glück haben, können wir eine finden, die besser funktioniert als andere“, betonte er. „Wenn die Natur uns hilft, können wir vielleicht herausfinden, welche das ist.“

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Kommentare (2)
Grammatikus

„dieses Jahres“!!!!
Den Fehler machen leider sehr viele Menschen. Ex-Kanzlerin Angie ist ein sehr gutes Beispiel dafür.

Dieter Petereit

„Dieses Jahres“ ist völlig korrekt. Hier nachzulesen. „Diesen Jahres“ ist aber ebenso korrekt.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Kommentar abgeben

Melde dich an, um Kommentare schreiben und mit anderen Leser:innen und unseren Autor:innen diskutieren zu können.

Anmelden und kommentieren

Du hast noch keinen t3n-Account? Hier registrieren

Anzeige
Anzeige