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Ransomware: Kaseya-Generalschlüssel sorgt für Hoffnung bei den Opfern

Über eine Sicherheitslücke bei Kaseya nahm die Attacke ihren Lauf. (Foto: T. Schneider / Shutterstock)

Lesezeit: 2 Min.
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Gute Nachrichten für die Opfer der jüngsten Ransomware-Attacke. Eine „vertrauenswürdige Drittpartei“ soll dem IT-Dienstleister Kaseya einen Generalschlüssel zugespielt haben.

Anfang Juli sorgte eine Angriff auf den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya für eine der größten Ransomware-Wellen der jüngeren Vergangenheit. Jetzt können die Opfer aufatmen: Wie Kaseya berichtet, sei man im Besitz eines Generalschlüssels, um die von der Schadsoftware verschlüsselten Systeme wieder zu entsperren.

Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle bei Kaseya, um dessen Kund:innen mit einem Programm zu attackieren, das Daten auf deren Festplatten verschlüsselte und im Gegenzug Lösegeld verlangte. Die Attacke hatte unter anderem zu Folge, dass zahlreiche Filialen der schwedischen Supermarktkette Coop geschlossen werden mussten. Auch in Deutschland gab es Betroffene, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) meldete.

Hinter den Angriffen soll die Hackergruppe Revil stehen, deren Ursprung in Russland vermutet wird. Zunächst hatten die Hacker noch ein Lösegeld von insgesamt 70 Millionen US-Dollar gefordert, um die zehntausenden infizierten Rechner wieder zu entsperren. Am 14. Juli allerdings gingen sämtliche mutmaßliche Revil-Server und Darknet-Seiten offline, sodass die Opfer nicht mehr mit den Angreifern kommunizieren konnten. Seitdem versuchen Sicherheitsexperten weltweit, die betroffenen Festplatten wieder zu entschlüsseln.

Schlüssel stammt von einer „vertrauenswürdigen Drittpartei“

Mit dem Generalschlüssel könnte das um einiges schneller gehen. Wie Kaseya am Donnerstag auf seiner Website schrieb, sei es dem Unternehmen gelungen, einen „Entschlüsseler für Opfer des Revil-Ransomware-Angriffs“ erhalten zu haben. Man arbeite daran, diesen allen Kund:innen bereitzustellen.

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Woher Kaseya den Key hat, ist nicht bekannt. Das Unternehmen sagt lediglich, er stamme von einer „vertrauenswürdigen Drittpartei“. Dem Magazin Bleeping Computer teilte ein Sprecher mit, dass man keine Lösegeldzahlung bestätigen oder abstreiten könne. Demnach sind drei Szenarien denkbar: Das Unternehmen könnte tatsächlich Lösegeld an die Angreifer bezahlt haben. Oder einem externen Sicherheitsunternehmen ist es gelungen, die Verschlüsselung zu knacken. Oder dem Unternehmen wurde der Universalschlüssel durch eine staatliche Stelle zugespielt, sei es die USA oder Russland.

US-Präsident Joe Biden persönlich hatte eine Untersuchung des Angriffs durch die Geheimdienste angeordnet und es ist denkbar, dass die amerikanischen Kryptografie-Experten letztlich auf den Generalschlüssel gestoßen sind. Für die Opfer dürfte es letztlich egal sein; sie dürften sich freuen, nach mehr als drei Wochen endlich wieder auf ihre Systeme und möglicherweise wertvollen Daten zugreifen zu können.

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