News

Linux-Kernel 5.3 bringt Unterstützung für neue Grafikchips und alte Diskettenlaufwerke

Kernel 5.3 für Linux ist offiziell. (Foto: Ondrej Prosicky / Shutterstock)

Linux-Chefentwickler Linus Torvalds hat nach acht Release-Candidates, zwei Monaten Arbeit und einer Verspätungswoche den Linux-Kernel 5.3 offiziell freigegeben. Neue Treiber verbessern die Kompatibilität zu neuen Geräten.

Wie üblich veröffentlichte Linus Torvalds das Kernel-Update im Rahmen einer ausführlichen E-Mail an die Linux-Kernel-Mailing-List. Dabei stellte er einen bestimmten Vorgang in den Mittelpunkt.

Torvalds muss schimpfen, bleibt diesmal aber tonal akzeptabel

In letzter Minute musste Torvalds nämlich eine Optimierung des ext4-Dateisystems rückgängig machen. Diese Optimierung hatte bei einigen Systemen dazu geführt, dass sie im Bootvorgang hängen blieben. Verursacht wurde dies durch eine Regression, die die Initialisierung des sicheren Zufallsgenerators unmöglich machte.

Diesen Vorgang nutzte Torvalds für eine öffentliche Schulung seiner Kernel-Entwickler. Dabei wies er noch einmal sehr ausführlich und sehr deutlich darauf hin, dass und warum Regressionen generell und unter keinen Umständen zugelassen sind. Anders als in vergangenen Jahren blieb Torvalds dabei dieses Mal sprachlich im Rahmen des normalen Umgangstons.

Glück gehabt: Linux unterstützt auch weiterhin Diskettenlaufwerke

Das Kernel-Team darf sich über einen neuen Maintainer für den originalen Diskettentreiber freuen. So ist sichergestellt, dass ihr eure alten Magnetscheiben auch weiterhin unter Linux verwenden könnt. Der neue Maintainer meldete sich, nachdem das Diskettenlaufwerk des bisherigen Entwicklers kaputtgegangen war und dieser deshalb nicht mehr für die Codepflege zur Verfügung stand.

Linux 5.3: Massive Neuerungen im Grafikbereich

Praxistauglicher sind die Neuerungen im Grafiktreiberbereich. Künftig unterstützt Linux etwa die RX-5700-Grafikkarten von AMD umfangreich. Geboten wird Support für die neue Displayeinheit DCN2, die sowohl mit HDMI 2.0b als auch mit Displayport 1.4 und DSC 1.2 Hochkontrastbilder (HDR) unterstützt. Der neue AMD-Treiber ist dabei mit seinen zahllosen Definitionen und der vielen unterstützten Chip-Generationen der mit Abstand größte Treiber im ganzen Kernel. Weitere AMD-GPU sollen mit dem Release 5.4 unterstützt werden.

Auch sonst wurde der Hardware-Support erneut verbessert. So laufen etwa Asus-Gaming-Notebooks der TUF-Reihe jetzt problemloser und bei einigen Einplatinencomputern mit Allwinner-Chip lässt sich das Decodieren von H.264-Videos nun an die Hardware delegieren. Bei neueren Macs können jetzt Tastaturen und Touchpads unter Linux verwendet werden und Intels Grafiktreiber i915 kann die Bildschirm-Ansteuerung mit HDR (High Dynamic Range) vornehmen. Neu hinzugekommen ist auch der Treiber für Qualcomms Adreno-GPU 540, die im Snapdragon 835 verbaut ist.

Kommunikation: Weniger ISDN, mehr IPv4

Linux 5.3 macht rund 16 Millionen weitere Adressen als IPv4-Adressen verfügbar. Das geschieht recht simpel, indem die Entwickler den Bereich 0.0.0.0/8, der bisher aus historischen Gründen bewusst ausgespart worden war, zur Nutzung freigeben.

Im Bereich Kommunikation verzichtet Linux 5.3 auf zwei von drei ISDN-Implementationen. Nur der moderne mISDN-Stack, den die Telefonanlagen- und VoIP-Software Asterisk nutzt, bleibt unterstützt.

So geht es weiter

Linux 5.3 ist ein sogenannter Mainline-Kernel und als solcher nicht für den Einsatz in Produktivumgebungen empfohlen. Der Nachfolger mit der Versionsnummer 5.4 ist für Ende Oktober zu erwarten.

Sämtliche wesentlichen Neuerungen und Änderungen am Kernel 5.3 lassen sich dieser ausführlichen Übersicht auf Kernelnewbies entnehmen.

Passend dazu: Klartext von Linux-Erfinder Torvalds: „Ich verabscheue Twitter, Facebook und Instagram“

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung