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Lemonade: Amerikas heißestes Insurtech startet in Deutschland

In den USA sind die Versicherungspolicen von Lemonade schon ein Hit. Jetzt wagt sich das milliardenschwere Insurtech auf den deutschen Markt – doch ohne fremde Hilfe geht es nicht.

Von Daniel Hüfner
2 Min.
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In den USA schon sehr erfolgreich: Das Versicherungs-Startup Lemonade. (Foto: Lemonade)

Dass Lemonade kein normales Versicherungsunternehmen sein will, zeigt schon der Onlineauftritt: „Vergiss alles, was Du über Versicherungen weißt“, steht in knallbunten Lettern auf der Website, dröge Stockfotos mit glücklich dreinschauenden Familien sucht man ebenso vergebens wie graue Buttons und verschachtelte Menüs. Stattdessen bewirbt das US-Startup seine Policen mit putzigen Illustrationen, zeigt Videos, die Nutzern erklären, wie sie in angeblich 90 Sekunden eine Hausratversicherung abschließen – alles per App und ohne Papierkram.

Lemonade kommt nach Deutschland

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Mit dem Angebot ist Lemonade seit 2016 in den USA aktiv und überaus erfolgreich. Nach eigenen Angaben hat das Insurtech dort bereits 500.000 Versicherungen verkauft, im vergangenen Jahr soll der Umsatz bei 57 Millionen Dollar gelegen haben. Seit vor wenigen Monaten zudem der japanische Techfonds Softbank als Investor eingestiegen ist, soll Lemonade gar zwei Milliarden Dollar wert sein.

Ein Grund für die Euphorie liegt zum einen im Gründerteam. Hinter Lemonade stehen die Techveteranen Daniel Schreiber und Shai Wininger. Schreiber hat jahrelang in führender Position beim Speicherriesen Sandisk gearbeitet, Wininger hingegen schon mehrere Firmen gegründet, darunter das börsennotierte Kreativportal Fiverr.

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Noch mehr Zugkraft dürfte zum anderen das Geschäftsmodell haben: Anders als typische Versicherungskonzerne trennt Lemonade strikt zwischen Vertrieb und Risikoträger. So fließen maximal 20 Prozent der vereinnahmten Prämien in Gehälter, Rückversicherung und Geschäftsbetrieb. Der Rest wird für Schadenszahlungen genutzt. Da Lemonade ausschließlich auf den Onlinevertrieb setzt, Chatbots den Kunden passende Policen vorschlagen und Algorithmen die Betrugsprüfung im Reklamationsfall übernehmen, kann das Unternehmen kostenarm wirtschaften. Fällige Schäden sollen so in wenigen Minuten beglichen werden. Dazu hat sich Lemonade verpflichtet, erzielte Überschüsse an soziale Einrichtungen zu spenden.

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Von heute an bietet das banklizenzierte Insurtech auch in Deutschland erste Policen an. Zum Start können Kunden etwa eine Hausrat- und Haftpflichtversicherung über die beworbenen Kanäle erwerben. Über seine App bietet das Startup zudem einen Wechselservice für bestehende Versicherungen an: „Wir haben Deutschland für unsere erste internationale Markteinführung ausgewählt, weil es eine sehr traditionelle Versicherungsbranche mit einem sehr vorausschauenden, digitalen Erstverbraucher verbindet“, lässt sich Lemonade-Mitgründer Shai Wininger in einer Mitteilung zitieren. Von den „schnell verfügbaren, transparenten und erschwinglichen“ Versicherungen erhofft man sich auch hierzulande eine hohe Nachfrage.

Starthilfe von einem Traditionskonzern

Leicht wird der Markteintritt allerdings nicht. Mit Anbietern wie Coya, Getsafe und One gibt es bereits einige Konkurrenten. Hinzu kommt, dass Vergleichsportale wie Check24 seit bereits vor Jahren eine marktführende Stellung erarbeitet haben. Wohl auch deshalb kommt Lemonade beim Deutschlandstart nicht ganz ohne fremde Hilfe aus. So kooperiert das Startup hierzulande mit dem traditionsreichen Großversicherer Axa, der die nötige „Marktexpertise“ und das „Netzwerk“ mitbringen soll.

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