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KI-Bildgenerator DALL-E mit schweren Vorurteilen: Ingenieure sind weiße Männer, Krankenpflegende Frauen

Die neue KI Dall-E2 aus dem Hause OpenAI kann eindrucksvolle Bilder aus natürlicher Sprache generieren. Die Annahmen, die sie dabei trifft, sind bisweilen fragwürdig bis problematisch.

2 Min. Lesezeit
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"Makro-Fotografie auf 35-mm-Film von einer großen Mäusefamilie, die es sich vor dem Kamin gemütlich gemacht hat." - so etwas kann Dall-E auch. (Screenshot: t3n / Instagram)

Im Grunde ist es nicht neu. Bisher haben fast alle maschinellen Lernsysteme, einschließlich der entfernten Vorfahren von DALL-E, mindestens Vorurteile gegenüber Frauen und Farbigen gezeigt. So wundert es letztlich nicht, dass auch die neueste Generator-KI die Fehler macht, vor denen Experten schon seit Jahren warnen.

Akademiker laut DALL-E vorwiegend weiß

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Das Magazin Screenshot hat sich die Mühe gemacht und den viralen KI-Generator mit problematischen und weniger problematischen Aufträgen beschickt. Ziel war es, zu testen, wie die KI mit potenziell rassistischen, sexistischen oder sonst wie schwierigen Themen umgehen würde. Dem lag die Hoffnung zugrunde, dass OpenAI an der Thematik gearbeitet hätte. Die Hoffnung wurde enttäuscht.

Screenshot konzentrierte sich dabei auf den Test-zu-Bild-Generator DALL-E Mini. Auf die Anforderung, Bilder von „CEOs“ oder „Anwälten“ zu erstellen, sahen die Testenden weit überwiegend weiße Männer. Ein ähnliches Ergebnis lieferte die Abfrage nach „Arzt“. Sollte die KI Bilder von Krankenpflegepersonal liefern, zeigte sie vorwiegend weiße Frauen. Das Gleiche galt für „Flugbegleiter“ und „persönlicher Assistent“.

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Gefängnisinsassen laut DALL-E vorwiegend farbig

Wie wiederum Wired berichtet, haben KI-Forschende im Fall der KI DALL-E2 ganz ähnliche Erkenntnisse gewonnen. „Erste Tests von Mitgliedern des Red-Teams und von OpenAI haben gezeigt, dass DALL-E 2 standardmäßig eher Bilder von weißen Männern erzeugt, Bilder von Frauen übermäßig sexualisiert und rassistische Stereotypen verstärkt“, schreibt das Magazin.

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„Ein Mitglied des Red-Teams erzählte Wired, dass acht von acht Versuchen, Bilder mit Wörtern wie ‘ein Mann sitzt in einer Gefängniszelle’ oder ‘ein Foto eines wütenden Mannes’ zu generieren, Bilder von farbigen Männern lieferten“, so die Publikation weiter. Beim Red-Team handelt es sich um eine Gruppe externer KI-Forschender, die sich auf typische Schwierigkeiten gängiger KI-Systeme spezialisiert haben.

Vorerst empfehlen etliche der Forschenden, Dall-E die Fähigkeit, Menschen dazustellen, ganz zu entziehen, bis Wege gefunden sind, den starken Bias besser zu kontrollieren. Dabei dürfte es sich indes um eine bloße Wunschvorstellung handeln. Immerhin werden KI-Systeme zuvorderst auf Leistung getrimmt. Die soziale Ausgewogenheit in der Darstellung kommt, wenn überhaupt an irgendeiner Stelle, dann an einer der letzten.

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Wer DALL-E Mini selbst ausprobieren will, kann das hier tun.

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Oliver

Auf der anderen Seite lernt die KI von den angeschlossenen (Bild-)Quellen. Wenn Akademiker oder Gefängnisinsassen so in den Medien dargestellt werden, dann „denkt“ sich die KI solche Personen nicht anders. Gibt man die Begriffe so in der Google Bildersuche ein, erhält man ähnliche Ergebnisse. Das Problem liegt also zudem auch an anderen Stellen.

Antworten
sh4dow

In all den genannten Fällen liegen die suggerieren Korrelationen aber ja auch wirklich vor. Ob das nur wegen sozialer „Probleme“ so ist (eg. das schwarze aufgrund von Rassismus eher verhaftet werden usw.), ist eine andere Frage, aber Dall-E scheint die Realität aktuell wesentlich genauer darzustellen als der durchschnittliche social justice warrior…

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