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Kabinett beschließt Gesetz für mehr Kinderschutz im Internet

Wie können Kinder vor den Gefahren, die im Internet lauern, optimal geschützt werden? Diese Frage stellte sich auch das Bundeskabinett und beschloss, dass es zu Änderungen des Jugendschutzgesetzes kommen muss.

1 Min. Lesezeit
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Kinder und Jugendliche sollen durch ein Gesetz von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) stärker vor Gefahren im Netz geschützt werden. (Foto: arrowsmith2 / Shutterstock)

Kinder und Jugendliche sollen durch ein Gesetz von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) stärker vor Gefahren im Netz geschützt werden. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen entsprechenden Entwurf für Änderungen des Jugendschutzgesetzes beschlossen. Große Anbieter – auch ausländische – von Spielen und Filmen im Netz sollen damit verpflichtet werden, technische Vorkehrungen zu treffen, damit Kinder und Jugendliche vor sogenannten Interaktionsrisiken wie Mobbing, sexueller Belästigung, Tracking oder Kostenfallen geschützt werden.

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Konkret geht es etwa um ungeschützte Chats in Spielen, In-Game- und In-App-Käufe oder „glücksspielähnliche Elemente“, wie sogenannte Lootboxes. Das sind virtuelle Kisten mit Belohnungen oder Gegenständen wie Waffen oder Fähigkeiten, die vom Spieler zum Teil nur gegen Bezahlung geöffnet werden können.

Entwurf erntet auch Kritik

Vorgeschrieben werden sollen außerdem einfache Melde- und Beschwerdemöglichkeiten, wenn junge Nutzer sich bedroht oder bedrängt fühlen sowie einheitliche Alterskennzeichen für Online-Inhalte. Bei der Alterskennzeichnung soll künftig nicht nur berücksichtigt werden, ob ein Spiel etwa besonders viel Gewalt enthält, sondern auch, ob die genannten Interaktionsrisiken bestehen. Das Gesetz sieht als letzte Konsequenz hohe Bußgelder für die Anbieter vor. Zur Kontrolle und Durchsetzung soll eine „Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz“ aufgebaut werden. Wann das Gesetz in Kraft treten soll, ist noch offen. Es muss noch durch Bundestag und Bundesrat.

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Kritik am Entwurf kommt vom Digitalverband Bitkom, dem Verband der deutschen Games-Branche (Game) und dem Verband Privater Medien (Vaunet). In einer gemeinsamen Erklärung vom Mittwoch wird der Plan für mehr Kinder- und Jugendschutz im Netz zwar grundsätzlich begrüßt. Die Verbände sehen das Ziel mit dem vorliegenden Gesetz allerdings verfehlt. In vielen Bereichen werde noch unklarer, ob Landes- oder Bundesrecht anzuwenden sei und welche Aufsichtsbehörde zuständig sein werde, sagte Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. Game-Geschäftsführer Felix Falk sagte, mit dem aktuellen Entwurf werde viel versprochen, was tatsächlich gar nicht eingelöst werde. Es drohe eine noch größere Verwirrung von Eltern und Anbietern. dpa

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