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Künstliche Lebewesen der nächsten Generation: Forscher kreieren Xenobots 2.0

Die Design-Lebewesen im Miniaturformat können auch als Schwarm agieren. (Foto: Tufts University)

Lesezeit: 2 Min.
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Die Erzeuger sprechen von programmierbaren Organismen, die in Zukunft zum Beispiel Arterien ausschaben könnten: Aus Froschzellen erschufen sie „lebende Roboter“, die sich selbst heilen können.

Xenobots – so tauften Wissenschaftler der Tufts University bei Boston und der University of Vermont (UVM) die neuen Lebensformen, die sie erschaffen haben. Dabei handelt es sich um Zellen aus Froschembryonen, die sie zu neuartigen Körperformen zusammenbauten. Das Design und die Funktionen der „rekonfigurierbaren Organismen“ haben Robotik-Spezialisten an der UVM mithilfe des lokalen Supercomputer-Clusters geschaffen. Der evolutionäre Algorithmus habe dabei Hunderte simulierter Zellen zu unzähligen Formen und Gestalten zusammengesetzt, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Biologen um den Mikro-Chirurgen Douglas Blackinston setzten anschließend die Pläne der „lebenden Roboter“ an der Tufts University mithilfe von Stammzellen der Froschspezies Xenopus laevis um. Science Robotics zitiert eine aktuelle Studie über die neue Generation von Xenobots.

Design-Lebewesen sollen die Meere von Mikroplastik reinigen

Die Zellen fügten sie anschließend nach den Computer-Designs zu Körperformen zusammen, die es noch nie gegeben hat. „Wie wir gezeigt haben, können diese Froschzellen dazu gebracht werden, interessante Lebensformen zu bilden, die sich von ihrer Standardanatomie völlig unterscheiden“, berichtete Co-Leiter Michael Levin im Januar 2020. Er leitet das Center for Regenerative and Developmental Biology an der Tufts University.

Die millimetergroßen Xenobots können sich auf Ziele zubewegen, sie einkreisen und sich selbst heilen. Wissenschaftler experimentieren mit Formen, die einen Hautbeutel in ihrer Mitte haben, um etwa Medikamente zu transportieren. Die maßgeschneiderten Wesen könnten laut Schöpfer eines Tages radioaktive Verseuchung aufspüren, Mikroplastik aufsammeln oder in menschlichen Arterien Ablagerungen abschaben.

Version 2 kann sich Zustände merken

Über ein Jahr später melden die Experten neue Erkenntnisse. So sei ihnen gelungen, dass sich die Wesen ohne Muskelzellen, sondern mithilfe von Zilien bewegen. Ursprünglich sind die haarähnlichen Fortsätze dazu gedacht, um auf Schleimhäuten Fremdkörper auszustoßen. Die Schöpfer melden zudem, die Xenobots besäßen nun ein speicherbares Gedächtnis. Damit meinen sie, die Mikrowesen können ihre Erfahrungen in Form von Farbveränderungen auf der Oberfläche „abspeichern“. Man habe zudem ihre Lebensdauer verlängern können. Die ersten Xenobots überlebten nur wenige Tage. Als letztes Feature der neuen Version nennen die Hersteller, dass die sphäroidischen Bots nun auch in Gruppen zusammenarbeiten können.

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Ein Kommentar
Tobias
Tobias

boa, da muss ich mal ganz kurz kotzen,…

aber danke fuer den Artikel.

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