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Schufa-Umfrage: Jugendliche bevorzugen Barzahlungen

Ergebnis einer Schufa-Umfrage: Jugendliche ziehen Barzahlungen digitalen Bezahlmethoden vor (Foto: Shutterstock)

Laut einer Schufa-Umfrage ziehen Jugendliche Barzahlungen digitalen Bezahlmethoden vor. Dabei gleiche das Finanzverhalten der Befragten nahezu dem der Eltern und verändere sich nur langsam.


Jugendliche zahlen häufiger digital via Banking-App und Smartphone. Dennoch ziehen sie Barzahlungen digitalen Zahlungsarten vor. Damit ist mehr als die Hälfte der Jugendlichen – meist technisch affin – hinsichtlich ihres Finanzverhaltens konservativer, als man annehmen mag. Trotz der Vorliebe für Scheine und Münzen sind 88 Prozent der befragten Jugendlichen zuversichtlich, dass digitale Zahlungsmethoden in Zukunft am wichtigsten sein werden. Das hat eine von der Kreditauskunftei Schufa in Auftrag gegebene Umfrage herausgefunden.

Woher kommt die Vorliebe für Barzahlungen?

Die Ursache für das konträre Finanzverhalten der Jugendlichen, das sich laut Schufa nur langsam verändere, könnte in mangelnden Angeboten liegen. So gab etwa die Hälfte der Befragten an, dass sie sich mehr Möglichkeiten zum kontaktlosen Bezahlen via EC- und Kreditkarte wünscht. Ein Drittel wünscht sich mehr Angebote zum Bezahlen über das Handy. Ein weiterer Grund für die konservative Haltung ist wahrscheinlich durch Sicherheitsbedenken begründet, die mehr als die Hälfte der Befragten bei digitalen Zahlungsarten sehen.

Kryptowährungen nahezu irrelevant

Am beliebtesten ist unter den befragten Jugendlichen das Angebot von Paypal. 50 Prozent gaben an, Paypal häufig zu nutzen. Etwa ein Drittel nutzt es hin und wieder und ein weiteres knappes Drittel hat es noch nie genutzt. Sofortüberweisungen haben etwa 30 Prozent noch nie genutzt, etwa die Hälfte hin und wieder und gerade einmal 22 Prozent tätigen Sofort-Überweisungen häufig. Alternative Bezahlmethoden wie Amazon Pay, Apple Pay oder Google Pay hat hingegen mehr als die Hälfte noch nie genutzt. Die Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum sind für die Jugendlichen zudem nahezu irrelevant – die große Mehrheit hat sie mit 97 und 99 Prozent noch nie genutzt.

Unterschiede zur älteren Generation gering

Das konservative Finanzverhalten der Jugendlichen ist unter anderem darin begründet, dass der Großteil der Befragten bei Finanzthemen – etwa 60 Prozent gaben an, mangelhafte bis ausreichende Finanzkompetenz zu besitzen – bei der Familie um Rat sucht. Dies gehe laut Schufa so weit, dass sich das Finanzverhalten der Jugendlichen kaum vom Finanzverhalten der Elterngeneration unterscheide. Es ist geprägt von finanziellen Polstern, regelmäßigem Sparen und Abneigungen gegen Ratenzahlungen. Neben den Ratschlägen ihrer Eltern stärken die Jugendlichen ihre Finanzkompetenz mithilfe von Print-Medien, dem Fernsehen, dem Internet, der Schule und den Banken.

Über die Umfrage

Im Auftrag der Bildungsinitiative Wirtschaftswerkstatt hat das Meinungsforschunsinstitut forsa für den „W2 Jugend-Finanzmonitor“ im April 2019 in einer repräsentativen Stichprobe mehr als 1.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren sowie 508 Erwachsene zwischen 40 und 55 Jahren befragt. Mit der Bildungsinitiative unterstützt die Schufa Jugendliche und junge Erwachsene im Alltag bei Finanzthemen und soll deren Finanzkompetenz ausbilden.

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3 Kommentare
Stephan Frommer
Stephan Frommer

Das ist ja klar – erstens sind die meisten Angebote an eine Kreditkarte gekoppelt – Apple Pay z.b. . Die haben nur die wenigsten unter 18. Zweitens machen Jugendliche ja auch nicht die selben Einkäufe wie Erwachsene. Die ganzen Einkäufe für Lebensmittel etc. fallen ja weg (meistens). Leider kann man beim Döner oder Kiosk (nur als Beispiel) ja auch nur mit Bargeld zahlen.
Und die Kryptowährungen…ich kenne niemand der das tatsächlich als Zahlungsmittel nutzt. Ich wüsste selbst auch nicht wo…Meiner Meinung ist das – Stand jetzt – nur ein Spekulationsobjekt. „Ich kauf mir Bitcoin – später verkauf ichs wenns mehr wert ist“

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Mad Scientist
Mad Scientist

Es liegt auch daran, dass elektronisches Geld eben nicht „vorhanden“ ist. Man kann es nicht anfassen, es riecht nicht, hat kein Gewicht, ist nur eine Zahl auf einem Display. Es ist unbefriedigend!

Bargeld ist gedruckte und geprägte Freiheit. Und es benötigt kein Netzwerk und keinen Strom, um zu funktionieren.

Antworten
cHaOsStyle

Diese Argumente von Leuten die digitale Bezahlung oder Kreditkarten verteufeln langweilen mich langsam.
Sofern man nicht sein Geld in der Lohntüte bekommt und sein ganzes Vermögen unterm Kopfkissen oder Tresor liegen hat kommst du an kein Bargeld wenn das Netzwerk oder der Strom ausfällt …
Das einzige Totschlagargument ist Anonymität, allerdings darf man dann keine Kundenkarten benutzen … oder sein Smartphone mit sich rumtragen, wer weiß welche App gerade wieder den Standort abträgt.

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