Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Langzeitstudie beweist: Counter-Strike und Co. machen nicht aggressiv(er)

Wer gerne Computerspiele mit brutalen Inhalten spielt, wird dadurch nicht aggressiver oder läuft Gefahr, selbst gewalttätig zu werden. Das hat eine Langzeitstudie jetzt ergeben.

2 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige
Keine Sorge, der spielt nur. (Foto: Sevastsyanau Uladzimir/Shutterstock)

Eltern, Lehrkräfte, aber auch Politikerinnen und Politiker sehen in ihnen eine tickende Zeitbombe, die jederzeit explodieren kann: Gamerinnen und Gamer, die gerne Counter-Strike, GTA oder andere Spiele konsumieren, in denen viel Gewalt vorkommt und auch selbst ausgeübt wird. Insbesondere nach Amokläufen an Bildungsreinrichtungen galt es lange Zeit als plausible Erklärung, wenn auf dem Rechner des Täters ein Egoshooter gefunden wurde. Dass diese Argumentation zu kurz greift, beweist jetzt auch eine Langzeitstudie.

Egoshooter und Co. machen nicht aggressiv(er)

Anzeige
Anzeige

Sarah Coyne, Medien- und Familienforscherin an der Brigham Young University in Idaho, und Laura Stockdale, Psychologin an der Loyola University Chicago, haben für ihre Studie „Growing Up with Grand Theft Auto“ Kinder und Jugendliche zehn Jahre lang begleitet und ihr soziales Verhalten studiert. Dabei konnten die Forscherinnen insgesamt keinen Zusammenhang zwischen dem Konsum gewalthaltiger Videospiele und einer gesteigerten Aggressivität feststellen.

Die jungen Menschen wurden von den Wissenschaftlerinnen in drei Gruppen aufgeteilt: die, die eine Vorliebe für brutale Games haben (4 Prozent der Teilnehmenden), die, die solchen Spielen „moderat“ gegenüberstehen (23 Prozent) und die, die gewaltfreie oder kaum gewalthaltige Spiele bevorzugen (73 Prozent). Zum Ende der Untersuchung gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen, was das prosoziale Verhalten der Teilnehmenden anging.

Anzeige
Anzeige

Das Spielverhalten der Probandinnen und Probanden mit hoher beziehungsweise moderater Vorliebe für gewalthaltige Spiele zeigte über den Versuchszeitraum außerdem einen kurvenförmigen Verlauf über die Zeit. Sie spielten also mal mehr und mal weniger viel und gewalthaltig. Nur die, die zu Beginn kaum Affinität zu Counter-Strike und Co. aufgewiesen hatten, spielten im Lauf der zehn Jahre etwas mehr brutale Inhalte. In der letzten Spielphase wiesen Gamerinnen und Gamer der moderaten Gruppe das höchste Aggressivitätslevel auf.

Anzeige
Anzeige

Die Wissenschaftlerinnen stellten zudem fest, dass die, die gewalthaltige Videospiele sehr gern oder moderat gern spielen, „eher männlich“ seien. Angehörige der Gruppe mit der größten Vorliebe für Egoshooter und ähnliche Genre wiesen außerdem in der ersten Spielphase eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Depression auf.

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Die Teilnehmenden stammen allesamt aus „einer großen nordwestlichen Stadt“ der USA und sind zu 65 Prozent weiß, 12 Prozent Schwarz und gehören zu 19 Prozent mehreren beziehungsweise zu 4 Prozent anderen Ethnien an. Wie gewalthaltig ein Spiel ist, ermittelten die Wissenschaftlerinnen anhand der Einstufungen von Common Sense Media, einer gemeinnützigen Organisation in den USA, die in etwa mit unserer Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vergleichbar ist. Die Teilnehmenden wurden anhand verschiedener Kriterien wie Aggressivität, Aufweisen depressiver Symptome, Sozialverhalten und Angstzustände eingestuft.

Anzeige
Anzeige

Die Studie aus den USA ist freilich nicht die erste, die sich der Frage widmet, ob und inwieweit Ballerspiele und Egoshooter sich auf das Aggressionspotenzial auswirken. 2018 hatte sich beispielsweise das Universitätsklinikum im hamburgischen Eppendorf damit beschäftigt und war zu ganz ähnlichen Ergebnissen gekommen. Allerdings hatten die Wissenschaftler die Probandinnen und Probanden damals nur über einen Zeitraum von zwei Monaten beobachtet.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
4 Kommentare
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Andi

Ihr seit Helden das Computer spielen nicht aggressiv macht dafür braucht ihr extra eine Studie ? Ohne Mist was geht bei euch falsch ? Das wäre wie wenn eine eine Studie über Fanta macht um zu testen ob die Leute durch Genuß von Fanta besoffen werden !! Ihr seit Helden, aber wieso immer der Vergleich mit kack Counterstrike ? Was ist mit Games wie Call of Duty oder Battlefield die Diablo Reihe oder Games wie Mortal Kombat, Streitfighter oder Tekken. Ich hab als Kind Army man gespielt und auch nie einen Menschen mit einem Flammenwerfer verbrannt!! Nur wieso immer Counterstrike ? Das ist so langweilig das Game

Antworten
elements

Ja, natürlich braucht es dafür Studien. Das Fanta nicht besoffen macht weiß man natürlich, weil wir messen können, dass sie keinen Alkohol enthält und dass im Herstellungsprozess gar keiner entstehen kann. Der Einfluss einer Art von Gewaltdarstellung auf die menschliche Psyche ist da schon etwas schwieriger zu beurteilen.
Annahmen und Behauptungen sind wertlos. Nur etwas, was gemessen werden kann, ist auch ein belastbarer Beleg. Es soll Leute geben, denen Fakten tatsächlich wichtig sind, und Fakten werden nur durch Beweise geschaffen, nicht durch Vermutungen. Und das Beispiel „Counter Strike“ wird wohl immer wieder genommen, weil es einer der ersten, größten und bekanntesten Multiplayer-FPS war.

Antworten
Sebastian

Bei solchen Studien ist es wichtig und richtig zu erwähnen, wer sie finanziert hat. Dazu finde ich im Artikel und anderen Meldungen darüber leider nichts. Wisst Ihr da mehr?

Antworten
Norbert Modick

Nach meiner Information wurden die ersten „Ballerspiele“ vom amerikanischen Militär entwickelt.
Ziel soll gewesen sein, die natürliche Hemmschwelle – bei den jungen Soldaten im Vietnamkrieg auf Menschen zu schießen, bevor eine Gewöhnung an die Tötung erfolgte – zu überwinden.
Es ging also in erster Linie nicht darum die Soldaten aggressiv zu machen, sondern darum ein empathisches Verhalten zu verhindern oder abzutrainieren.
Diese Fragestellung, wäre interessanter, gibt es dazu Studien?

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige