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Impfstoff-Drucker: Curevac und Tesla stellen mobiles Pharmalabor vor

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac tüftelt mit der rheinland-pfälzischen Tesla-Tochter Grohmann an einem Medikamentendrucker für mRNA-Wirkstoffe, der auch in Arztpraxen eingesetzt werden könnte.

2 Min. Lesezeit
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Das Curevac-Hauptquartier in Tübingen. (Foto: SmallWorldProduction / Shutterstock.com)

Arztpraxen und Apotheken sind die Zielgruppe des neuen mRNA-Druckers aus der gemeinsamen Entwicklung von Curevac und Tesla Grohmann. Dabei ist die Bezeichnung „Drucker“ nicht ganz treffend, denn im Grunde handelt es sich um ein mobiles Pharmalabor, das eher den Farbmischsystemen aus dem Baumarkt ähnelt als einem Drucker.

RNA-Mikrofabrik so groß wie ein Auto

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Tesla-Chef Elon Musk bezeichnet die Entwicklung, die schon im Juni 2019 tatsächlich unter der Bezeichnung „RNA Printer“ zum Patent angemeldet wurde, entsprechend lieber als „RNA-Mikrofabrik“.

Ein Prototyp der Mikrofabrik existiert bereits bei Curevac in Tübingen. Der soll in etwa die Größe eines Autos haben und sich leicht transportieren und aufbauen lassen. Einmal aufgebaut soll der „Drucker“ eine kleine Fabrik für RNA-Medikamente sein.

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Die Bauanleitung für die jeweils benötigte mRNA soll die Mikrofabrik aus der Cloud herunterladen können. Die benötigten Ausgangsstoffe für das jeweilige „Rezept“ würden per Boten angeliefert.

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Dabei wird das Gerät als Reinraum mit angegliederter Tiefkühltruhe konzipiert. Die Reinraum-Qualität ist erforderlich, um zu vermeiden, dass externe Stoffe das Produkt verunreinigen und die Tiefkühltruhe muss die fertige mRNA vor dem Zerfall schützen.

Das steckt hinter dem Begriff mRNA

Der Begriff mRNA ist den meisten Menschen wohl erst in der Diskussion um die Corona-Impfstoffe zu Gehör gekommen. Dabei gilt mRNA (Messenger-RNA, also Boten-RNA) vor allem in der Krebsforschung schon seit Langem als Technologie der Zukunft.

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Denn mit dem Botenstoff können menschliche Zellen dazu angeregt werden, bestimmte durch die mRNA vordefinierte Eiweißbausteine selbst herzustellen. Damit lassen sich vielfältige Körperreaktionen geradezu programmieren und mit der Drucker-Technologie Curevacs sogar auf den einzelnen Patienten zuschneiden.

Bei den aktuellen mRNA-Impfstoffen trägt der Botenstoff den Bauplan für das sogenannte S-Protein, einem Eiweißbaustein, der der Hülle des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 zugeordnet wird. Dadurch, dass der menschliche Körper per mRNA angeregt wird, dieses S-Protein selbst herzustellen, soll das Immunsystem zu einer Reaktion auf dieses eigentlich unbekannte Protein angeregt werden.

Entwicklung läuft seit 2015

Curevac und Grohmann arbeiten laut Wirtschaftswoche bereits seit 2015 an dem Projekt, das mit der Übernahme Grohmanns durch Tesla im Jahr 2017 kurz auf der Kippe stand. Tesla übernimmt Firmen in der Regel, um sie danach nur noch für die eigenen Zwecke arbeiten zu lassen.

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Curevac-Chef Ingmar Hoerr hatte sich dann persönlich mit Tesla-Chef Musk getroffen, der sich spontan begeistert gezeigt haben soll und Grohmann das Projekt weiter verfolgen ließ. Im Sommer 2021 sollen die ersten RNA-Stränge aus dem Gerät laufen. Von einer Massentauglichkeit ist das Projekt laut Hoerr indes noch Jahre entfernt.

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2 Kommentare
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Dein t3n-Team

Hel
Hel

Na also:
da sag noch mal einer, dass Elon Musk seinen Reichtum nicht verdient hätte…

Antworten
Hel
Hel

Und wo ist der verdiente Nobelpreis für den Impfstoff-Drucker?

Antworten

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