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Krankschreibung per Telefon – bald wieder möglich

Bis zu 14 Tagen kannst du dich krankschreiben lassen – ohne den Gang zum Arzt. (Foto: dpa)

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Wie du dich bald wieder ohne den Gang zum Arzt krankschreiben lassen kannst – und warum es eine gute Entscheidung ist, das im Zweifelsfall auch zu tun.

Husten, Schnupfen, Heiserkeit? Bei einfacheren Erkrankungen, bei denen du nicht zwingend einen Arzt brauchst, um sie auszukurieren, ist es ab Montag, dem 19. Oktober, wieder möglich, sich ohne den Gang zum Arzt krankschreiben zu lassen. Das geht telefonisch aufgrund der steigenden Coronazahlen für bis zu sieben Tage – und war in ähnlicher Form bereits im Frühjahr möglich gewesen. Zudem ist eine einmalige telefonische Verlängerung möglich, sofern der Patient die Erkältung noch länger auskurieren muss. Längstens 14 Tage kann man also ohne Arztbesuch der Arbeitsstelle fernbleiben.

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An den Fristen, bis wann man dies zu tun hat, ändert sich indes nichts: Bis zum dritten Krankheitstag muss der Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (auch AU oder „gelber Schein“) erhalten haben. Wichtig im Sinne der guten Zusammenarbeit ist es auch, den Arbeitgeber unverzüglich über die Krankmeldung zu informieren. Es gibt aber auch Arbeitgeber, die bereits am ersten Krankheitstag eine entsprechende Bescheinigung verlangen – Näheres regelt dein Arbeitsvertrag.

Ziel ist die Reduzierung der Ansteckungsmöglichkeiten

Ziel der Maßnahme, die damals bis Ende Mai galt und danach nur auf regionaler Ebene weitergeführt werden sollte, war es, dass Corona-Erkrankte in den Wartezimmern nicht auch noch andere Patienten ansteckten. Zunächst will man die Entscheidung bis Ende des Jahres durchziehen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in dieser Woche bereits angekündigt hatte. Veranlasst hatte sie der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitsweisen, dem Vertreter von Ärzten, Kliniken und gesetzlichen Krankenkassen angehören.

Einigermaßen realitätsfremd ist indes die Vorgehensweise, die das Bundesgesundheitsministerium vorsieht: „Für die Krankschreibung ohne Besuch beim Mediziner sollen sich die Ärzte am Telefon durch eine eingehende Befragung vom Zustand der Patienten überzeugen“, heißt es da.

Laut AOK-Bundesverband gab es im März und April dieses Jahres zwar mehr krankheitsbedingte Fehltage von Arbeitnehmern als im Mittel der vergangenen zehn Jahre, andererseits hatte die AOK auch berichtet, dass zwischen Mai und August die Zahl der Krankmeldungen teilweise deutlich sank. Das wurde etwa damit erklärt, dass mehr Menschen für sich im Homeoffice arbeiten und die Menschen derzeit ohnehin vorsichtiger in Bezug auf Ansteckung seien.

Unterm Strich, das zeigen Auswertungen von Krankheitstagen übers Jahr, spreche vieles dafür, dass sowohl Ärzte als auch die arbeitende Bevölkerung verantwortungsvoll mit der neuen Möglichkeit umgehen. Noch nicht explizit in der Mitteilung steht, ob all das auch für die Krankschreibung von Kindern gilt, deren Eltern zur Pflege zu Hause bleiben müssen.

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2 Kommentare
Peter
Peter

Und wie bekommt man die AU vom Arzt?
Muss man dann trotzdem vorbei in Praxis und diesen Abholen?

Antworten
Tobias Weidemann

Die AU soll dann wohl per Post zugesandt werden, wofür der Arzt Portokosten geltend machen kann. Ein Problem bleibt in unserem halbdigitalen Gesundheitssystem wohl das Scannen der Karte, was dann im Laufe des Quartals erfolgen muss, wenn du seit Beginn des jeweiligen Quartals nicht beim Arzt warst. Denke aber mal, vieles dabei ist Verhandlungssache und hängt vom Servicedenken und der Flexibilität der Praxis ab.

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