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Investoren gesucht: Neo-Bank Revolut strebt Zehn-Milliarden-Bewertung an

Die Revolut-Gründer Vlad Yatsenko und Nikolay Storonsky. (Foto: Revolut)

Die britische Neo-Bank Revolut hat die Bank JPMorgan mit der Akquisition neuer Kapitalgeber beauftragt. Das Ziel besteht darin, frische Investorengelder in einer Größenordnung von 1,5 Milliarden US-Dollar einzunehmen.

Dabei stellt sich Revolut eine Firmenbewertung in einer Größenordnung zwischen fünf und zehn Milliarden Dollar vor, berichtet Sky News. Mit über acht Millionen Kunden ist das 2014 gegründete Unternehmen längst zur größten europäischen Neo-Bank avanciert und hat den nächsten Verfolger, das deutsche Fintech-Start-up N26 mit seinen 3,5 Millionen Kunden hinter sich gelassen.

1,5 Milliarden Invest bei 5 bis 10 Milliarden Firmenwert

Sollte sich die angestrebte Bewertung etablieren lassen, wäre Revolut auch an dieser Front weit vor N26, dass sich seit der letzten Kapitalerhöhung um 170 Millionen Dollar im Juli einer Firmenbewertung in einer Größenordnung von 3,5 Milliarden Dollar erfreut. Revolut würde damit sogar zum wertvollsten Fintech-Unternehmen Europas avancieren.

Für die angestrebte Investmentrunde über 1,5 Milliarden Dollar stellt sich Revolut eine Ausgabe neuer Aktien in einer Größenordnung von 500 Millionen Dollar, sowie die Ausgabe von Wechselanleihen in Höhe von einer Milliarde Dollar vor.

Revolut schreibt massive Verluste

Kapital braucht Revolut jedenfalls dringend. Wie aus dem vor einigen Tagen veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2018 hervorgeht, hat das Fintech-Start-up im vergangenen Jahr ein negatives Finanzergebnis von umgerechnet rund 37 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr waren es noch „nur“ rund 17 Millionen Euro gewesen.

Andererseits konnte Revolut die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr auf rund 65 Millionen Euro mehr als vervierfachen. Für 2019 hat sich das Unternehmen eine weitere Verdreifachung der Umsätze vorgenommen. Das scheint sich ein Trend abzuzeichnen, der darin besteht, dass die Umsätze weitaus schneller wachsen als die Verluste.

Es bleiben dennoch zunächst Verluste. Und die kann das Unternehmen nur aus dem Bestand ausgleichen, weshalb es auf einen steten Zustrom frischen Geldes vorerst angewiesen bleibt.

Damit verdient Revolut Geld

Dabei kommt der Großteil der Umsätze der Neo-Bank aus den Interbankenentgelten. Jedesmal, wenn ein Revolut-Kunde seine Karte zum Bezahlen nutzt, fallen für den Empfänger dieser Zahlung Gebühren an, die sich im Bereich um 0,2 Prozent des Zahlbetrages bewegen und an Revolut gehen. Immerhin 46 der 65 Millionen Euro Umsatz aus dem Berichtsjahr entstammen dieser Quelle. Die angebotenen Premium-Accounts sind bei weitem nicht die wichtigste Einnahmequelle.

Da die Umsätze mit Interbankenentgelten nur skalieren, wenn die Zahl der Bezahlvorgänge skaliert, ist ein schnelles Wachstum für Revolut geschäftskritisch. Und unter diesem Gesichtspunkt sind auch zunächst auftretende Verluste Teil des Business-Plans.

Das schnelle Wachstum ruft zwischenzeitlich die Bankenaufsichten diverser Länder auf den Plan, die strengere regulatorische Ansprüche an die Neo-Banken stellen wollen.

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